Digitalisate EconBiz Logo Full screen
  • First image
  • Previous image
  • Next image
  • Last image
  • Show double pages
Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

Kritische Geschichte der Nationalökonomie und des Socialismus

Access restriction


Copyright

The copyright and related rights status of this record has not been evaluated or is not clear. Please refer to the organization that has made the Item available for more information.

Bibliographic data

fullscreen: Kritische Geschichte der Nationalökonomie und des Socialismus

Monograph

Identifikator:
83457490X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-77841
Document type:
Monograph
Author:
Dühring, Eugen http://d-nb.info/gnd/118527797
Title:
Kritische Geschichte der Nationalökonomie und des Socialismus
Edition:
2., theilw. umgearb. Aufl.
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Grieben
Year of publication:
1875
Scope:
1 Online-Ressource (XII, [1] Bl., 595 S.)
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Contents

Table of contents

  • Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
  • Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)
  • Title page
  • Contents
  • Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes und der Einkommensverteilung
  • Viertes Buch. Die Entwickelung des volkswirtschaftlichen lebens im ganzen
  • Index

Full text

136 Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes u. der Einkommensverteilung. [1594 
Bartenbaues, der Nährmittelindustrie, der Konservierungskünste, der Kochkunst und des 
Handels hat dem Menschen seit lange eine bessere, vielseitigere, abwechslungsvollere 
Nahrung im ganzen verschafft; die Sitte und das ästhetische Gefühl hat unsere Mahl— 
zeiten verfeinert und veredelt. Die Ernährung ist für die einzelnen Berufe und Thätig— 
keiten längst entsprechend specialisiert. Und ein Teil der Forlschritte der oberen Klaffen 
ist auch auf die unteren schon übergegangen. Freilich noch nicht in dem Maße, wie 
es erwünscht wäre. 
Ich füge in dieser Beziehung einiges bei aus den Resultaten, zu welchen Dr. med. 
Grotjahn in seiner feinen, umfangreichen Arbeit über die neuesten Ernährungsverhältnisse 
gekommen ist. Er nimmt an, daß die älteren meist lokalen Typen der Ernähruͤng sich 
mehr und mehr in Auflösung befinden; sie waren verschieden nach den örtlichen Rahrungs— 
mitteln, meist eintönig aber genügend. Daraus hat sich ein neuer abwechslungsvoler 
Typus der Kost der Wohlhabenden herausgebildet, der quantitativ und quälitativ 
rationell ist. Der alte ländliche Ernährungstypus, besonders der der ländlichen Arbeiter, 
hat sich dadurch verschlechtert, daß die Leute alles Marktfähige zu Gelde machen müssen 
und so Eier, Käse, Milch, Hühner, Schweinefleisch, Fett vielfach weniger verzehren als 
früher, wodurch ihre starke Mehl- und Kartoffelkost erst irrationell und ungenügend 
wird. Die höher bezahlten Arbeiter nähern sich der guten freigewählten, mannigfachen 
Kost der Wohlhabenden (mehr Fleisch, Milch, Eier u. s. w.). Die große Schicht der 
Industriearbeiter steckt noch mitten im Übergang von der alten groben, einfachen 
Bauernkost zur seinern abwechslungsvollern der Wohlhabenden; sie essen nicht mehr 
genug Kartoffeln, Brot, Ole und Leguminosen und noch nicht genug Fleisch, Weizen— 
brot, Butter und Zucker. Die Auslösung der untern Klassen aus der Naturalwirt— 
schaft und den Zusammenhängen der früheren Gesellschaftsordnung, ihre Stellung auf 
ich, ihre neue Lebensführung auf dem Boden der Geldwirtschaft zeigt sich auch in der 
Ernährungsfrage als das schwierige Problem, das erst im Laufe von Genexationen 
einer befriedigenden Lösung nahe zu bringen ist. 
Fassen wir diese Bemerkungen zusammen mit allem, was wir über die Nahrungs⸗ 
nachfrage und ihre Ursachen anführten, so werden wir sagen können: die Ernährung 
der Völker und der Klafsen ist eine typische, oft in Jahrhunderten sich kaum ändernde 
Erscheinung; sie ist bedingt von Naturverhältnissen, inländischer Produktivn und 
Handel einerseits, von den Gewohnheiten und Wohlstandsverhältniffen andererseits, 
oder anders ausgedrückt von den Preisen und Kosten der Nährmitlel einerseits, dem ver— 
fügbaren Einkommen andererseits. Aus diesen zwei Elementen und ihrem Gegeneinander— 
wirken entsteht zu jeder Zeit ein Gleichgewichtszustand, der sich in Sitte, Gewohnheit 
und Lebenshaltung des Volkes und der Klassen fixiert und darum mit der Zähigkeit 
des Bestehenden fich zu erhalten sucht. Zumal wo er genügende und schmackhafte Rahrung 
bietet, kann nicht davon die Rede sein, daß die Nachfrage (bei gleicher Bevölkerung) 
eine ungemessen steigende sein könne. Wohl haben einzelne Staͤmme und Völker, einzelne 
Klassen und Individuen vereinzelt und zeitweise auch zu viel gegessen; aber im ganzen 
ist die nötige und begehrte Aufnahme von Eiweiß und Kohlehydraten eine gegebene, 
nicht großer Ausdehnung fähige. Wohl aber ist ein stets wachsendes Bedürfnis vor— 
handen, die Nahrung abwechslungsreicher, mannigfaltiger, künstlicher zu gestalten, die 
Genuß- und Reizmittel zu vervielfältigen, die Getränke genußreicher, schmackhafter zu 
machen, in die Freuden der Tafel allen möglichen ästhetischen Reiz und Lurxus 
einzufügen. Dadurch wird die Nachfrage in den oberen Klafsen eine ganz andere, fehr 
viel größere Geldmittel verlangende. 
Daneben gestaltet fich nun aber die Nachfrage durch Bevölkerungszunahme, 
steigende Schwierigkeit der Mehrproduktion häufig in ungünstiger Weise um; es tritt 
eicht der Fall ein, daß die unteren Klafsen die teuren Nahruͤngsmltel nicht mehn bezahlen 
können, daß vorübergehend oder auch dauernd eine Unterernährung eintritt, daß die 
weniger Wohlhabenden die Verfeinerung der Ernährung, wie die höhere Kultur sie fordert, 
nicht mitmachen können. Wo das geschehen ist, wie neuerdings in den meisten Ländern 
der alten Kultur, da kann erst wieder mit der allgemeinen Hebung des Wohlstandes,
	        

Download

Download

Here you will find download options and citation links to the record and current image.

Volume

METS METS (entire work) MARC XML Dublin Core RIS Mirador ALTO TEI Full text PDF EPUB DFG-Viewer Back to EconBiz
TOC

Chapter

PDF RIS

This page

PDF ALTO TEI Full text
Download

Image fragment

Link to the viewer page with highlighted frame Link to IIIF image fragment

Citation links

Citation links

Volume

To quote this record the following variants are available:
URN:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

Chapter

To quote this structural element, the following variants are available:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

This page

To quote this image the following variants are available:
URN:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

Citation recommendation

Verkehr, Handel Und Geldwesen. Wert Und Preis. Kapital Und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung. Duncker & Humblot, 1904.
Please check the citation before using it.

Image manipulation tools

Tools not available

Share image region

Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

Contact

Have you found an error? Do you have any suggestions for making our service even better or any other questions about this page? Please write to us and we'll make sure we get back to you.

What is the fourth digit in the number series 987654321?:

I hereby confirm the use of my personal data within the context of the enquiry made.