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Währung und Handel

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Bibliographic data

Object: Währung und Handel

Monograph

Identifikator:
836084659
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-28892
Document type:
Monograph
Author:
Ricardo, David
Title:
Oeuvres complètes
Place of publication:
Paris
Publisher:
Guillaumin
Year of publication:
1847
Scope:
1 Online-Ressource (XLVIII, 752 S)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Währung und Handel
  • Title page
  • Contents

Full text

— 348 - 
Alle diese Versieht,smassregeln haben aber in Wahrheit 
gar nicht den Zweck, einen Goldahiiiiss zn verhindern, sondern 
sie sollten lediglich deshalb ergrüben werden, um die voll 
ständige Sättigung des Verkehrs mit Gold möglichst rasch 
durchführen zu können. Je weniger Goldmünzen man für 
fremde Schmelztiegel prägen muss, desto rascher hat man den 
wirklichen normalen Goldumlauf im Lande erreicht. Eine 
Gefahr für die Durchführbarkeit der Goldwährung kann aber 
selbst daraus, dass man diese Vorsichtsmassregeln nicht ergreift 
und Gold also wirklich abströmt, nicht im Entferntesten er 
wachsen , vorausgesetzt natürlich, dass man im Besitze genü 
gender Baarmittel ist, um die unbedeckten Noten einzulösen. 
Der Verkehr , dem man das papierno Umlaufsmittel nimmt 
und dem zum Ersätze desselben kein anderes als das goldene 
übrig bleibt, wird sich dieses goldene nicht nehmen lassen, 
sich keinesfalls mehr davon nehmen lassen, als er wirklich 
entbehren kann. 
’) In Seyd’s sonst von genauer Faclikenntniss zeugender Darstellung 
der Gesetze des Geldverkehrs obwaltet eine bedauerlielic Regriffsver- 
w'irrung zwischen Geld und Capital. Ini internationalen Verkehre ist ihm 
Armiith und Reichthuni, Bedürfniss oder Ueherfluss an Geld gleichbedentend 
mit Armuth oder Reichthum überhaupt. Und aus diesem grundsätzlichen 
Fehler erklären sich zahlreiche Widerspruche in den sonst so schätz 
baren Auslührungen dieses Verfassers. So behauptet er z. B. knapp hinter 
einander, dass die international armen Nationen im Gegensätze zu den 
international reichen fortwährend geldbedürftig seien, dass das Geld von ihnen 
immer abstrome und dass das Geld dort hi A ströme, wo der Zinsfuss am 
höchsten ^sei. Es sind das ebensoviel logische Widersprüche. Wenn Geld 
dorthin strömen würde, wo der Zinsfuss am höchsten ist, so müsste es nicht, 
wie Seyd meint, von den international armen nach den international reichen, 
sondern umgekehrt stets von den reichen zu den armen Ländern in Bewegung 
sein. Und ebenso ist es nicht recht erklärlich, dass das Geld regelmässig von 
dort abHiessen soll, wenn man dessen gerade am dringendsten bedarf. Die 
Wahrheit ist, dass die internationalen Geldströmungen weder mit der Frage 
des Reichthums noch direct mit der Frage des Zinsfusses etwas zu thun 
haben. Um hier wohl zu unterscheiden, muss man sich vor Augen halten: 
erstlich, dass ein geldreiches oder ein geldarmes Land deshalb allein noch 
durchaus nicht reich oder arm im Allgemeinen zu sein braucht, ja dass, wie 
im V. Capitel des I. Buches einmal bereits nachgewiesen wurde, in der Regel 
die reicheren Länder verhältnissmässig geldärmer sind als die ärmeren. Das 
Geld allein ist ebensowenig der Repräsentant des Capitals oder auch des Ver 
mögens des Einzelnen wie eines gesammten Landes, als dies beispielsweise
	        

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Währung Und Handel. Manz, 1876.
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