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Volkswirtschaftliches Quellenbuch

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftliches Quellenbuch

Monograph

Identifikator:
890771383
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10133
Document type:
Monograph
Author:
Mollat, Georg http://d-nb.info/gnd/139428143
Title:
Volkswirtschaftliches Quellenbuch
Edition:
Vierte, erweiterte und vermehrte Auflage
Place of publication:
Osterwieck/Harz
Publisher:
Verlag von A. W. Zickfeldt
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXVIII, 654 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zweiter Teil. Handel
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Volkswirtschaftliches Quellenbuch
  • Title page
  • Autorenverzeichnis
  • Contents
  • Erster Teil. Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle
  • Zweiter Teil. Handel
  • Dritter Teil. Industrie
  • Vierter Teil. Weltwirtschaft und Handelspolitik
  • Fünfter Teil. Verkehr
  • Sechster Teil. Volkswirtschaftliche Zustände in den Vereinigten Staaten von Amerika
  • Index

Full text

78 Zweiter Teil. Handel. III. Zur Geschichte von Handel und Industrie rc. 
100 Millionen Sesterzien (ca. 22(4 Millionen Jl) beziffert, bewegte sich also noch iy 
ziemlich engen Grenzen. Bei dem Mangel an Interesse der heimischen Bewohner bliest 
auch die Handelsgesetzgebung ziemlich vernachlässigt. Die Abgaben für den Verkehr 
zu Lande und zur See waren sehr drückender Natur, die Einnahmen waren ay 
Generalpächter vergeben, die Handelspolitik war demgemäß von rein fiskalische^ 
Gesichtspunkten beherrscht. 
Die Wanderungen der germanischen Stämme führten zur Zertrümmerung des 
römischen Reiches. Die Osthälfte des Reiches entstand als Griechisches Kaisertum mst 
der neuen Hauptstadt Konstantinopel, welche nun einen Teil jener Rolle über» 
nahm, die bis dahin Rom als Mittelpunkt des Welthandels gespielt hatte. Ihre außer» 
ordentlich günstige Lage ließ sie zum Stapelplatz für den Handelsverkehr mit Vorder» 
asten als prädestiniert erscheinen. Dieser Handel nahm insbesondere zur Zeit der 
Kreuzzüge einen großen Aufschwung, kam aber immer mehr in die Hände der 
Fremden, insbesondere der Italiener, nachdem die italienischen Seestädte in lebhafter 
Konkurrenz untereinander von den griechischen Kaisern wertvolle Privilegien erlangt 
hatten. Überhaupt war der Handel unter den griechischen Kaisern nur in so fern 
Gegenstand staatlicher Fürsorge, als er zur Vermehrung der kaiserlichen Einnahmen 
geeignet war. Viele Handelsartikel, darunter sogar die notwendigsten Lebensmittel, 
wie Getreide, Wein und Öl, wurden dem privaten Unternehmungsgeist entzogen und 
zum Gegenstände staatlicher Monopole gemacht, die unter der Verwaltung von rück 
sichtslosen Finanzbeamten zu einem wirtschaftlichen Despotismus ausarteten. Unter 
diesen Verhältnissen wurde es den italienischen Städten, die durch die Kreuzzüge die 
direkten Beziehungen zu den Küsten Vorderasiens angeknüpft hatten, nicht schwer. 
Konstantinopel die Handelssuprematie vollständig zu entreißen. 
Die Araber haben sich bereits in den ältesten Zeiten als Handelsvolk hervor 
getan, sie haben auch neben den Phöniziern eine große Rolle gespielt. Die römische 
Herrschaft hatte ihnen einen starken Damm entgegengesetzt; mit um so größerer Kraft 
brachen sie aber in der ersten Hälfte des 7. Jahrhunderts hervor, fanatisiert durch 
ihren neuen Glauben. Der Mohammedanismus eröffnete dem kaufmännischen Unter 
nehmungsgeiste neue Bahnen, zumal der Prophet selbst Geschäftsmann gewesen war. 
Viele religiöse Vorschriften und Einrichtungen dienten auch dem Handelsverkehre; die 
regelmäßigen Pilgerfahrten nach Mekka führten Kaufleute aus allen Gegenden zu 
sammen und boten die nötigen Vorbedingungen für einen größeren Markt, die 
Schaffung von Brunnen und Zisternen, die Errichtung von Karawansereien usw. 
mußten dem Warenhandel großen Vorschub leisten. Die Eroberungen der Arabev 
in Syrien und Palästina, Ägypten, Nordafrika, Spanien, Unteritalien usw. zerstörten 
nicht die, zahlreichen hochentwickelten Kulturstätten, sondern machten sie nur dem 
arabischen Handel dienstbar, der durch zwei Jahrhunderte das Mittelmeer beherrschte 
und sich in die ganze damals bekannte Welt erstreckte. Der Mittelpunkt des Handels 
verkehrs zwischen dem Morgen- und dem Abendlande war nun Kairo. Die Zersplitte 
rung des Reiches durch Usurpationen und Eroberungen untergrub schließlich die 
kommerzielle Bedeutung der Araber. 
Nach der Teilung des römischen Reiches war die italienische Halbinsel ein Spiel 
ball des wechselnden Kriegsglückes jener zahlreichen Völkerschaften, welche um den 
Besitz derselben stritten. Nur einzelnen günstig gelegenen Städten gelang es, den 
zeitweise ganz unterbundenen Handelsverkehr wiederanzuknüpfen. Unter diesen 
Städten erhob sich zuerst A m a l f i, ein kleiner Hafenplatz am Golf von Salerno, 
zu großer Bedeutung. Amalfi hatte ein freundschaftliches Verhältnis mit den Arabern 
angeknüpft, die sich in Sizilien und Unteritalien festgesetzt hatten, und dehnte auf 
Grund dieser Beziehungen seine Handelsfahrten nach den syrischen und nordafrika 
nischen Häfen aus. Eine wichtige Handelsniederlassung wurde in Konftantinopel
	        

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Volkswirtschaftliches Quellenbuch. Verlag von A. W. Zickfeldt, 1913.
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