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Lexikon der Handelsgeographie

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Bibliographic data

fullscreen: Lexikon der Handelsgeographie

Monograph

Identifikator:
834011689
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-85682
Document type:
Monograph
Author:
Jung, Karl Emil http://d-nb.info/gnd/117659711
Title:
Lexikon der Handelsgeographie
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verl. des Bibliogr. Inst.
Year of publication:
1882
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 563 S)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Lexikon der Handelsgeographie
  • Title page
  • Contents

Full text

Deutschland (Urproduktion: Obstbau; Viehzucht). 
129 
dcr Süden: die Bergränder der oberrhei 
nischen Tiefebene, der .Südfuß des Tau 
nus,dieWetterau,Württemberg,besonders 
Fuß der Alp, Frauken, Thüringen, 
das Werrathal bei Witzenhausen, W 
^ļbthal von Meißen bis Böhmen hinein, 
vie Sandhügel der Lausitz, von Werder 
hei Potsdam, auch Pommern (Stettin) 
ş lern Obst, frisch und getrocknet, zurAuö- 
Aus Hamburg tverdcn namentlich 
Erdbeeren in großen Mengen nach Lon- 
von exportiert. Doch ist der Obstbau in 
vielen Gegenden der Entwickelung noch 
l^hr fähig. Von 54,907 Gemeinden war 
^ nur in 24,843 von örtlicher Wichtigkeit, 
^lesc besaßen ca. 24V, Mill. Obstbäume 
lint durchschnittlich 10 kg Obstcrtrag. 
einem Gcsamtarcal von 35 Mill, ha 
f°mmt daher 1 Obstbaum auf etwa IV, 
% und auf dieselbe Fläche ca. 11 kg 
s vst. Württemberg besitzt dagegen arcs 
leinein Flächenraum von 1,848,000 ha 
Wen 8 Mill. Obstbäume, die gegen 100 
i o5'-kg Öbst geben. Es kommt dort also 
1 Dbstbaum schon auf weniger als '/4 ha 
^nd auf dieselbe Fläche, wie in Preußen, 
liegen 80 Mill, kg Obst. Der Ausfuhr 
steht eine weit stärkere Einfuhr gegenüber, 
wobei die in immer höherm Maß konsu 
mierten Apfelsinen, Feigen, Pomeranzen, 
Datteln, Granaten, Mandeln, Korinthen 
und Rosinen mit bedeutenden Posten auf 
treten. Der Handel mit diesen Produkten 
betrug 1879 (in Tausenden Tonnen): 
Einfuhr Ausfuhr 
Obst, frisch und trocken . 43660 24874 
Südfrüchte, frisch. . . . 7085 23 
Korinthen und Rosine» . 15254 10 
Andre Früchte u. Gewächse 57805 72023 
.Ziehen wir, mit die Liste der Genuß 
wittel zu vervollständigen, noch den Ha n- 
d e l m i t K 0l 0 n i a l w a re n hinzu, unter 
giteli Kaffee 1879 mit einer Einfuhr von 
190 Mill. Mk. gegen eine Ausfuhr von 
nur 110,000 Mk. obenan steht, während 
eine Ncttoeinfuhr von 6,7 Mill, 
zeigt und der Handel mit sonsti 
gst Kolonialprodukten in Ein- und Aus 
uhr mit 18—19 Mill. Mk. balanciert, 
w können wir 1879 den Handel mit 
Rahrungs- und Gennßmittcln wie folgt 
0 lsanunenfassen (in Millionen Mark): 
Hn»delsx>coizmphic. 
^ , Einfuhr Ausfuhr 
Ģetrcidc, Fcldfrüchte, Mehl 668,0 350,1 
Ge gome Getränke . . . 110,5 02’r, 
Zucker, Hopfen, Kolonial 
waren 230,o 122,5 
Tabak und Tabakfabrikate 110,2 17,8 
Sämereien, Obst, Süd 
früchte 125,3 75,5 
Zusammen: 1250,0 628,4 
Rechnen wir hierzu noch die übrigen Pro 
dukte des Landbaus: Flachs, Hanf und 
Werg (Einfuhr 68 Mill., Ausfuhr 40,1 
Mill. Mk.), Baumöl, Leinöl rc., im gan 
zen in der Einfuhr ca. 116,6 Mill., in der 
Ausfuhr 59,5 Mill. Mk., so erhalten wir 
für den Gesamthandel mit Boden 
produkten 1879: 
Einfuhr. . . 1366,0 Mill. Mark 
Ausfuhr. . . 087,5 - 
Zur intensivern Ausnutzung des Bodenö 
führtD. jährlich ca.2V2Mill.Ctr.Guano 
ein, 1879 für 21,o Mill. Mk., wovon nur 
der geringe Wcrtbetrag von !,8oMill.Mk. 
wieder exportiert wurde. 
Welchen Einfluß ein erweiterter Han 
delsverkehr auf deu Verbrauch solcher Ge- 
geuständc hatte, die nur vom Ausland er 
zeugt werden,mag man daraus ersehen,daß 
von rohem Kaffee 1859 nur 59,100 Ton., 
d.h. 1,75 kg pro Kopf, 1879 aber 111,000 T. 
oder 2,51 kg pro Kopf verbraucht wurden. 
Noch bedeutender ist die Steigerung beim 
Thee, von dem der Konsum m denselben 
Jahren von 487 T. auf 2100 T., d. h. pro 
Kopf von 0,oi kg auf 0,05 kg, stieg. Au 
geschältem Reis wurden 1859: 27,400 T., 
d. h. 0,8i kg pro Kopf, 1879: 81,400 T. 
oder 1,84 kg verbraucht, an Mandeln, 
Rosinen, trocknen Südfrüchten 1859: 
7420 I., 1879: 19,0001.; bei- ßotifuiti 
pro Kopf stieg also von 0,aa aus 0,43 kg. 
Noch stärker wuchs der Verbrauch frischer 
Südfrüchte, von 2450 auf 7960 T., also 
pro Kopf von 0,07 auf 0,i8 kg. 
15. Stichzucht. 
Dieser Erwerbszweig steht im innigsten 
Verband mit der Landwirtschaft. Die Zu- 
vdcr Abnahme des Viehstands wird sehr 
wesentlich durch die größere oder geringere 
Ausnutzung des Bodens bedingt. Unter 
den deutschen Staaten zeigt sich seit 1861 
in Preußen tut Umfang vor 1866 eine 
9
	        

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Lexikon Der Handelsgeographie. Verl. des Bibliogr. Inst., 1882.
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