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Amerikareise deutscher Gewerkschaftsführer

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Bibliographic data

Object: Amerikareise deutscher Gewerkschaftsführer

Monograph

Identifikator:
833000799
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-36018
Document type:
Monograph
Author:
Schober, Hugo
Title:
Die Volkswirthschaftslehre
Edition:
3. Aufl.
Place of publication:
Kiel
Scope:
1 Online-Ressource (X, 391 S)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Amerikareise deutscher Gewerkschaftsführer
  • Title page
  • Contents
  • I. Kapitel. Die Wirtschaft der Vereinigten Staaten
  • II. Kapitel. Aus dem sozialen Leben Amerikas
  • III. Kapitel. Die Gewerkschaftsbewegung in den Vereinigten Staaten
  • IV. Kapitel. Die Arberterbanken

Full text

bahngesellschaften unterhalten Krankenkassen zum gleichen Zweck. 
Manche Unternehmen finanzieren Schulen, Spielplätze usw. Andere 
haben Konsumeinrichtungen, wiederum mit dem Ziele, durch die 
jährliche Gewinnverteilung eine zu starke Fluktuation unter den 
Arbeitern, namentlich in Zeiten der Hochkoniunktur, zu verhüten. 
Sogar „Betriebsräte“ — mehr oder weniger freigestellte — fanden 
wir in gelben Betrieben. Da der Unternehmer sie aber lediglich als 
ein Werkzeug für seine Behandlung der Belegschaft benützt, So 
ist klar, dass es sich nur um eine Parodierung des gewerkschaft- 
lichen Begriffes der Betriebsvertretung handelt. 
Bemerkenswert ist, dass wir alle diese Einrichtungen in „non 
union shops“, das heisst in Betrieben mit unorganisierter Arbeiter- 
schaft kennenlernten, in denen die blosse Organisationszugehörig- 
keit mit Entlassung gesühnt wird. Soviel müssen es sich die Unter- 
nehmer — namentlich in Betrieben mit „vollamerikanischer“ 
weisser Arbeiterschaft — kosten lassen, um die Gewerkschaften 
aus den Werkstätten fernzuhalten. In den Unternehmungen, deren 
Belegschaft aus dem vielsprachigen, hilflosen Nationalitäten- 
gemisch der Neueinwanderer und Negern besteht, ist soviel Zucker- 
brot selten nötig, und in den „union shops“ mit organisierter 
Belegschaft sorgen die Gewerkschaften dafür, dass die fehlenden 
Wohlfahrtseinrichtungen durch entsprechend hohe Löhne reichlich 
wettgemacht werden. Das Glück der Freiheit von der „sozialen 
Belastung“ können also auch drüben nur diejenigen Unternehmer 
einigermassen ungetrübt geniessen, die in der Lage sind, restlos 
und rücksichtslos mit „Kulturdünger“ zu wirtschaften; — „Volks- 
genossen“ machen mehr Schwierigkeiten. 
A * 
* 
3. Sonstige Formen der sozialen Hilfe. 
Wie der Staat, so haben auch die Gewerkschaften der Union in 
bezug auf ihre eigenen Einrichtungen einen bedeutend engeren 
sozialen Wirkungskreis als bei uns. Dies ist abermals leicht erklär- 
lich, wenn man bedenkt, dass sie — sehr zum Unterschied von den 
unsrigen — in der Hauptsache nur einen Kreis gehobener Berufs- 
arbeiter umfassen. In diesem Kreise kann in allen Notfällen das 
Vorhandensein irgendeiner Summe von Ersparnissen fast mit 
Sicherheit vorausgesetzt werden. Darauf deutet es hin, wenn z. B. 
grosse Organisationen beim Ausbruch eines Streiks in Mitglieder- 
abstimmung beschliessen, dass die Organisation erst nach drei oder 
gar sechs Monaten des Kampfes eine Streikunterstützung gewährt. 
So wird auch dem übrigen gewerkschaftlichen Unterstützungs- 
wesen nicht die weitreichende soziale Funktion zugemessen wie bei 
uns. Nur sehr wenige Verbände zahlen Arbeitslosenunterstützung 
1323
	        

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Amerikareise Deutscher Gewerkschaftsführer. Verl.-Ges. des Allg. Dt. Gewerkschaftsbundes, 1926.
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