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Volkswirtschaftspolitik (2.1902)

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Bibliographic data

Contents: Volkswirtschaftspolitik (2.1902)

Monograph

Identifikator:
89019078X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-6415
Document type:
Monograph
Author:
Pischel, Richard http://d-nb.info/gnd/11619202X
Title:
Leben und Lehre des Buddha
Edition:
Zweite Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Druck und Verlag von B.G. Teubner
Year of publication:
1910
Scope:
1 Online-Ressource (VI, 126 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
VI. Die Lehre des Buddha
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
  • Volkswirtschaftspolitik (2.1902)
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung
  • Abschnitt I. Die Land- und Forstwirtschaft
  • Abschnitt II. Die stoffveredelnden Gewerbe
  • Abschnitt III. Der Handel, das Verkehrs- und Versicherungswesen
  • Abschnitt IV. Das Bevölkerungswesen
  • Abschnitt V. Armenwesen und Armenpflege

Full text

148 — 
Uebermässigt 
Arbeitsteilung 
Verhinderung 
neuer tech- 
nischer 
Methoden. 
zeit des Einzelnen fest normieren und von der der anderen scharf abgrenzen. 
Dies führte zu einer immer grösseren Arbeitsteilung und Zerlegung der 
:rüheren Zünfte in eine grössere Zahl einzelner. So ist in einzelnen 
Städten das Schuhmachergewerbe in nicht weniger als 7 gesonderte 
Zünfte getheilt gewesen, und der Damenschuhmacher durfte bei Leibe 
keinen Herrenstiefel anfertigen, noch weniger einen Pantoffel. Der Kor- 
Auanschuhmacher durfte kein anderes Leder verarbeiten, kein sonstiger 
Schuhmacher das Korduanleder. Je geringer die Arbeitsgelegenheit 
war, um so mehr Zeit hatten die Zünftler, sich gegenseitig zu über- 
wachen, Uebergriffe der Thätigkeit in die Sphäre anderer Zünfte aus- 
findig zu machen, oder gar Gesellen aufzuspüren, die selbständig Anuf- 
träge für Kunden übernahmen, ohne von einem Meister dazu beauftragt 
zu sein. Die Verfolgung derartiger Bönhasen, oder Störer, Pfuscher 
spielte bis in die letzte Zeit der Zünfte eine ausserordentlich grosse 
Rolle, und die zünftlerischeu Grenzstreitigkeiten beschäftigten fort- 
dauernd den Magistrat der Städte im Uebermass. Wie weit diese Ab- 
grenzung der einzelnen Gewerbe ging, wie störend sie in der neueren 
Zeit in die gewerbliche Berufsthätigkeit eingriff, das vollständig zu 
ermessen, ist in der Gegenwart nicht ganz leicht. Einige Beispiele werden 
dieses angemessen erläutern. Um einen Kachelofen nach unseren neueren 
Erfordernissen herzustellen, mussten Vertreter von nicht weniger als 
6 Zünften herangezogen werden. Nur der Maurer hatte das Recht, mit 
Ziegelsteinen die Unterlage zu pflastern, während der Töpfer dern eigent- 
lichen Bau aufrichtete, der Klempner hatte unter Assistenz des Schlossers 
die Röhrenleitung anzulegen, nur der Gelbgieser durfte eine Messing- 
thüre anbringen, Sache des Zimmermanns war es, die Leiste herumzu- 
aageln. Wollte man im Garten eine Laube anlegen, so hatte diese der 
Zimmermann anzufertigen, aber es war ihm verboten Tisch und Bank 
darin anzubringen, das war allein Sache des Tischlers, Als Herr von 
Bethmann-Hollweg in Frankfurt am Main noch in den fünfziger Jahren 
des letzten Jahrhunderts einen angesehenen Münchener Maler berief, um 
den Raum, in dem die berühmte Ariadne aufgestellt war, mit passen- 
den Fresken zu versehen, erhob die ehrbare Zunft der Stubenmaler 
dagegen Einspruch, als einen Eingriff in ihre Rechte. Als der Magistrat 
derselben Stadt das neugebaute Rathaus mit stilvollen geschnitzten 
Möbeln versehen wollte, wendete er sich deshalb an Berliner "Tischler, 
von denen er damals allein die entsprechende kunstgewerblich Leistung 
erwarten konnte. Das liess sich aber die Frankfurter Tischlerzunift 
nicht gefallen. Der Magistrat musste sie damit beauftragen, da sie dies 
aber nicht selbst ausführen konnte, so liess sie die Möbel in Berlin an- 
fertigen und lieferte sie mit entsprechendem Aufschlag dem Magistrate ab. 
Die dritte und gefährlichste Massregel bestand in der genauen 
Normierung des Gewerbebetriebes selbst, d. h. der technischen Hand- 
habung desselben, In der alten Zeit war es ganz naturgemäss für die 
Zunft, darauf zu halten, dass das Handwerk in der Weise geübt wurde, 
wie man es erfahrungsgemäss als am zweckmässigsten erkannt hatte, 
Neuerungen verschloss man sich keineswegs; im Gegenteil, man accep- 
tierte gerne neue Methoden und Hülfsmittel, welche die Gesellen von 
der Wanderschaft mit in die Heimat brachten. Es- kam nur darauf 
an, dass man möglichst gute Ware erlangte; und in öffentlichen Schau- 
stellungen wurde dieses dem öffentlichen Urteil unterbreitet, wie es
	        

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Wirtschaftspolitische Tagesfragen. Selbstverlag des Reichsverbandes der Deutschen Industrie, 1928.
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