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Lexikon der Handelsgeographie

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Bibliographic data

fullscreen: Lexikon der Handelsgeographie

Monograph

Identifikator:
861747917
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-44176
Document type:
Monograph
Author:
Vandervelde, Emile http://d-nb.info/gnd/118803905
Title:
Die Entwickelung zum Socialismus
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Verlag der Socialistischen Monatshefte
Year of publication:
1902
Scope:
1 Online-Ressource (231 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Lexikon der Handelsgeographie
  • Title page
  • Contents

Full text

44 
Belgien (Areal und Bevölkerung; Urproduktion: Ackerbau). 
konstitutioneller Negierung, umfaßt, in 
neun Provinzen geteilt, ein Areal von 
29,455 qkm (534,9 QM.) mit (i87o) 
5,536,140 Einw. (fast sämtlich Katholiken ; 
daneben ca. 15,000Protestanten nnd3000 
Juden, beide zur größer» Hälfte in den 
Provinzen Antwerpen »»b Brabant). 
Bon fremden Staatsangehörigen wurden 
1866 gezählt 98,096, worunter 39,479 
Holländer, 32,021 Franzosen, 20,701 
Deutsche, 3003 Engländer. Im N. ist die 
Bevölkerung vlämisch, im S. wallonisch. 
Auf jene kommen etwa 54, auf letztere 
44 Proz. Bon den 5,336,185 Bewohnern 
des Jahrs 1876 sprachen 2,256,860 fran- 
3Ö|ifd), 2,659,890 ülmni#, 340,770 beibc 
Sprachen, 38,070 deutsch. Die offizielle 
Sprache ist die französische. — Von 1841 
bis 1866 wanderten49,953 Personen mehr 
aus als ein, von 1867—78 aber 50,610 
Personen mehr ein als auö; die höchste 
Ziffer erreichte die Mehreinwanderung 
1870mit9245 Personen. B.ist daöbeiwei 
tem am dichtesten bevölkerte Land Europas : 
eö kommen ans 1 qkm 188 Bewohner. 
Urproduktion. 
Der Landbail hat sich unter nicht sehr 
günstigen Lokalverhältnissen zu einer hohen 
Stufe der Entlvickelung gehoben; eö sind 
von der Gesaiiltflächc 85,3 Proz. produktiv 
und nur 14,7 Proz. unproduktiv. Zu dem 
letzternTeil gehört namentlich die mit Moo 
ren gefüllte »Campine«, eine Hochebene in 
dem nördlichen Teil der Provinzen Ant 
werpen und Limburg. Es entfallen auf: 
Ackerland • 49,3 Prozent 
Garten - und Weinland. - 4,o - 
Wiesen und Weideland. . 17,u - 
Waldungen 15, o 
Dank der musterhaften Kultur ist der 
Ertrag der Ländereien ein sehr großer, 
dennoch bedarf das Land stets einer be 
deutendeil Einfuhr von Brotkorn. Die 
Ernteerträge von Cerealien schwankten in 
den letzten Jahren zwischen 20,5 und 26,2 
Mill. hl. Im Jahr 1877 wurden 22,67 
Mill, hl geerntet und zwar: 
_ Weizen .... 5,75 Mill. Hcktol. 
Spelz 2,46 - 
Roggen 5,95 
Gerste 1,27 
Hafer 7,24 - 
Aber dieser Ertrag, welcher den des 
rößern Nachbarlands Holland um ca. 
0 Mill, hl übersteigt, genügt bei weitem 
nicht dem Bedarf der Bevölkerung, und 
große Mengen von Getreide aller Art, 
jährlich zwischen 500 und 600 Mill, hl, 
müssen ans andern Ländern zugeführt 
werden. Der Wert der Einfuhr von Ge 
treide nild Brotstoffen bezifferte sich 1877 
auf 199,6 Mill. Mk. lind zwar: 
Weizen und Spelz •. . . . 84,7 Mill. 
Roggen 25,8 - 
Gerste 24,6 - 
Hafer, Mais rc. .... 19,2 - 
Hiilsenfriichte 3,5 - 
Mehl, Teigwaren .... 41,8 - 
Dagegen wurde nur für 64,5 Mill. Mk. 
Getreide ausgeführt, wovon auf Weizen 
allein 24,5 Mill. Mk. entfallen. Einem 
durchschnittlichen Jahresimport von 183 
Mill. Mk. steht eine Ausfuhr von nur 
54.8 Mill. Mk. gegenüber, so daß der Mehr 
aufwand für Brotfrüchte sich auf jähr 
lich 128,2 Mill. Mk. beziffert. Hinsichtlich 
der wichtigsten Bezugs- und Absatzländer 
liegen folgende Angaben für 1878 vor 
(Wert in Millionen Mark): 
Einfuhr Ausfuhr 
Frankreich 27,6 14,3 
England 2,8 — 
Niederlande — 1,9 
Deutschland 13,7 5,i 
Vereinigte Staaten . . 28,7 
Die sehr bedeutende Einfuhr auö Rußland 
ist ziffermäßig nicht anzugeben; beträcht 
lich aber wächst die der Vereinigten Staa 
ten (von 241,4 Mill, kg in 1878 auf 
451.8 Mill, kg in 1879), welche schon die 
übrigen Importländer zurückzudrängen 
anfangen, ivas den Rilf nach Schutzzöllen 
seitens dcr Landbaucr znrFolge gehabt hat. 
Der Getreidehandel überhaupt zeigte in 
jüngster Zeit folgende Bewegung (in Mil 
lionen Kilogramm): 
Einfuhr Ausfuhr 
1877: 821,7 279.3 
1878: 1087,7 397,9 
In dem letzter» Jahr hatte die Ein- 
fuhr einen Wert von 231,1 Mill. Mk., die 
Ausfuhr von 78,5 Mill. Mk., so daß das 
Land eine Summe von 153 Mill. Mk. zur 
Bestreitung seiner Bedürfnisse in dieser 
Richtrmg aufzubringen hatte. — Dagegen
	        

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Lexikon Der Handelsgeographie. Verl. des Bibliogr. Inst., 1882.
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