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Volkswirtschaftliches Quellenbuch

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftliches Quellenbuch

Monograph

Identifikator:
890771383
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10133
Document type:
Monograph
Author:
Mollat, Georg http://d-nb.info/gnd/139428143
Title:
Volkswirtschaftliches Quellenbuch
Edition:
Vierte, erweiterte und vermehrte Auflage
Place of publication:
Osterwieck/Harz
Publisher:
Verlag von A. W. Zickfeldt
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXVIII, 654 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zweiter Teil. Handel
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Volkswirtschaftliches Quellenbuch
  • Title page
  • Autorenverzeichnis
  • Contents
  • Erster Teil. Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle
  • Zweiter Teil. Handel
  • Dritter Teil. Industrie
  • Vierter Teil. Weltwirtschaft und Handelspolitik
  • Fünfter Teil. Verkehr
  • Sechster Teil. Volkswirtschaftliche Zustände in den Vereinigten Staaten von Amerika
  • Index

Full text

170 Zweiter Teil. Handel. VII. Der Betrieb des Handels. 
(im volkswirtschaftlichen Sinne) verkleinert, so wird vom privatwirtschaftlichen Stand 
punkt aus das Kreditrisiko um so größer, je weiter der Schuldner zeitlich und örtlich 
in die Ferne rückt; mit anderen Worten: Das Kreditrisiko wird — Aus 
nahmen abgerechnet — größer beim direkten Verkauf, insbeson 
dere auch deshalb, weil dadurch auch die Organisation zum 
Schutze des Kredits, der Überwachungsdien st, die Kontrolle 
und die bezüglichen Erfahrungen des bisherigen nun aus 
geschalteten Käufers in Wegfall kommen. 
"3. Das Wechselkursrisiko. Gehören Käufer und Verkäufer verschie 
denen Ländern an, von denen jedes ein eigenes Münzfystem oder bei einheitlichem 
Münzfuß eine eigene Zahlungsbilanz hat, so entsteht eine Geldumrechnung bezw. 
eine Reduktion des Kaufpreises nach dem Wechselkurs. Dieser ist Schwankungen 
unterworfen. Sie haben sich allerdings seit Konsolidierung der Goldwährung als 
Weltwährung bedeutend verkleinert, können aber zwischen Ländern mit Gold 
währung immer noch 1—2 % betragen. Ganz anders liegen die Verhältnisse bei 
Ländern mit Silber- oder Papierwährung, wo die Schwankungen sehr groß werden 
können. Daß durch Ausschaltung der Zwischenglieder das Kursrisiko nicht ausge 
schaltet werden kann, ist klar; es wird nur auf andere Glieder verschoben, muß somit 
von dem Glied übernommen werden, das an die Stelle desjenigen tritt, das bisher 
dieses Risiko getragen hat. Wir können somit sagen: Durch den direkten 
Kauf bezw. Verkauf erwächst dem Betreffenden das Kurs 
risiko, das bisher das in Anspruch genommene Zwischenglied 
getragen hat. Vom volkswirtschaftlichen Standpunkt aus macht es keinen Unter 
schied, wer das Kursrisiko zu tragen hat, es fei denn, daß das ausgeschaltete Glied 
in der Ausnutzung der Wechselkurse (Arbitrage) oder in der Zahlung durch Kom 
pensation, in den Bankverbindungen usw. besser und geschickter gearbeitet hat, 
als das an seine Stelle getretene Glied imstande ist, oder umgekehrt. 
4. Das Risiko in der Lieferfrist. Die Lieferfrist und deren Ein 
haltung bildet im Handel ein sehr wichtiges Moment. Wird die bestellte Ware 
nicht rechtzeitig abgeliefert, versäumt der Fabrikant mit seiner Sendung die recht 
zeitige Verschiffung, so kann daraus sehr großer Schaden erwachsen. Da jedes Glied 
in der Handelsorganisation in dieser Beziehung von seinem Vormanne abhängig, 
gegenüber seinem Nachmanne aber verantwortlich ist, so entstehen durch Nichtein 
haltung der Lieferfrist Konflikte, die für jeden Beteiligten auch kleinere oder größere 
Risiken einschließen. Nicht selten liegt eine wichtige Aufgabe eines Zwischengliedes 
gerade in der Überwachung dieses Dienstes, insbesondere beim Export; daher ist 
das ausschaltende Glied in viel größerer Gefahr als vorher, wo es sich noch auf die 
bezüglichen Dienste des ausgeschalteten Zwischengliedes verlassen, dieses verantwortlich 
machen konnte. Wer direkt kauft oder verkauft, übernimmt auch 
ein größeres Risiko an der Lieferfrist. 
5. Das Qualitätsrisiko. Der in der Praxis stehende Kaufmann weiß, 
wieviel tausend Reklamationen, Abzüge, Verluste, Prozesse ihm aus der Bemängelung 
der gelieferten Waren erwachsen. Der Kaufmann ist eben nicht selbst Produzent, 
sondern er muß die Ware verkaufen, wie er sie vom Vormann bezw. vom Produ 
zenten bekommen kann; gleichwohl ist er dem Nachmanne für musterkonforme und 
der bestellten Qualität entsprechende Lieferung verantwortlich. Aus diesen Um 
ständen entstehen für den Kaufmann die allerschwierigsten Aufgaben, so daß nicht 
selten die ganze Handelskunst nicht etwa im geregelten Gang von Kauf und Ver 
kauf, sondern in der Vermeidung von Konflikten besteht, — eine Kunst, die fast 
gänzlich versagt, wenn er das Unglück hat, mit sog. Schikaneuren zu verkehren, 
die aus kleinen Mängeln große Ersatzansprüche herleiten oder sogar Mängel er-
	        

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Volkswirtschaftliches Quellenbuch. Verlag von A. W. Zickfeldt, 1913.
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