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Volkswirtschaftliches Quellenbuch

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftliches Quellenbuch

Monograph

Identifikator:
890771383
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10133
Document type:
Monograph
Author:
Mollat, Georg http://d-nb.info/gnd/139428143
Title:
Volkswirtschaftliches Quellenbuch
Edition:
Vierte, erweiterte und vermehrte Auflage
Place of publication:
Osterwieck/Harz
Publisher:
Verlag von A. W. Zickfeldt
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXVIII, 654 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Erster Teil. Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Volkswirtschaftliches Quellenbuch
  • Title page
  • Autorenverzeichnis
  • Contents
  • Erster Teil. Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle
  • Zweiter Teil. Handel
  • Dritter Teil. Industrie
  • Vierter Teil. Weltwirtschaft und Handelspolitik
  • Fünfter Teil. Verkehr
  • Sechster Teil. Volkswirtschaftliche Zustände in den Vereinigten Staaten von Amerika
  • Index

Full text

27 
12. Alfred Krupp. 
Heines Vermögen an die Ausführung einer einzigen Idee, als daß er aus Geldrück- 
au f solche technische Versuche verzichtete. Noch in späteren Lebensjahren 
zahlte er gerne, wie er beinahe fein Hab und Gut geopfert, um eine Walze zu 
onstrineren, und wie er, als ihm dieselbe entzweibrach, dennoch nicht verzweifelte, 
°n e ™' tn der festen Überzeugung von der Richtigkeit seiner Idee, nach der Ursache 
es »Konstruktionsfehlers" forschte und, nachdem er ihn gefunden, rüstig wieder von 
sl nfmg. Als dann aus solchen Versuchen glücklich seine erste Erfindung, die 
osselwalze, hervorging, fühlte er wieder sicheren Boden unter seinen Füßen. 
n ” ru PP s geselligem Verkehr vollzog sich bereits nach den ersten großen Tri- 
pyen der Gußstahlfabrik eine gewisse Wandlung. Hatte er bis zu seiner Ver- 
|. a , i ln ^en besseren Kreisen seiner Vaterstadt, wo er durch seinen Humor und 
en ** en . Äußerungen ein gerne gesehener Gast war, sich regelmäßig bewegt, 
L v^ete er seitdem auf diese ihm lieb gewordene Gewohnheit allmählich fast ganz 
erzicht. Die Gründe dafür lagen auf der Hand. Sie erklären auch hinreichend 
g nug die Beharrlichkeit, mit der Krupp allen Versuchen, die namentlich noch in seinen 
Ipa eren Lebensjahren gemacht wurden, um ihn in das politische Treiben hereinzu- 
ar ü ' ^^egentrat. Waren die geschäftlichen Aufgaben, die er sich gestellt, doch so 
vielseitige, daß er, wenn er daneben auch noch seiner Familie gegenüber 
als r-I . en des Gatten und Vaters erfüllen wollte, gar keine andere Wahl hatte, 
di- E der Geselligkeit zu begnügen, welche der Kreis seiner Angehörigen und 
wurden ^ ** er ®8fte bot, die durch die Anziehungskraft der Fabrik herbeigeführt 
niwt 0^^ wohl keinen Besucher, auf den die Erscheinung des Essener Fabrikherrn 
und / , ° n Dorne herein einen gewaltigen Eindruck gemacht hätte. „Dies muß er sein 
film müderer", so sagte sich jeder, der beim ersten Eintritt in den von Gästen ge- 
l ^ ®°Ion Alfred Krupp erblickte. Von Auge zu Auge trat dem Besucher hier 
M» jT .? gegenüber, dessen Gußstahl an Vortresflichkeit denjenigen jedes anderen 
i^ überragte, dessen Fabrikerzeugnisse wegen der Exaktheit und Vollendung 
^.Ausführung über den ganzen Erdkreis gesucht und verbreitet waren und so 
den " er ^ m Preis" errungen hatten, dessen Kanonen die wirksamste Waffe in 
st Kriegen der Neuzeit gewesen, und welche immer noch, trotz aller An- 
Taa ^ n ® en girier eifrigen Wettbewerber im In- und Auslande, bis auf den heutigen 
in des oonoonrs" geblieben waren: der Schöpfer einer Welt der Technik, 
der D d Kleinste, wie von einer unsichtbaren Hand geleitet, in staunenerregen- 
. ^"g sich von selbst dem Ganzen fügte. Das war der deutsche Ingenieur, 
der 6 * ne . großen englischen Vorbilder, in seiner Jugend kaum die Grundlagen 
halb n"ung sich angeeignet hatte, um doch in wenigen Jahrzehnten nicht nur inner- 
Stelt 065 .^Ases seiner Berufsgenossen, sondern aller seiner Landsleute zu einer 
d-i- ra 1 ? ^ emporzuschwingen, welche so hervorragend und einzigartig erschien wie 
^ußstahl der Kruppschen Fabrik selbst. 
Freib • 5 *? ar ibner selbstbewußte Vertreter des Bürgeradels, welcher in seinem 
^b„si^bgefühle es verschmäht hatte, durch die Annahme der ihm angebotenen Er- 
gebe^^ * n ^ en Adelstand seinen bürgerlichen Namen mit einem anderen Glanze um= 
eritft* 1 °^ 5 ber war, welcher aus der eigenen Tatkraft und Tüchtigkeit 
I ammte, in ihnen seine fortwährende Erneuerung fand. 
d Alfred Krupp war von einer gewinnenden Liebenswürdigkeit. Unzertrennlich 
Auf °h 6r siEit jene Bescheidenheit, welche ein Kennzeichen alles tiefen Wissens ist. 
amt Ie ° ertncmn machte sein Wesen einen geradezu hinreißenden Eindruck. Seinen Be- 
ibn en "sisi Arbeitern trat er stets als ein väterlicher Freund gegenüber. Er war 
Kr>^ " e .* n 9 uter ' edler, lieber Herr", wie Herr Iencke so treffend am Grabe Alfred 
pps ihn kennzeichnete. Das schloß freilich nicht aus, daß er von jedermann seiner
	        

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Volkswirtschaftliches Quellenbuch. Verlag von A. W. Zickfeldt, 1913.
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