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Krieg und Banken

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Bibliographic data

fullscreen: Krieg und Banken

Monograph

Identifikator:
884020851
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-8871
Document type:
Monograph
Author:
Weber, August http://d-nb.info/gnd/104075929
Title:
Krieg und Banken
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Verlag von Leonhard Simion Nf.
Year of publication:
1915
Scope:
1 Online-Ressource (32 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Krieg und Banken
  • Title page

Full text

22 
Die Flüssigkeit der Banken hat auch im laufenden 
Jahre keine Abnahme erfahren, und selbst die gewaltigen Zeich 
nungen auf die Kriegsanleihe haben hierin eine Änderung nicht 
hervorgerufen. Das Ultimogeld an der Berliner Börse stellt sich 
in den letzten Monaten auf rund 4 %, Guthaben in täglicher 
Scheckrechnung werden mit 2 %, in provisionspflichtiger Rech 
nung mit 2/4 % verzinst, ein Beweis dafür, daß die Banken Geld 
nicht suchen. Niemand wird bestreiten, daß man noch im August 
und September vorigen Jahres diese Sätze für unmöglich gehalten 
haben würde; sie geben uns aber die beruhigende Gewißheit, 
daß auch für weitere Bedürfnisse unseres Reiches die notwendi 
gen Mittel in vollem Umfange zur Verfügung sein werden. Im 
übrigen muß auch an dieser Stelle wieder betont werden, daß, 
wie in manchen anderen Fragen, so auch über diejenige der 
Liquiditätsberechnung bei den Aktienbanken eine Änderung in den 
Anschauungen einzutreten hat. Wenn man sich nicht dahinter 
verstecken will, daß der Krieg in dem Wirtschaftsleben einer 
Nation einen Ausnahmezustand darstellt, und wenn man den 
Dingen, wenn auch von einem verschiedenen Standpunkte aus, 
freimütig ins Auge sieht, so hat man anzuerkennen, daß man zu 
den jederzeit flüssigen Mitteln einer Bank Guthaben der Banken 
im Auslande nicht ohne weiteres zuzählen darf. Andererseits 
werden unsere Bilanzkritiker mit Rücksicht auf die bei uns doch 
sicher feststehende Tatsache, daß das Kreditgebäude, wie es 
unsere Banken geschaffen haben, gesund ist, zugestehen müssen, 
daß Debitoren nicht durchweg, wie das bisher geschah, als 
illiquide zu bezeichnen sind. Man wird also für die Folge die 
Bankbilanzen jedenfalls unter ganz anderen Gesichtspunkten 
betrachten müssen, als dies bisher geschah, und wird in erster 
Linie in der Qualität der Kundschaft und der übrigen Anlagen 
einer Bank das bessere Kriterium für dieselbe sehen als in der 
künstlich aufgemachten mehr oder minder richtigen Liquilditäts- 
berechnung eines Instituts. Wechsel, Lombards, auch kursfähige 
solide Wertpapiere sind selbst in Kriegszeiten in mehr oder 
minder großem Umfange liquide Werte. Wir sind allerdings 
überzeugt, daß hierin die Meinungen auch in Zukunft auseinander 
gehen werden, und daß, wie wir ja schon eingangs hervorgehoben 
haben, letzten Endes nur Kassenbestände und Guthaben bei der 
Reichsbank als liquide Werte und als sicherstes Mittel gegen
	        

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Krieg Und Banken. Verlag von Leonhard Simion Nf., 1915.
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