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Volkswirtschaftliches Quellenbuch

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftliches Quellenbuch

Monograph

Identifikator:
890771383
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10133
Document type:
Monograph
Author:
Mollat, Georg http://d-nb.info/gnd/139428143
Title:
Volkswirtschaftliches Quellenbuch
Edition:
Vierte, erweiterte und vermehrte Auflage
Place of publication:
Osterwieck/Harz
Publisher:
Verlag von A. W. Zickfeldt
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXVIII, 654 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Sechster Teil. Volkswirtschaftliche Zustände in den Vereinigten Staaten von Amerika
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Volkswirtschaftliches Quellenbuch
  • Title page
  • Autorenverzeichnis
  • Contents
  • Erster Teil. Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle
  • Zweiter Teil. Handel
  • Dritter Teil. Industrie
  • Vierter Teil. Weltwirtschaft und Handelspolitik
  • Fünfter Teil. Verkehr
  • Sechster Teil. Volkswirtschaftliche Zustände in den Vereinigten Staaten von Amerika
  • Index

Full text

598 Sechster Teil. Volkswirtschaftliche Zustände in Amerika. 
deren Namen die Geschichte der Union für alle Zeiten verzeichnen wird. Die Goulds, 
Vanderbilts, Rockefellers, Carnegies, Harrimans, Hills, Morgans, Stillmanns u. a. 
haben der Verkehrs- und Jndustrieentwicklung der Union ungeahnte Wege gewiesen, 
sie waren, wie mit Thomas Carlyle der Präsident Roosevelt sie nannte, wirklich „The 
Captains of ludustry", die das Eisenbahnnetz über das Land gebreitet, den Handel 
aufgebaut und die Industrien entfaltet haben. Und weil sie damit fraglos dem Volk 
Gutes und Großes geschaffen haben, sind sie leitend und herrschend; die Nation bringt 
ihnen umsomehr Vertrauen entgegen, als sie in richtigem Erfassen der Wirkung auf 
die volkstümliche Eigenart große Summen aus ihren immensen Schätzen für die 
öffentliche Wohlfahrtspflege — oft nicht ohne einige Demonstration — hergeben. Das 
Bedenkliche aber liegt darin, daß die weitverzweigten und besonders die neueren 
Unternehmungen augenblicklich so eng mit den einzelnen Männern, mit ihrer Kraft 
und mit ihren Dispositionen verwachsen sind, daß ein Versagen oder Ausscheiden des 
großen und allgewaltigen Einzelnen, wenigstens für eine geraume Weile, zu verderb 
lichen Folgeerscheinungen führen kann. Jeder Mensch findet einen Ersatz, und selbst 
die größten Reiche der Alten Welt haben sich ohne Erschütterung weiter gedeihlich 
fortentwickeln können, auch wenn ihre Mitbegründer aus den Reihen der Mittätigen 
oder Lebenden haben zurücktreten müssen. Wenn aber z. B. Herr Pierpont Morgan 
heute abberufen werden sollte, würden zunächst die Werte all der Milliardenschöp 
fungen, deren intellektuelles Oberhaupt, deren finanzielle Stütze er gewesen war, in Ver 
wirrung geraten. Denn vielfach noch zu jung, zu frisch, zu wenig erprobt, zu un- 
konsolidiert ist manches, was dieses und der anderen Männer weit vorauseilender 
Blick erfaßt und ihr rastlos schaffender Geist aufgetürmt hat. Dann erst wird sich zu 
erweisen haben, ob genügend kommerzieller Nachwuchs zur Weiterführung vorhanden 
ist, und vor allem, ob die finanzielle Grundlage der Industrien in ihrer gegenwärtig 
groß angelegten Ausdehnung existenzberechtigt ist. 
Erstaunlich aber und unvergleichlich sind einerseits die allgemeinen Leistungen 
der amerikanischen Arbeit, anderseits die Produktionsmöglichkeiten des Landes. Die 
Schätze, die der Boden auf seiner Oberfläche dem Pflug entgegenführt, und mehr noch 
die Schätze, die der Boden in seinem Schoß an allem birgt, was Reichtum, Stärke und 
Macht verleiht, sind so riesenhaft, daß sie imstande sind, von einem Jahre zum andern, 
beinahe von einem Tage zum andern die Verhältnisse in dem Wettbewerb der 
Nationen zugunsten der Vereinigten Staaten zu verschieben. Tritt an einer Stelle der 
Union eine Stockung ein, zeigt sich ein Mißerfolg, ein vorübergehendes oder selbst 
dauerndes Versiegen der Quellen, so haben Boden und Fleiß auch schon an einem 
andern Ort für ausgiebigsten Ersatz gesorgt. Was die Natur dort gegeben, ist unendlich 
viel, und der unermüdliche Fleiß gewinnt der Gabe der Natur den vollen Wert ab. 
Hierin liegt ein beachtenswertes Gegengewicht gegenüber den Bedenken, denen 
ich hinsichtlich des Wirkens einzelner überragenden Persönlichkeiten Ausdruck gegeben 
habe. Die innere Tüchtigkeit der Gesamtbevölkerung ist markig. Man mag das 
unausgesetzte Streben nach „malle money" als Mammonsdienst betrachten, — man 
hat zu einer Verurteilung umsoweniger recht, wenn man sieht, daß im großen und 
ganzen, im guten Durchschnitt, das Streben nach Erwerb sich streng an die Bedingung 
bindet, daß der Erwerb auf anständige Weise gewonnen sei. Die Gesetze der Ver 
einigten Staaten sind etwas dehnbar, und der Bürger dort geht auf dem Weg, den 
das Gesetz erlaubt. Aber das gegebene Wort ist heilig. Jeder verlangt von dem 
andern und setzt voraus, er solle genau überschauen, wozu das gegebene Wort den 
einen wie den andern verpflichtet. Der Geschäftsmann der Vereinigten Staaten kennt 
keinen andern Ehrgeiz als die anständige Wahrnehmung seines Geschäfts und die 
Erreichung geschäftlichen Erfolgs durch ausdauernde und kluge Arbeit. Er verzeiht 
nicht und vergißt nicht eine Verfehlung gegen den geschäftlichen Anstand, auch dem
	        

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Volkswirtschaftliches Quellenbuch. Verlag von A. W. Zickfeldt, 1913.
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