Digitalisate EconBiz Logo Full screen
  • First image
  • Previous image
  • Next image
  • Last image
  • Show double pages
Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute

Access restriction


Copyright

The copyright and related rights status of this record has not been evaluated or is not clear. Please refer to the organization that has made the Item available for more information.

Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute

Monograph

Identifikator:
879457236
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-16989
Document type:
Monograph
Title:
Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute
Place of publication:
Frankfurt a. O.
Publisher:
Verlag der Waldow'schen Buch- und Kunsthandlung (R. Wengler)
Year of publication:
1905
Scope:
1 Online-Ressource (XV, 514 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zweiter Teil. — Handel
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute
  • Title page
  • Contents
  • Erster Teil. — Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle
  • Zweiter Teil. — Handel
  • Dritter Teil. — Industrie
  • Vierter Teil. — Weltwirtschaft und Handelspolitik
  • Fünfter Teil. — Verkehrswesen
  • Sechster Teil. — Volkswirtschaftliche Zustände in den Vereinigten Staaten von Amerika
  • Autorenverzeichnis
  • Index

Full text

5. Die Kartelle. 
115 
8* 
der Kartellbildung verfolgten Zwecke auch wirklich zu erreichen. Auch hier gilt also 
der Sah, daß die Natur keine Sprünge macht. Es ist in dieser Beziehung sehr 
lehrreich, die Schilderung der Entstehung und des Werdegangs einer Reihe deutscher 
Kartelle zu lesen, die wir dem Verein für Sozialpolitik verdanken. Da zeigt sich 
deutlich, wie die Kartellbewegung mit innerer Notwendigkeit dem Ziele zustrebt, 
Organisationen zu finden, bei denen dem Erbfeind des individuellen Selbstintereffes 
jeder Schlupfwinkel verbaut wird, bei denen die Interessen der Einzelunternehmungen, 
aus denen das Kartell besteht, soweit als es irgend geht, in dem Interesse des Gesamt 
unternehmens aufgegangen sind, so daß Jnteressenkonflikte zwischen dem Ganzen und 
seinen Teilen möglichst ausgeschlossen sind. Das rheinisch-westfälische Kohlensyndikat 
z. B. steht gerade jetzt im Begriff, bei seiner Erneuerung einen weiteren wichtigen 
Schritt nach dieser Richtung zu tun, indem es seinen Mitgliedern das Recht nimmt, 
nach eigenem Ermessen mit der Erweiterung ihrer Produktionsanlagen vorzugehen. 
So erweitert das Kartell seinen Wirkungskreis auf Kosten der Einzelunternehmer und 
beschränkt die letzteren immer mehr in ihrer Selbständigkeit. Schon längst, ehe der 
sozialistische Zukunftsstaat daran denken kann, sie zu expropriieren, müssen es die Unter 
nehmer erleben, wie das Kartell sie bei Aufrechterhaltung der heutigen Wirschafts 
ordnung aus den wichügsten der volkswirtschaftlichen Funktionen, die ihnen anfänglich 
zu selbständiger Besorgung überlassen waren, entsetzt und verdrängt und sie oft nur 
noch als technische Betriebsleiter beläßt oder als eine Art von Kartellbcamten beschäftigt. 
Insofern läßt sich ein gewisser sozialistischer Zug bei den Kartellen nicht leugnen und 
nicht unrichtig hat sie ein amerikanischer Präsident einmal als den Sozialismus der 
Besitzenden bezeichnet. Sie sind sozialistische Organisationen zu nichtsozialistischen 
Zwecken. Bei vielen Kartellen werden den Verbandsorganen so weitgehende Rechte 
gegenüber den Mitgliedern eingeräumt, daß man von einem freien Unternehmertum 
kaum noch sprechen kann. Wollte etwa der Staat derartig weitgehende Rechte für 
sich in Anspruch nehmen, so würden wohl die Klagen der Industriellen über das 
Eindringen des Staates in ihre privaten Verhältnisse, über unerträgliche Beschränkung 
der persönlichen Freiheit und polizeiliche Reglementiererei kein Ende nehmen. Auch 
ist der Terrorismus der Kartelle der Unternehmer oft nicht geringer als der der 
Arbeitergewerkvcreine, um widerstrebende Elemente zum Anschluß und Beitritt zu zwingen. 
Uber den harten Zwang und die strenge Disziplin der Kartelle vermag die Unter 
nehmer indessen ein wichtiger Umstand zu trösten. Es kann keinem Zweifel unterliegen, 
daß die meisten der Industriezweige, die sich eine einigermaßen straffe Kartellorganisation 
gegeben haben, dadurch ihre wirtschaftliche Lage erheblich gebessert haben. Insofern hat 
die Umwandlung „der Privatwirtschaft der getrennten Einzelbetriebe in die Privat 
wirtschaft der vereinigten Einzelbetriebe" ihren Zweck erreicht. Die Lage der kartellierten 
Industrien ist gleichmäßiger geworden und ihre Durchschnittserträgnisse sind gestiegen. 
Allein diese Besserung ist nicht allen Teilen der Industrie zugute gekommen. Und es 
bleibt die Frage offen, ob die günstigere Lage der kartellierten Industrien nicht oft direkt 
auf Kosten anderer Gewerbe, insbesondere derjenigen, die ihre Produkte weiter ver 
arbeiten, erzielt worden ist. Die Kartellbildung ist ja nicht auf allen Gebieten des 
Wirtschaftslebens gleichmäßig möglich. Sie gelingt vielmehr nur da, wo bestimmte 
Vorbedingungen erfüllt sind. Kartelle können nur da gedeihen, wo nicht der scharfe 
Wind starken Konjunkturenwechsels weht, sondern wo der Betrieb nach relativ einfachen 
und ziemlich feststehenden Grundsätzen erfolgt. Sie setzen ferner einen möglichst gleich 
mäßigen, nur geringe Qualitätsunterschiede zulassenden Charakter der hergestellten Waren 
voraus. Man darf es den Produkten möglichst wenig ansehen, aus welcher Fabrik 
sie stammen, so daß es dem Abnehmer ziemlich gleichgültig ist, welches Fabrikat er 
erhält. Ebenso wie sich eine sehr große Mannigfaltigkeit von Produkten dem Vertrieb 
auf gemeinsame Rechnung entzieht, ist dies auch der Fall, wenn die Gestaltung der
	        

Download

Download

Here you will find download options and citation links to the record and current image.

Monograph

METS MARC XML Dublin Core RIS Mirador ALTO TEI Full text PDF EPUB DFG-Viewer Back to EconBiz
TOC

Chapter

PDF RIS

This page

PDF ALTO TEI Full text
Download

Image fragment

Link to the viewer page with highlighted frame Link to IIIF image fragment

Citation links

Citation links

Monograph

To quote this record the following variants are available:
URN:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

Chapter

To quote this structural element, the following variants are available:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

This page

To quote this image the following variants are available:
URN:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

Citation recommendation

Volkswirtschaftliches Lesebuch Für Kaufleute. Verlag der Waldow’schen Buch- und Kunsthandlung (R. Wengler), 1905.
Please check the citation before using it.

Image manipulation tools

Tools not available

Share image region

Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

Contact

Have you found an error? Do you have any suggestions for making our service even better or any other questions about this page? Please write to us and we'll make sure we get back to you.

What is the first letter of the word "tree"?:

I hereby confirm the use of my personal data within the context of the enquiry made.