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Volkswirtschaftliches Quellenbuch

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Bibliographic data

Full text: Volkswirtschaftliches Quellenbuch

Monograph

Identifikator:
83457490X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-77841
Document type:
Monograph
Author:
Dühring, Eugen http://d-nb.info/gnd/118527797
Title:
Kritische Geschichte der Nationalökonomie und des Socialismus
Edition:
2., theilw. umgearb. Aufl.
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Grieben
Year of publication:
1875
Scope:
1 Online-Ressource (XII, [1] Bl., 595 S.)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Volkswirtschaftliches Quellenbuch
  • Title page
  • Autorenverzeichnis
  • Contents
  • Erster Teil. Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle
  • Zweiter Teil. Handel
  • Dritter Teil. Industrie
  • Vierter Teil. Weltwirtschaft und Handelspolitik
  • Fünfter Teil. Verkehr
  • Sechster Teil. Volkswirtschaftliche Zustände in den Vereinigten Staaten von Amerika
  • Index

Full text

57 
3. Die Bedeutung des Handels für die Volkswirtschaft. 
schaft sehr wichtig sein. Sichert und erleichtert der Handel den einzelnen Produzenten 
den Absatz, erobert er ihnen neue Absatzgebiete und führt ihnen die erforderlichen 
Rohmaterialien zu, so schafft er damit für die Volkswirtschaft die Grundlagen einer 
stetigen Weiterentwicklung der produktiven Arbeit. Erleichtert, verbessert und ver 
billigt er den einzelnen Verbrauchern den Bezug der Bedarfsartikel, so summiert sich 
das für die Volkswirtschaft zur zweckmäßigsten Organisation der Bedarfsversorgung 
des Volkes überhaupt. Diese Leistungen haben eine große volkswirtschaftliche Be 
deutung so lange und so weit, als die Kosten, die der Volkswirtschaft aus dieser 
Vermittlung erwachsen, nicht so hoch werden, daß man die in Frage kommenden 
Arbeiten ohne Vermittlung des Handels billiger bewirken könnte, und ferner so lange 
und so weit, als die technische Leistungsfähigkeit des Handels nicht so zurückgeht, daß 
ohne Vermittlung des Handels die ganze Arbeit besser und zweckmäßiger durch 
geführt werden könnte. Mit dieser Einschränkung muß man dem Handel eine sehr 
wichtige Stellung im Organismus der modernen Volkswirtschaft zuweisen und ihn 
als ein notwendiges und nützliches Glied in der Kette der wirtschaftlichen Tätigkeiten 
anerkennen. 
Da die Dienste des Handels nicht nur dem Inlands, sondern auch dem Aus 
lande zufließen, so ist bei Beurteilung seiner Bedeutung für die einzelne Volks 
wirtschaft weiterhin die Frage von Wichtigkeit, ob seine Arbeit mehr dem Auslande 
als dem Jnlande nützt oder gar das Gesamtinteresse des Inlandes benachteiligt. 
Denkbar ist das letztere. Praktisch wird es aber nur ausnahmsweise und nur vor 
übergehend werden. 
Übrigens sind das Einschränkungen, die nicht lediglich beim Handel zu machen 
sind. Auch bei der Produktion, beim Verkehrswesen usw. ist eine unwirtschaftliche 
Steigerung der toten Kosten und eine gelegentliche Benachteiligung der inländischen 
Interessen denkbar. 
Zu dem Gesagten treten noch andere Wirkungen des Handels hinzu, die der 
Volkswirtschaft im ganzen wesentlichen Nutzen bringen. Der Handel steht in inniger 
Beziehung zum Verkehrswesen. Genötigt, sich der Verkehrsmittel in umfassender 
Weise zu bedienen, treibt der Handel das Verkehrswesen zu immer höherer Leistungs 
fähigkeit, und die günstigen Wirkungen, die von einem leistungsfähigen Verkehrs 
wesen ausgehen, sind deshalb dem Handel mitzudanken, wie er andererseits aber 
auch mitverantwortlich ist für die nachteiligen Wirkungen, die einem solchen Verkehrs 
wesen zuzuschreiben sind. 
Dem Handel sind auch allgemeine kulturelle Wirkungen zuzusprechen. Er ver 
steht es, neue Bedürfnisse zu wecken, und verstärkt so den Antrieb zu wirtschaftlicher 
Arbeit, freilich nicht immer in Richtungen, die wünschenswert sind. Der Handel ruft 
mitunter so starke Interessengegensätze zwischen den Völkern hervor, daß eine Aus 
tragung mit den Waffen erforderlich wird, aber noch viel häufiger und allgemeiner 
verstärkt er das Bewußtsein gemeinsamer Kulturinteressen und das Bedürfnis nach 
einer friedlichen Entwicklung der Verhältnisse. Der Handel bringt die Völker in 
engere Berührung miteinander und schleift dadurch auch wahlberechtigte Eigentüm 
lichkeiten, aber noch viel mehr unberechtigte Vorurteile ab und erzeugt ein stärkeres 
Bedürfnis nach einheitlicher Rechtsgestaltung. 
Mit einem Wort, der Handel leistet der Kulturentwicklung und der Volks 
wirtschaft sehr wertvolle Dienste, hinter denen die gelegentlichen und vorübergehenden 
ungünstigen Wirkungen weit zurücktreten. Daran kann auch der Umstand nichts 
ändern, daß der Handel vielfach in der Praxis und in der Wissenschaft eine sehr 
ungünstige Beurteilung gefunden hat. Da in der Tat auch ungünstige Wirkungen
	        

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Die Theorie Der Volkswirtschaft. Verlag von Arthur Kade, 1912.
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