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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
876375174
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-1989
Document type:
Monograph
Author:
Lilienthal, Johann
Title:
Fabrikorganisation, Fabrikbuchführung und Selbstkostenberechnung der Firma Ludw. Loewe & Co. Actiengesellschaft, Berlin
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Verlag von Julius Springer
Year of publication:
1907
Scope:
1 Online-Ressource (XI, 220 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Das Betriebs - Kontobuch.
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

- ■ 
Apfelwein 
28 
Aprikosenkerne 
men. Die kugelrunden, oft etwas abgeplatteten 
Früchte sind von einer hellgelben bis dunkel 
rotorangen Schale umgeben, welche ein wohl 
riechendes ätherisches Öl, das Apfelsinenöl, 
enthält. Darunter folgt eine weiße, schwammige 
Schicht, die Pulpa, aus welcher ein weißer, kri 
stallisierbarer Bitterstoff, das Hesperidin, ab 
geschieden worden ist, und, schließlich das saf 
tige Fruchtfleisch, welches seinen säuerlichsüßen 
Geschmack einem Gehalte an rund i o/ 0 Zitronen 
säure und 5—6 o/o Zucker verdankt. Mit zu 
nehmender Reife wächst der Zuckergehalt und 
der süße Geschmack. Als Zeichen der Güte gilt 
dünne Schale und hohes Gewicht, doch gibt es 
auch eine sehr geschätzte kleine Sorte mit gelb- 
roter Schale und rotem Fleisch, die erst im 
vorigen Jahrhundert bei uns bekannt gewordene 
Mandarinenorange oder Blutapfelsine. 
Die A. werden in Kisten versandt und zur Her 
stellung von Marmelade benutzt, meist aber roh 
verzehrt. Als beste Sorten gelten die von Malta, 
Genua und dem Gardasee. 
Apfelwein (Apfelwein, Cider, frz. Cidre, 
engl. Cyder), die wichtigste Sorte Obstwein, 
wird aus dem ausgepreßten Safte der Äpfel 
durch Gärung gewonnen. Während aber bei 
der Traubenweinbereitung mit wen : g Ausnah 
men der edelste Wein da erzielt wird, wo jede 
Sorte für sich gesondert gekeltert wird, ist 
bei der Bereitung des A. die Benutzung ver 
schiedener Sorten geradezu Erfordernis für die 
Erzielung eines guten Produkts. Das Obst wird 
zerrieben und der Troß genannte Brei nach 
12—48 Stunden langem Stehen in bedeckten 
Kufen ausgepreßt, worauf die Gärung von selbst 
eintritt. 100 kg Äpfel geben 70 bis 120 1 Most. 
Zur Ausgleichung des Geschmacks ist der Zu 
satz geringer Mengen Wasser und Zucker zu 
lässig, hingegen ist die Verwendung der in den 
Ausführungsbestimmungen zu § 10 des Wein 
gesetzes vom 7. April 1909 aufgeführten Stoffe, 
insbesondere von löslichen Aluminiumsalzen, 
Bariumverbindungen, Borsäure, Glyzerin, Sali 
zylsäure, unrejnem Stärkezucker, Teerfarben usw. 
verboten (s.Wein). Der A. ist selten länger als 
sieben Jahre haltbar, wird aber gewöhnlich 
schon binnen Jahresfrist genossen und in Fässern 
versandt. Einen besonderen Ruf genießt der 
Frankfurtcr A. Die hauptsächlichsten Ernte 
gebiete sind Hessen, Württemberg, Baden und 
neuerdings auch Sachsen, im Auslande die 
Schweiz, England, Normandie und Pikardie. 
Apiol, der kristallinische, kampferartige Be 
standteil aus dem ätherischen Öl der Petersilien 
früchte, welcher bei 30 0 schmilzt und bei 294 0 
unzersetzt siedet, ist in Wasser unlöslich, leicht 
löslich in Alkohol, Äther und fetten Ölen, besitzt 
schwachen Petersiliengeruch und findet thera 
peutische Anwendung gegen Wechselfieber als 
Ersatz des Chinins und gegen Menstruations 
beschwerden. 
