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Der Pommersche Landbund

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Bibliographic data

fullscreen: Der Pommersche Landbund

Monograph

Identifikator:
885228731
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-3811
Document type:
Monograph
Author:
Frölich, Paul http://d-nb.info/gnd/123562155
Title:
Der Weg zum Sozialismus
Place of publication:
Hamburg
Publisher:
Verlag der Kommunistischen Arbeiterzeitung
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (32 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Der Pommersche Landbund
  • Title page
  • Die Pommern-Konferenz des Deutschen Landarbeiter-Verbandes
  • Material zur Beurteilung der Vorgänge in Pommern
  • Maßregelungen im Pommern
  • Aus der Preußischen Landesversammlung
  • Gegenmaßnahmen der Regierung
  • Schlußbemerkungen

Full text

20 
Der Verbandsvorstand ist voll im Bilde, wie die Dinge liegen. Vertrauen 
Sie dem Verbandsvorstand, lassen Sie ab von den einzelnen Unternehmun 
gen! Es gibt nichts schlimmeres in.der Arbeiterbewegung als die Zerrissen 
heit. Wenn wir herausgefordert werden, wollen wir den Schlag aber auch 
so führen, daß er wirksam ist. 
Die Verordnung vom 3. September muß geklärt werden. Es heißt da 
im § 14: Bor jeder Kündigung hat der Arbeitgeber sich mit dein Arbeit 
nehmer-Vertreter oder der Mehrzahl der Arbeitnehmer ins Benehmen zu 
setzen. Die Wirksamkeit dieser Kündigung ist nicht von der Erfüllung dieser 
Pflicht abhängig. Diese Bestimmungen sind von dem Schlichtungsausschuß 
zu unseren Ungunsten ausgelegt. Wir müssen verlangen, daß gesetzgebende 
Körperschaften hier Klarheit schaffen. Im Interesse der Volkswirtschaft 
müssen die Dinge in ruhige, vernünftige Bahnen gebracht werden. Heute 
arbeiten die Großgrundbesitzer bewußt der Regierung entgegen, sie erklären 
die Verordnungen der Regierung für ungesetzlich, die Regierung sei über 
haupt keine gesetzliche Vertretung. Da müssen wir verlangen, daß die Re 
gierung sich durchsetzt und auch diese Leute, die weit schwerer unser Wirt 
schaftsleben gefährden, zu fassen sucht. Vor allem ist dazu notwendig, eine 
starke, geschlossene Arbeiterschaft. Wir müssen alles tun, daß die Organi 
sation nicht erschüttert wird, sondern immer mehr in die Tiefe geht. Dann 
werden wir auch in der Lage sein, den Schlag so zu führen, wie es im 
Interesse der Landarbeiter liegt. (Bravo!) 
Vors. Schmidt macht darauf aufmerkam, daß noch 16 Kreisvertreter 
eingetragen sind und ersucht die Kollegen, ihr Material dem Verbandsvor 
stand schriftlich mitzuteilen, es iverde dann bei Herausgabe des Protokolls 
mitverwendet werden. 
G o e b e l - Stralsund: Wenn wir im Juli den ersten Streik im Kreise 
Franzburg bekommen haben, so lag das nicht an der Arbeiterschaft, sondern 
an der andern Seite. Da mir der Arbeitgeber-Verband nicht bekannt war, 
sondern nur der Pommerschc Landbund, habe ich zunächst den Landrat von 
Franzburg ersucht, den von uns eingereichten Tarif den Arbeitgebern zu 
übermitteln. Da meldete sich dann der Landbund als Arbeitgeber-Organi 
sation und verlangte von uns, daß wir ihn auch gleichzeitig als Arbeit 
nehmer-Organisation zulassen. Das habe ich natürlich abgelehnt. Die Ar 
beitnehmer, soweit sie im Landbund organisiert sind, sind ja doch keine 
selbständige Organisation, sondern werden von ihren Arbeitgebern ausge 
halten, und sollen natürlich im Sinne der Arbeitgeber handeln. Es wurde 
der Schlichtungsausschuß in Stralsund angerufen, der dann auch entschie 
den hat, daß der Landbund natürlich nur als Arbeitgeber-Organisation 
zugelassen werden könne. Auf Grund dessen haben mir dann verhandelt. 
Nachdem die Verhandlungen besonders, auch wegeuWer Arbeitszeit abge 
brochen wurden, haben die Herren sich Bedenkzeit von acht Tagen erbeten. 
In der nächsten Sitzung kam es auch zu keinem Resultat, weil nun durch 
den Landbund ganz andere Verhandlungsvertreter hinzugezogen wurden, 
die das rückgängig gemacht haben, was in der vorigen Verhandlung festge 
legt war. Darüber war die Empörung draußen in den Landarbeiter 
kreisen, speziell im Kreise Franzburg, sehr groß. Das war den Arbeit 
gebern natürlich bekannt geworden. Man hatte offenbar schon vorher mit 
einem Streik gerechnet. Es ist ja auch bekannt, daß der Belagerungszu 
stand in Pommern nicht mit Willen der Regierung gekommen ist, sondern 
durch das Generalkommando. Man ging eben von dem Bestreben aus, 
die ganze Schuld dem Landarbeiter-Verband in die Schuhe zu schieben.
	        

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Der Pommersche Landbund. Vorstand des Deutschen Landarbeiter-Verbandes, 1920.
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