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Grundzüge der Sozialpolitik

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Bibliographic data

fullscreen: Grundzüge der Sozialpolitik

Monograph

Identifikator:
876559135
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-1676
Document type:
Monograph
Author:
Borght, Richard van der http://d-nb.info/gnd/11625274X
Title:
Grundzüge der Sozialpolitik
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag von C. L. Hirschfeld
Year of publication:
1904
Scope:
1 Online-Ressource (XII, 566 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
I.Teil. Allegeines
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute
  • Title page
  • Contents
  • Erster Teil. — Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle
  • Zweiter Teil. — Handel
  • Dritter Teil. — Industrie
  • Vierter Teil. — Weltwirtschaft und Handelspolitik
  • Fünfter Teil. — Verkehrswesen
  • Sechster Teil. — Volkswirtschaftliche Zustände in den Vereinigten Staaten von Amerika
  • Autorenverzeichnis
  • Index

Full text

2. Die Phönizier. 
63 
2. Die Phönizier. 
Von Alexander v. Peez. 
Peez, Zur neuesten Handelspolitik. Wien, Kommissionsverlag von Georg Szelinski, 
*895. s. 308—309, s. 3*5—3(6, 5. 326 — 328 und 5. 335—337. 
Der Reisende, der zur Zeit der Blüte Phöniziens, etwa um das Jahr 1000 
vor Christus, zu Schiffe von Egypten, Kleinasien oder Griechenland sich der syrischen 
Küste näherte, machte alsbald die Wahrnehmung, daß er sich auf der belebtesten 
Seestraße des Altertums bewegte. Wie heutzutage im Kanäle zwischen Frankreich 
und England, tauchten am Horizonte über dem blauen Seespiegel zahllose Schiffe auf, 
kamen näher, entfemten sich oder kreuzten ihre Bahnen, Schiffe aller Art, einzeln 
oder in Schwärmen, rundbäuchige Kauffahrer, die man schwimmenden Magazinen 
vergleichen konnte, oder schlanke, mächtige Kriegsschiffe, die unter dem Schlage von 
Lunderten von Rudern mit einer sogar von unseren Dampfern nicht allzuweit über- 
troffenen Schnelligkeit dahinschossen. Alles verriet die Annäherung an einen Mittel 
punkt des Weltverkehres. Jetzt verkündet ein Iubelruf der Matrosen, daß ihr scharfes 
Auge einen Sonnenblih von der Goldkrone Melkarts erhascht hatte, dessen kolossale 
Bildsäule aus einem oben offenen Tempel von Tyrus emporragte. Bald gewahrte 
man die Zinnen der mächtigen Stadt, die wegen ihrer weißschimmcrndcn Gebäude 
nicht mit Anrecht den Namen „Silbertasse" erhalten hatte. Gewaltige Ringmauern, 
unmittelbar aus dem Meere aufsteigend und nur für zwei Läsen die nötigen Zugänge 
lassend, umschlossen die Insel. Am eine Ecke biegend, lief nun das Fahrzeug in den 
starkbefestigten Lasen ein, wand sich durch ein Gewimnrel von Schiffen und Booten 
hindurch und legte endlich an der ihm angewiesenen Stelle des Kai an. Das 
stolze Tyrus war erreicht. Wenn nun der Reisende das Schiff verließ, so führten 
ihn mächtige Treppen in breiter gewaltiger Flucht nach dem mit Säulenhallen, 
Tempeln und Palästen umsäumten Lauptplatze. Lier hatte ringsum die phönizischc 
Kunst ihr Schönstes und Bestes geleistet. Wie ein Schatzkästlein zierlich gebildet, 
erhob sich blendend das Stadthaus und nicht ferne davon der berühmte Tempel des 
Baal-Melkart. Brunnen sprangen, und Götterbilder sahen von der Löhe köstlicher 
Säulen herab. Tiefblau stand der Limmel über dem blanken, kunstvollen Steinwerke; 
doch wo die Glut der Sonne zu heftig brannte, da waren weite Purpurdecken über 
ganze Gassen gespannt. Allenthalben wogte ein unendlich reiches, farbenprächttges 
Leben und bot dem Reisenden ein Bild dar, zu welchem hinsichtlich der Anlage der 
Stadt nur Venedig, hinsichtlich der Völkertypen und des Geschäftslebens Konstanti 
nopel, Alexandria und Kalkutta zusammengenommen die Grundlinien liefern könnten. 
In seiner Blütezeit soll Tyrus 700000 Einwohner gehabt haben. Nördlich 
davon lag das kaum minder bedeutende Sidon, das mit Tyrus in der Führerschaft 
wetteiferte, und um diese beiden Doppelsterne ordneten sich die anderen Städte des 
kleinen, aber wunderbaren Landes, das von seinem schmalen Küstenstrich aus eine 
Welt von Arbeit und Produktion bewegte. Denn fast im ganzen Amfange der 
alten Welt beschäftigten die phönizifchen Reeder, Kaufherren und Großkapitalisten 
nah und fern, in Lande!, Bergbau, Landwirtschaft und Industrie vielleicht mehr 
Millionen Menschen, als ihr Land selbst Lundcrttausende zählte. 
Phönizien war gleichsam nur die Krone eines Baumes, dessen Zweige und 
Wurzeln sich über die alte Welt hinzogen. Den Stamm dieses Geflechtes bildeten 
die Kolonien: „Die Niederlassungen der Phönizier", sagt Curtius, „sind fast über 
den ganzen Erdkreis ergossen." 
Das einfachste Band zwischen dem Mutterlande und seinen Kolonien bildeten 
Lande! und Verkehr. Nach dem Propheten Ionas gingen täglich von Tyrus Schiffe
	        

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Volkswirtschaftliches Lesebuch Für Kaufleute. Verlag der Waldow’schen Buch- und Kunsthandlung (R. Wengler), 1905.
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