Apollinaris, das bekannte kohlensaure Mineral 
wasser der Apollinarisquelle bei Remagen, welche 
nach Mitteilungen des „Mineralwasserfabrikant'' 
1901, Nr. 38 einer rein englischen A.-G. oder 
ihrer Tochtergesellschaft gehört. Das Wasser, 
welches in ungeheuren Mengen, besonders nach 
England, versandt wird, in Deutschland aber, 
weil es enteisent und mit Kohlensäure gesättigt 
wird, nicht als natürliches Mineralwasser be 
zeichnet werden darf, enthält in i kg 2,676 g 
gelöste Stoffe, nämlich 1,3521 g Natriumbikarbo 
nat, 0,3755 g Kalziumbikajrbonat, 0,5756 g Mag 
nesiumbikarbonat, 0,0167 ff Ferrobikarbonat, 
0,3765 g Natriumchlorid, 0,2126 g Natriumsulfat 
und 0,0137 g Kieselsäure. 
Apomorphin (lat. Apomorphinum, frz. Apo- 
morphine, engl. Apomorphin), ein Zersetzungs 
produkt des Morphins, entsteht aus diesem durch 
Einwirkung heißer überschüssiger Salzsäure 
unter Druck als weiße kristallinische Masse, 
welche an der Luft bald grün wird und sich in 
Äther und Benzol mit roter, in Chloroform mit 
violetter Farbe löst. Das A. ist eines der hef 
tigsten Brechmittel und äußert diese Wirkung 
schon beim Einspritzen unter die Haut. Zu 
medizinischen Zwecken verwendet man ge 
wöhnlich das Chlorwasserstoffapomorphin 
(salzsaures A., lat. Apomorphinum muri- 
aticum s. hydrochloricum). 
Aprikosen (Marillen, Maletten, frz. Abri- 
cots, engl. Apricots), die Steinfrüchte des Apri 
kosenbaums, Prunus armcniaca oder Arme- 
niaca vulgaris, eines in, Armenien, China und 
Japan einheimischen Baumes, der -in Italien, . 
Deutschland, Österreich, Frankreich angebaut 
wird, besitzen eine sammetartig behaarte Schale 
und eine meist kugelförmige Gestalt (Muska 
teller- und Mandel-A.), doch gibt es auch platt 
gedrückte und eiförmige Sorten (Pfirsich-A.). 
Von der großfrüchtigen, spätreifenden echten A. 
unterscheidet man die einseitig gefurchten, auf 
der Sonnenseite geröteten Früchte von gelber 
Grundfarbe; sie haben ein charakteristisches 
Aroma und enthalten an Geschmackstoffen neben 
6—7 0/0 Zucker etwa 1 0/0 freier Säure, welche 
sich in wechselnder Menge aus Zitronensäure 
und Äpfelsäure zusammensetzt. Sie müssen zur 
Vermeidung von Verletzungen einzeln gepflückt 
(nicht geschüttelt) werden und dienen, abgesehen 
von den frisch in den Handel kommenden, zur 
Herstellung von Marmelade, Dörrobst (s. d.) 
und, besonders in England, auch von Apri 
kosenwein. 
Aprikosenäther, ein in der Konfektfabrikation 
benutzter künstlicher Fruchtäther, der aus einer 
alkoholischen Lösung von Chloroform, Butter 
säureäthyl- und -amylester und einigen anderen 
Riechstoffen besteht.- 
Aprikosenkerne oder -steine, die Steinkorne 
der A., welche einen nicht unwichtigen Handels 
artikel von zunehmender Bedeutung bilden, be 
sitzen eine eirunde, seitlich zusammengedrückte 
Gestalt und sind an einer Seite mit Kante ver 
sehen. Sie umschließen innerhalb ihrer harten 
Schale einen süßen oder bitteren Samenkern, 
der den Mandeln ähnlich, aber zum Unter 
schiede von diesen wesentlich kleiner, ungefähr 
so lang wie breit und flach herzförmig ist und, 
nicht eine rauhe (schilferige), sondern glatte 
Oberfläche besitzt. Die A. enthalten etwa 40 bis 
50 0/0 eines fetten Öls, die bitteren können auch 
zur Herstellung eines dem Bittermandelöl ähn 
lichen ätherischen Öles (durch Destillation) be 
nutzt werden. In der Hauptsache finden sie als 
sog. „Mandelersatz“ in der Konditorei sowie zur 
Verfälschung von Marzipan Verwendung. Der 
Nachweis gelingt mit Hilfe der mikroskopischen
	        

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Merck’s Warenlexikon Für Handel, Industrie Und Gewerbe. G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft, 1919.
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