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Grundsätze der Volkswirtschaftslehre

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Bibliographic data

fullscreen: Grundsätze der Volkswirtschaftslehre

Monograph

Identifikator:
834699508
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-88487
Document type:
Monograph
Author:
Zauschner, E.
Title:
Die Zollgesetze der österreichisch-ungarischen Monarchie nach dem gegenwärtigen Stande der Gesetzgebung nebst allen auf die Einhebung und Verwaltung der Zölle Bezug habenden Vorschriften und Erlässen
Place of publication:
Wien
Publisher:
Beck
Year of publication:
1871
Scope:
1 Online-Ressource (LVII, 525 S.)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Grundsätze der Volkswirtschaftslehre
  • Title page
  • Contents

Full text

9. Kap. Die Güterconsumtion im allgemeinen. 
141 
Genüsse mittelst Leiden und schädlicher Wirkungen für dritte ermöglicht werden. 
Dahin gehört die Anfertigung von Kleiderstoffen in Farben, die nur mittelst 
gesundheitsschädlicher Vorgänge hergestellt werden können. Ebenso verdam- 
menswerth ist es aber auch, Parke oder Jagdgebiete durch die Zerstörung 
der Wohnungen und der Anwesen armer Leute zu schaffen, ohne daß für 
diese letztern in entsprechender Weise Sorge getragen wird 1 . 
Die Frage ob und inwieweit der Luxus etwas volkswirtschaftlich Nütz 
liches sei, ist verschieden beantwortet worden. Dieselbe ist indessen nicht schwer 
lösen. So sehr es anerkannt werden muß, daß der übermäßige wie 
der raffinirte Genuß den Einzelnen zu sittlichem Nachtheil gereichen können, 
und daß solche Uebertreibungen insofern auch ein volkswirtschaftliches Uebel 
werden, als die Schaffenskraft und der Fleiß der Betreffenden infolge über- 
triebenen Genußlebens abnehmen und als Arbeitskräfte und Kapital der Er 
wägung nützlicher Gegenstände entzogen werden, welche, wenn in größerer 
Menge erzeugt und dadurch verbilligt, auch in weit größerem Umfange con- 
şumìrt würden und einer weit größern Anzahl von Menschen Wohlbehagen 
und Kraft verschaffen könnten 2 , so muß doch andererseits auch betont 
werden, daß der Luxus, soweit er nicht unmoralisch wird und unmoralisch 
^îŗkt, die bedeutendsten wirtschaftlichen Vortheile hervorbringt. Es ist un 
bestreitbar, daß der Consum von Gegenständen, deren geschmackvolle Form bei 
ber Herstellung große Geschicklichkeit sowie zeitraubende Arbeit erfordert und 
deshalb vielen Arbeitern Beschäftigung gibt und so hohe Löhne verschafft, wie 
şie nur den begabtern und geübtern Arbeitern gezahlt werden, an und für 
şich volkswirtschaftlich nützlich ist. Die Talente der mit der Herstellung solcher 
Gegenstände beschäftigten' Menschen würden ohne das Luxusbedürfniß der 
Reichen keine Verwerthung finden. Wer wollte nicht die hohe Bedeutung 
anerkennen, welche die Lyoner oder Krefelder Seidenindustrie, die Hanauer 
^ijouteriewarenfabrikation, die hoch entwickelte Mosaikindustric der Städte Florenz 
und Nom und die Verfertigung von Glaswaren der gefälligsten Art, wie sie in 
knedig und in Böhmen betrieben wird, für die betreffenden Länder und Gegenden 
huben t Und wie vielen Menschen verschaffen die persönlichen Dienstleistungen, 
welche ein luxuriös entwickeltes Culturleben mit sich bringt, einen sehr aus- 
' Der Ausdruck .Luxus' wird in verschiedenem Sinne gebraucht. Adam smith 
IJ- versteht darunter alles dasjenige, was nicht zu dem für den Lebensunterhalt un- 
im/T Nöthigen gehört und nicht zu den Gütern zu rechnen ist. die selbst fur die 
untersten Volksklassen zu einem angemessenen Lebensunterhalt unentbehrlich erscheinen. 
¿ Ņìan bedenke z. B., wie Vortheilhaft es wäre, wenn in China das für Lpium 
wendete Geld für die Beschaffung von Lebensmitteln und zu Wohlthätigkeitszwecken, 
wnders zur Ernährung und Erziehung der zahlreichen ausgesetzten Kinder aus- 
%WOen würde.
	        

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Der Produktionsprozeß Des Kapitals. J. H. W. Dietz Nachf., G. m. b. H., 1928.
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