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Die Nationalökonomie in Frankreich

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Bibliographic data

fullscreen: Die Nationalökonomie in Frankreich

Monograph

Identifikator:
890892032
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-34137
Document type:
Monograph
Author:
Waha, Raymund de http://d-nb.info/gnd/117560855
Title:
Die Nationalökonomie in Frankreich
Place of publication:
Stuttgart
Publisher:
Verlag von Ferdinand Enke
Year of publication:
1910
Scope:
1 Online-Ressource (XIX, 540 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Buch I Die liberale Schule
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Die Nationalökonomie in Frankreich
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung
  • Buch I Die liberale Schule
  • Buch II Die katholischen und verwandten Richtungen
  • Buch III Interventionismus, Solidarismus und Protektionismus
  • Buch IV Die Nationalökonomie bei den Philosophen und Soziologen
  • Schlusswort

Full text

134 
Die gegenwärtige Lage der liberalen Schule 
einen der Wissenschaft schädlichen Gebrauch von der histori 
schen Methode, wenn man aus den Änderungen, welche in 
wirtschaftlichen Dingen geschehen, dogmatisch schlußfolgert: 
erstens deduktiv, daß die Beweglichkeit das Wesen der wirt 
schaftlichen Erscheinungen ausmacht und daß es folglich außer 
dem Gesetze der Evolution keine wirtschaftlichen Gesetze gibt; 
zweitens induktiv, daß die Grundlagen der gegenwärtigen Wirt 
schaftsordnung in der Zukunft einstürzen werden x ). 
Ist die Wirtschaftsgeschichte nun allerdings auch für Le 
vasseur in erster Linie Selbstzweck, so pocht er doch auf die 
Pflicht des Historikers, aus seinen geschichtlichen Erkenntnissen 
eine Doktrin fürs praktische Leben zu folgern 2 ). Das Bedürfnis, 
1) Levasseur Art. Trente-Deux Ans ¿'Enseignement au Collège de France, 
in: Revue internationale de l’enseignement, XL, p. 22—23. 
2 ) „Die wirtschaftlichen Tatsachen bieten, unabhängig von den Folge 
rungen , welche man aus ihnen gewinnen kann, ein eigenes Interesse. Man 
muß sie kennen, um eine Situation zu verstehen und um in der Lage zu sein, 
eine Frage zu besprechen. Die Aufgabe eines Autors besteht darin, zunächst 
diese Tatsachen mit so viel Präzision und so zahlreich als möglich zu sammeln ; 
alsdann aus der Masse mit kritischem und nüchternem Sinn diejenigen aus 
zuwählen, welche am geeignetsten sind, jene Situation zu kennzeichnen; endlich 
dieselben methodisch zu gruppieren und darzustellen. . . . Diese Tatsachen haben 
Ursachen und Folgen. Dem Autor liegt es ob, die Tatsachen in einer Darstel 
lung und Verkettung vorzuführen, die so geartet sind, daß Ursachen und 
Folgen sich von selbst ergeben oder sich wenigstens mutmaßen lassen. In der 
Wirtschaftsgeschichte, so wie ich sie verstehe, ist der Autor nicht bloß ein Er 
zähler; er ist auch ein Philosoph, der aus der Erfahrung Belehrung zieht 
und bestrebt ist, zugleich die Praxis der Geschäfte durch Beispiele und die 
volkswirtschaftliche Theorie durch die Erforschung der Gesetze, welche die Tat 
sachen regieren, zu beleuchten.“ L’Ouvrier Américain, Bd. I, p. IX. 
Die Wirtschaftsgeschichte ist nicht notwendig, um gewisse, einfache Er 
kenntnisse zu vermitteln, z. B. daß die Produktion das Resultat des Zusammen 
wirkens dreier Faktoren ist. „Dagegen ist die Geschichte und die minutiöse 
Analyse einer großen Anzahl von Tatsachen notwendig, um z. B. die Ver 
schiedenheit der Rollen eines jeden der drei Faktoren in den vergangenen und 
zeitgenössischen Kombinationen der menschlichen Wirtschaftstätigkeit genau zu 
bestimmen.“ ibid. p. XV. 
„Als Xationalökonom bekenne ich, daß die Volkswirtschaftslehre eine 
Wissenschaft ist, die auf Beobachtung beruht, und ich weiß, daß die erste 
Pflicht eines Volkswirtes darin besteht, die Tatsachen gewissenhaft zu studieren 
und darzustellen; aber ich erkläre auch, daß es seine Pflicht ist, aus dem Stu 
dium der Tatsachen eine Doktrin zu ziehen, sonst ist er nur ein Sammler.“ 
Histoire des classes ouvrières et de l’industrie en France avant 1789, Bd. I. p. XIV.
	        

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Die Nationalökonomie in Frankreich. Verlag von Ferdinand Enke, 1910.
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