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Die deutsche Hausindustrie

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Bibliographic data

fullscreen: Die deutsche Hausindustrie

Monograph

Identifikator:
1003351123
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-16006
Document type:
Monograph
Author:
Koch, Heinrich
Title:
Die deutsche Hausindustrie
Edition:
Zweite, bedeutend erweiterte Auflage
Place of publication:
M. Gladbach
Publisher:
Volksvereins-Verlag GmbH.
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (294 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Achtes Kapitel. Hilfe von aussenstehenden Kreisen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Die deutsche Hausindustrie
  • Title page
  • Contents
  • Erstes Kapitel. Begriff und Einteilung der Hausindustrie
  • Zweites Kapitel. Die Entstehung der Hausindustrie
  • Drittes Kapitel. Umfang der Hausindustrie in Deutschland
  • Viertes Kapitel. Wirtschaftliche und soziale Zustände in er Hausindustrie
  • Fünftes Kapitel. Volkswirtschaftliche und soziale Bedeutung der Hausindustrie
  • Sechstes Kapitel. Staatshilfe
  • Siebtes Kapitel. Selbsthilfe
  • Achtes Kapitel. Hilfe von aussenstehenden Kreisen
  • Index

Full text

246 
VIII. Kap.: Hilfe von außenftehenden Kreifen 
Anzahl folcher Ver|uche finden fich z. B. im Eifenacher Oberland. Zur Er 
lernung feinerer Waren fandte die weimarifche Regierung Arbeiter in eine 
Korbwarenfabrik, um dann belehrend auf die Arbeiter in der Heimat zu wirken. 
Zugleich wurde die Anpflanzung von Korbweiden in der Nähe der Arbeitsftätten 
behördlich gefördert. Im Städtchen Oftheim wurde faft ganz auf Koften 
der Großherzogin von Sachfen 1884 eine Lehrwerkftätte für die dortigen 
Plüfchweber eingerichtet und das Lehrlingswefen einer „Kommiffion zur 
Hebung der Weberei“ anvertraut. Die gefchäftliche Leitung lag in den Händen 
eines Elberfelder Fabrikanten. Doch war die Mühe vergebens. Nach anfäng 
licher Blüte— 1887 und 1888 wurden fogar Filialen der Werkftätte in der ganzen 
Umgegend errichtet — ging feit den 90er Jahren die Plüfchweberei immer mehr 
zurück. Auch die Lehrwerkftätte konnte nicht mehr helfen und ging 1902 
ein. *) Schließlich findet fich in dem kleinen Rhönbezirk noch eine ftaat- 
lich geförderte Zeichen-, Modellier- und Holzfchnitzfchule. Der Leitei erteilt 
koftenlofen Unterricht und hat auch die Werkftätten der Schnitzer zu be- 
fuchr n, um ihnen an die Hand gehen zu können. Auch hier fendet die Re 
gierung begabte junge Leute zur Ausbildung ins Ausland. Der Vertrieb der 
gefchnitzten Waren wird von der Schulkommiffion beforgt. 
Andtre Fachfchulen find verbunden mit Ausftellungshallen für die Erzeug- 
niffe der Hausinduftrie, fo zu Berchtesgaden für Holzbearbeitung, oder fie 
veranftalten, wie die Oberammergäuer Schnitzfchule, alljährlich Ausheilungen. 
Eine Gewerbehalle zur Ausftellung und zum Verkauf der Erzeugniffe befitzt 
neben einer Lehrwerkftätte für Elfenbeinfchnitzerei Erbach im Odenwald. Die 
dem polytechnifchen Zentralverein zu Würzburg gehörende HoIzfchnitzfchuL 
Bifchofsheim bahnt den Weg zum Kunftgewerbe. 
Zu denälteften Fachfchulen gehört wohl die Geigenmacherfchule von 1858 
zu Mittenwald in Oberbayern. Großen Einfluß auf die gewerbliche Entwick 
lung des Schwarzwaldes hatte die 1850 durch die Regierung begründete, 1878 
neu errichtete Uhrmacherfchule zu Furtwangen, die eine Reihe von Jahren 
Mittelpunkt der gefamten Hausinduftrie war. Freilich vermochte fie den Über 
gang der Hausinduftriellen zu Außenarbeitern der Fabriken nicht zu hindern. 
Dagegen wurde gelegentlich der Darftellung der Eifler Genoffenfchaften 
bereits erwähnt, wie fegensreich dort die Lehrkurfe in der Drahtinduftrie 
wirkten. 
So finden fich faft in allen Hausinduftrien — außer den erwähnten z. B. 
noch in der Spielwaren-, felbft der Webinduftrie — Verfuche, dem Nachwuchs 
eine gute, womöglich beffere Schulung zu geben. Berechtigung und Zweck 
l ) K u 1 I m a n n bei Arndt, Die Heimarbeit !I 183.
	        

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Die Deutsche Hausindustrie. Volksvereins-Verlag GmbH., 1913.
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