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Lexikon der Handelsgeographie

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Bibliographic data

fullscreen: Lexikon der Handelsgeographie

Monograph

Identifikator:
834011689
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-85682
Document type:
Monograph
Author:
Jung, Karl Emil http://d-nb.info/gnd/117659711
Title:
Lexikon der Handelsgeographie
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verl. des Bibliogr. Inst.
Year of publication:
1882
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 563 S)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Lexikon der Handelsgeographie
  • Title page
  • Contents

Full text

132 
Deutschland (Produkte der Viehzucht und Fischerei). 
die Erträge finb verhältnismäßig unbe 
deutend. Während die benachbarten Na 
tionen , namentlich Norweger, Engländer 
und Holländer, einen kolossalen Über 
schuß für die Ausfuhr haben, muß D. fast 
alles importieren. In Emden bildete sich 
1872 eine Heringsfischereigescllschaft auf 
Aktien, die holländische Fischer in Dienste 
nahm. Die 11 Schisse der Gesellschaft 
fingen 1877 durchschnittlich je 421 Ton. 
Heringe im Bruttoertrag von je 18,314 
m. (Ì872-73 je 631, ùfp. 609'/, I. &u 
24,639, tcsp. 25,009 9Rf.). 9lud)bie 
nenfischerei befindet sich im Verfall, 
wiewohl die Regierungen voit Preußen, 
Württemberg und Baden die künstliche 
Fischzucht unterstützen. Die Zahl der 
Fischbrutanstalten betrug 1875 schon 150, 
davon in Preußen 63, in Sachsen 15, in 
Bayern 19, in Württemberg 14, in Ba 
den 19, und ist seitdem sehr gestiegen. 
Die Hüninger Fischznchtanstalt hat sich 
um die Vermehrung deS Lachses im Rhein 
und der Weser große Verdienste erworben. 
Auch der sehr vernachlässigten Krebszncht 
hat man sich in neucsterZcit wieder mehr zu 
gewendet. Der H e r i n g s h a n d e l betrug : 
1879 1880 
Einfuhr. . . 641144 737580 Faß 
Ausfuhr... 2831 1449 - 
Der Verbrauch dieses besonders bei der 
großen Menge beliebten Nahrungsmittels 
betrug 1859 erst 286,963 Faß oder, auf 
den Kopf der Bevölkerung berechnet, 1,27 
kg gegen 2,47 kg in 1880. Rechnen wir 
zu den oben für den Heringshandel ange 
führten Mengen noch die übrigen nicht 
besonders genannten Fische, welche 1879 
in der Einfuhr mit 102,574, in der Aus 
fuhr mit 8723 Ton. aufgeführt werden, so 
erhalten wir für dies letzte Jahr eine Mehr 
einfuhr von 733,556 T. an Nährstoffen, 
welche der Fischerei zu danken waren. Und 
fassen wir die gewonnenen Resultate mit 
andern von uns nicht besonders aufgeführ 
ten Posten zusammen, so ergibt der Han 
del mit Tieren und animalischen 
Nahrungsmitteln (in Mill. Mark): 
Einfuhr Ausfuhr 
1870: 401,3 304,i 
1877: 385,6 328,o 
Einfuhr Ausfuhr 
1878: 396,6 371,o 
1879: 357,o 262,8 
Für 1879 entfallen (inTausendenMark): 
Einfuhr Ausfuhr 
Vieh 183550 141040 
Schmalz 42900 1 550 
Butter 14000 22000 
Heringe 24400 110 
Fleischwaren ¡c. . . . 46500 8 970 
Dazu Eier, Honig, Krebse, Kaviar re. mit 
einem Einfuhrwert von 51 Mill., einem 
Ausfllhrwert von 154 Mill. Mk. 
Neben diesen Produkten der Viehzucht 
und der Fischerei, welche vorzugsweise Er- 
nährungszwecken dicneil (auch daö Pferd 
wird schon in nicht uilbedeutendenl Maß 
dazu herangezogen), treten andre in den 
Vordergrund, welche zur Bekleidung deS 
menschlichen Körpers, gu industriellen 
Zwecken verschiedener Art dienen. Hierher 
gehört in erster Linie die Wolle. D. 
ist schon seit langer Zeit ans Importe 
angewiesen, und dieses Bedürfnis, das 
1859 eilten Mehrimport von ca. 10,000 
Ton. verlangte, veraillaßte 1880 einen 
solchen von 54,430T. Der Wollhande l 
Deutschlands betrug (in Tonnen netto): 
Einfuhr Ausfuhr Einfuhr Ausfuhr 
1860: 18300 4770 1875: 59000 20100 
1865: 34600 7 770 1880: 68755 14325 
1870 : 39500 18200 
Den Wert aller Schafwolle, roh imb ge 
kämmt , nebst Knnstlvolle berechnete man 
für 1879 in der Einfuhr auf 273,700,00r 
Mk., Ausfuhr 66,440,000 Mk. DiesO 
cnormeil Mehrimporte hängen wcnigcc 
mit dem Rückgang des Schafbestands 
zusammen (in den' letzten Jahren, wie 
wir sahen, zwischen 3 und 4 Mill. Stück) 
als mit dem Mehrbedarf deS außerordent 
lich gesteigerten Verbrauchs, welcher auf 
jährlich 166 Mill. Pfd. angeschlagen wird. 
Als Lieferanten treten vornehmlich Austra 
lien ».Südamerika auf, während D. selbst 
feinere Sorten nach England ausführt. 
Wollmärkte werden abgehalten zu: 
Altcnburg (im Juni), Berlin (19. Juni, 
3 Tage), Braunschweig (1. Jtlli, 9. Aug.), 
Breölail (9. Juni, 2 Tage), Dres 
den (im Juni), Gera (9. Juni), Gum 
binnen (31. Mai, 18. Okt.), Hannover 
(28.3WIÍ), Wbrowi(30.3um,4S«<A 
Hildesheim (23. Juni, 3 Tage), Kassel 
1(28. Soni, 3 Tag), Königsberg (18.
	        

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Lexikon Der Handelsgeographie. Verl. des Bibliogr. Inst., 1882.
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