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Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)

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Bibliographic data

fullscreen: Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)

Monograph

Identifikator:
834011689
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-85682
Document type:
Monograph
Author:
Jung, Karl Emil http://d-nb.info/gnd/117659711
Title:
Lexikon der Handelsgeographie
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verl. des Bibliogr. Inst.
Year of publication:
1882
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 563 S)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
  • Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)
  • Title page
  • Contents
  • Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes und der Einkommensverteilung
  • Viertes Buch. Die Entwickelung des volkswirtschaftlichen lebens im ganzen
  • Index

Full text

458 Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes u. der Einkommensverteilung [916 
kommensstatistik, ohne specielle historische Untersuchungen war man mit phrasenhaften 
Konstruktionen schnell fertig. Man wird zweifeln können, ob es überhaupt eine sichere 
Antwort auf diefe Fragestellung giebt. Immer versuchen wir, kurz zusammenzusassen, 
was man heute historisch und statistisch etwa wird sagen können. 
Es ift freilich unendlich schwer, das Gesamtergebnis der wirtschaftlichen, socialen 
und rechtlichen Eniwickelung der Völker nach dieser Seite hin zu formulieren. Aber 
das scheint sicher: bei rohester, niedrigster Kultur giebt es keine Vermögensrente; 
niemand erntet, wo er nicht persönlich geackert und gesat hat; alle Menschen leben von 
ihrer Arbeit; aber alle sind arm, schlecht versorgt, jeden Tag dem Elend preisgegeben. 
Indem Herrfchende entstehen, das Vieh- und Menscheneigentum sich bil det, werden größere, 
Jusammenwirkende, besser versorgte Gemeinwesen möglich, entsteht auch die Vermögensrente 
deben dem Arbeitseinkommen.“ Und indem das Grundeigentum entsteht mit seiner un— 
gleichen Verteilung und später das bewegliche Kapital mit seinen Gewinnmöglichkeiten 
und Renten, kann das Einkommen aus Vermögen neben dem aus Arbeit weiter, ja 
auch auf Kosten dieses wachsen. Es geschieht 1. durch die Anhäufung des Vermögens 
in den Händen einer Minderzahl, 2. durch die steigende Monopolrente der bevorzugten 
Vermögensstücke, 8. durch alle die socialen Institutionen, welche den herrschenden Ver⸗ 
mögens inhabern die Möglichkeit bieten, der arbeitenden Masse des Volkes viel mehr als 
früher abzunehmen. Diese Möglichkeit war mit der steigenden Produktivität der Arbeit 
und ihrer Organisation gegeben, ob dabei die Arbeitenden etwas mehr oder dasselbe 
oder weniger als früher erhielten. So werden längere Epochen einer stark angewachfenen 
Vermögensrente nicht, zu leugnen sein, zumal bei Sklaven- und Hörigenwirtschaft, auch 
nicht beim modernen Übergang zur Geld- und Kreditwirtschaft, zur freien Arbeit. 
Aber es wirken dem nun bei höchster Kultur, größtem Reichtum und in Gesellschaften 
mit verbesserten Institutionen entgegen: 1. das Sinken des Zinsfußes von 10 auf 4, 
3, 2,50/0, 2. das Steigen des Lohnes, die Verbesserung der Arbeitsinstitutionen, 
3. die Verbilligung des Lebens durch besseren Verkehr, durch die Einschränkung der 
ländlichen Mondpolrentenbildung, 4. für die reichen exportierenden, Kolonien besitzenden 
Staaten die großen hiemit gegebenen Gewinnmöglichkeiten, die vielleicht noch mehr den 
Kapital besitzenden, aber auch den arbeitenden Klassen zu gute ko mmen. 
Darnach scheint es richtig zu sein, wenn man die hist orische Entwickelung so 
annimmt: die Vermögensrente habe von ursprünglich wenigen Prozenten bis auf ein 
Drittel des Gesamteinkommens, vielleicht da und dort bis auf die Hälfte zugenommen; 
immer hängt der sociale Druck einer solchen Proportion von der Zahl der Besitzenden und 
Nichtbesitzenden ab. Wir werden aber annehmen können, daß neuerdings die Proportion 
fich eher wieder zu Gunsten des Arbeitseinkommens verschoben habe. Führen wir einige 
schätzende Rechnungen dieser Art an, so roh und wenig zuverlässig sie auch sein mögen. 
Nach einer Rechnung, die ich nach der englischen Einkommenstafel G. Kings für 
1688 machte, und nach den neueren Zahlen von Giffen wird man für England vielleicht 
die Prozente des Arbeits- und Vermögenseinkommens so schätzen können: 
Arbeitseinkommen Vermögenseinkommen 
1688 72 - 73 06 17-18 090 
1848 63, 37 , 
1881 66, 31,5, 
Zu ähnlichem Resultat wie die englische Proportion von 1881 komme ich für 
Norwegen nach Kiagers Einkommensstatistik von 1895, ebenso für Deutschland nach 
meiner Aufstellung oben (II S. 429). Fuür die Vereinigten Staaten hat Atkinson 
sogar nur 100/0 Vermögenseinkommen berechnet; seine Kritiker haben ihm aber bewiefen, 
es sei mindestens 32—3870/0. Für Sachsen hat E. Engel 1875 60: 40 berechnet, für 
Preußen sogar ein größeres Vermögens- als Arbeitseinkommen (letzteres nur zu 82,6 —2* 
dabei hat er aber nur die Löhne als Arbeitseinkommen, das Einkommen der Bauern, Hand⸗ 
werker, aller Unternehmer als Vermögensrente angesetzt; das ist nicht richtig. Bedeutungs⸗
	        

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Verkehr, Handel Und Geldwesen. Wert Und Preis. Kapital Und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung. Duncker & Humblot, 1904.
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