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Recht der Schuldverhältnisse (Bd. 2)

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Bibliographic data

fullscreen: Recht der Schuldverhältnisse (Bd. 2)

Monograph

Identifikator:
862226767
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-44950
Document type:
Monograph
Author:
Hochstetter, Franz http://d-nb.info/gnd/1018825304
Title:
Die wirtschaftlichen und politischen Motive für die Abschaffung des britischen Sklavenhandels im Jahre 1806/07
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1905
Scope:
1 Online-Ressource (120 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • J. v. Staudingers Kommentar zum Bürgerlichen Gesetzbuch und dem Einführungsgesetze
  • Recht der Schuldverhältnisse (Bd. 2)
  • Title page
  • Contents
  • Allgemeiner Teil. §§ 241 - 432 erläutert von Dr. Ludwig Kuhlenbeck
  • Besonderer Teil. §§ 433 - 661, 705 - 758, 779 - 811 erläutert von Dr. Karl Kober; §§ 662 - 704, 759 - 778, 812 - 852 erläutert von Dr. Theodor Engelmann

Full text

44 
I. Abjhnitt: Inhalt der Schuldverhältniffe. 
Wenn dagegen die Unmöglichkeit zu denjenigen Tatjadjen gehört, weldhe den 
Riageaniprug begründen, z. B. bei einem Schadenseriaganfprucdhe wegen Nidterfüllung, 
io tritt nad & 282 eine Menderung der allgemeinen BeweiZmarime zugunften des Kläger? 
sin, Der Kläger braucht nämlihH nicht zw beweifen, daß die Unmöglichkeit die Folge eine8 von 
dem Schuldner zu vertretenden UmitandesS ift, vielmehr hat umgekehrt der Schuldner den 
SHegenbeweis zu liefern, daß er den Umitand, defjen Folge die Unmöglichkeit der Leijtung Hit, 
nicht zu vertreten Hat, Diefe Umkehrung der Beweislaft, die übrigenz auf demfjelben Gedanken 
Jeruht, zufolgedefjen anderfjeitz bei Einrede- der Wichterfülung des Verirag3 der Kläger 
den Beweis der Erfüllung zu führen Hat, bildet einen Vorteil für ale SchadenZerfaßkllagen 
wegen Nichterfüllung von Berbindlichleiten, während hei deliktijghen Schadenszerfagklagen der 
Rläger regelmäßig aud daz VBerfchulden bzw. die Vertretungspfliht des Beklagten zu beweifen 
Sat, auzgenommen in dem Falle des & 831, in welchem ebenfalz die Beweislaft zugunftef 
be8 Mläger8 umgekehrt ft. €E3 genügt in ber Kegel, daß der Schuldner beweift, daß er den 
Umftand, der die Unmöglichkeit verurjacht, nicht verfguldet Hat; erft wenn Kläger einen 
jefonderen Grund weitergehender, Über da3z VBerfehuldungsSprinzip hinausreidhender Berz 
‘retung3Spflicht geltend macht, wird er aud) die weitere Megative, daß ein folder HaftungsS- 
zrund nicht vorliegt, zu beweifjen haben. 
YNebrigen8 tfann fig der Kläger f{tet3 den BeweiZ der Unmöglichleit felbfjt erfparen, 
yenn er zunächit auf Erfüllung Magt und dann den in S 283 vorgezeichneten Weg einjhlägt 
Bal. Pland, Komm. II S. 87, 
VII Stelvertretendes commodum (die Erfahleiftung nah S 281) :*) 
Der Umijtand, welcher die Unmöglichkeit einer Leiftung bewirkt, Kann zugleich dem 
Bermögen des Schuldner einen Erfaß oder eine Erfagforderung zuführen. Hauptfäle eines 
iolden Erjage3 find: die BerficherungsentjHädigung, die Enteignungsfumme, der Schaden3- 
srjaß, den ein Dritter wegen einer {Huldhaften oder doch zur Entjhädigung verbflihtenden 
Dandlung bzw. wegen einer Bertrag3verlegung zu leiften Hat (Vertragsftrafe), Die gemein: 
techtlidhe Theorie bezeidnet einen folden Bermögenzerfag als jtelvertretendeS commodum 
and fpriht ihn, unter Anwendung des Grundjakes: Commodum ejus esse debhet, cujus 
periculum est, dem Gläubiger zu, wenn der Schuldner durch die Unmöglichkeit der Leiftung 
irei mird, der Gläubiger aljo da3 periculum trägt. Val. Mommfen, Beitr. I S. 297 ff., 
Erörterungen I S. 76 ff. Sie beigränkt aber diefen Anjpruch ‚des Gläubiger3 auf das 
Surrogat auf den Fall des eigentlidhen casus, {priht ihn alfo dem Gläubiger ab, menn die 
Unmöglichteit der Leiftung durch einen vom Schuldner zu vertretenden Umftand verurjacht Mt. 
DaZ BGB. dagegen gibt dem Gläubiger diefen Anfprudh fowohHl im Falle des S 276 
al8 auch im Falle des 8 280, d.h. au dann, wenn ihm für die unmöglich gewordene 
Zeiftung der volle SchadbenZerjaß megen Nichterfüllung zufieht; doch mindert fih nach Abj. 2 
e8 $ 281 in leßterem Falle die zu leiftende Ent{Hädigung um den Wert de tatjächlich 
zrlangten Surrogat3. Im übrigen fjebt au das BGB. eben]o wie daS gem. Hecht voraus, 
daß der vom Schuldner erlangte BermögenZvorteil fi alZ eine Folge des Umftandes 
saritellt, der feine Seiftung unmöglich macht, als! ein zunächft für iHn beftimmter Schhaden$- 
au8gleid, nicht als ein Nequivalent, dazZ er ih dur ein bejondereS auf eigene Kifiko 
abgefhloffenes ReHt$gejhäft verjhafft Hat (lucrum ex re, nicht Iucrum ex negotiatione 
perceptum); zivar braucht der SchadenZausgleidh (da3 Surrogat) feineSweg3 die unmittelbare 
Rechtswirkung des Umftande8 zu fein, der die Unmöglichleit der Letjtung verurjacht (mie 
j- 3. der EnteignungSanfpruch), er kann au dırryh ein vorhergehendeS Kecht3gefhäft des Schuld- 
ner? vermittelt jein; doch muß leßtereS auf Sicherung eines Erfjaße3 gerichtet fein (Verfiche: 
rungSvertrag); beim BerficherungSvertrag erjHeint die EntihädigungsSfumme nicht als Gegen: 
vetjtung für die gezahlte Prämie (Nequivalent), jondern als Erjaß für den eingetretenen 
BermögensS{haden; diejer Erfag ift zwar einerfeit3Z durch Bertrag und die Prämienzahlung, 
*) QZiteratur: Riidh, Unmöglichkeit S. 198 f.; Tige, Unmöglichkeit S. 114 fi.; 
Brit. VBierteliichr. 45, S. 380 ff.
	        

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Recht Der Schuldverhältnisse. Schweitzer, 1910.
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