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Die Arbeiterfrage

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Bibliographic data

fullscreen: Die Arbeiterfrage

Monograph

Identifikator:
891224181
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-65049
Document type:
Monograph
Author:
Levenstein, Adolf http://d-nb.info/gnd/116961155
Title:
Die Arbeiterfrage
Place of publication:
München
Publisher:
Verlag Ernst Reinhardt
Year of publication:
1912
Scope:
1 Online-Ressource (406 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
D. Die Beziehungen der Arbeiter zu den sozialen Gemeinschaften
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Die Arbeiterfrage
  • Title page
  • A. Erhebungs-Methode
  • B. Das seelische Verhältnis der Arbeiter zu ihrer berufsmäßigen Arbeit und ihren Arbeitsbedingungen
  • C. Die positive Wünsche der Arbeiter in bezug auf die Umgestaltung ihrer ökonomischen Lage
  • D. Die Beziehungen der Arbeiter zu den sozialen Gemeinschaften
  • E. Die Stellung der Arbeiter zu den außenberuflichen Kultur- und Lebensproblemen
  • F. Schluß

Full text

liehe Brennereien am Detailverkauf, jedoch durch Beschluß des 
Gladbecker Wirtevereins kam es zu einem Boykott über alle 
Brennereien, welche über 21 Liter an Detailkaufer abgaben. 
Augenblicklich trotzt noch eine einzige, in Dorsten liegende 
Brennerei dem Ansturm des Gladbecker Wirtevereins. Diese 
Brennerei ist nun das tägliche Ziel einer Anzahl Berufskollegen. 
Ich habe mir einmal die Mühe gemacht, eine solche Kumpel 
wanderung zahlenmäßig festzustellen, die alle mit großen Korb 
flaschen bewaffnet nach Dorsten fuhren. 
Es nahmen Billette nacli Dorsten: 
Mann: Mutmaßliches Literquantum: 
Montags 
27 
205 
Dienstags 
13 
90 
Mittwochs 
18 
125 
Donnerstags 
34 
(Lohntag) 
285 
Freitags 
68 
400 
Sonnabends 
53 
360 
213 
1465 
Der Preissatz 
P r ° 
Liter beträgt in 
oben angegebenen 
ten, in der Brennerei eingekauft 60 Pf. Also ungefähr 879 Mark 
wandern vierzehntäglich, nur auf das geographisch eng be 
grenzte Gladbeck berechnet, in die Tasche der unersättlichen 
Schnapsbrauer. Auch viele Frauen besorgen ungeniert mit der 
Korbflasche in der Hand den Giftstoff für ihre Männer. Dazu 
kommt noch der riesige Lokalverbrauch.“ 
Im Gegensatz zu den etwas trüben Bildern muß konsta 
tiert werden, daß der Essener Parteitag der Sozialdemokratie 
vom Jahre 1907, auf welchem der erste entscheidende Schritt 
auf dem Kriegspfad gegen den Alkohol getan wurde, einen 
großen Einfluß auf den Alkoholkonsum gehabt hat, jedenfalls 
ist die moralische Wirkung nicht zu unterschätzen. 617 Arbeiter 
erklärten, daß sie seit dem Schnapsboykott nicht mehr trinken. 
Die Herstellung von Branntwein ist von 4,3 Millionen Hekto 
liter im Jahre igo8/og auf 3,6 Mill. Hektoliter für igog/io gesunken. 
Deutlicher noch sind folgende Zeilen: für Genußzwecke wur 
den igo8/og 2,7 Millionen Hektoliter abgesetzt = 4,2 Liter pro 
Kopf der Bevölkerung dieses Jahres, igog/io nur mehr 1,8 Mil 
lionen Hektoliter = 2,8 Liter pro Kopf. Um ein volles Drittel, 
1,4 Liter, ist der Konsum zurückgegangen. 
246 
Immerhin: von den Bergarbeitern hielten 19,7 °/o den Alko 
hol für unentbehrlich, von den Textilarbeitern 5,9, von den 
Metallarbeitern 5,6 o/ 0 . Forscht man den Ursachen nach, so sind 
hauptsächlich drei Gründe für den Genuß von Alkohol durch 
schlagend. Erstens als Nervinum, welches die Muskelarbeit för-i 
dert, die Arbeitslust anregt, zweitens Kummer und Elend werden 
nach dem Genüsse des Alkohols auf einige Stunden vergessen, 
drittens als Betäubungsmittel gegen stumpfsinnige Arbeit. 
1. Finden Sie Ihr Vergnügen mehr in der Familie oder im 
Wirtshaus, und halten Sie den Genuß von Alkohol für entbehr 
lich, oder können Sie nach dem Genüsse desselben besser 
arbeiten? 
Bergarbeiter. 
Entlohnungsform: durchweg Akkord. 
< 
JhiT 
* 
■a s g 
W J3 <u 
■Sgs 
M. 
M 
C 
3 
6C 
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ca 
20 
21 
22 
23 
24 
15- 
30,— 
16,— 
16,80 
Hauer 
Berg 
mann 
Berg 
mann 
Berg 
mann 
30,—j Berg 
mann 
Ich halte den Alkohol für unentbehrlich 
denn nach jeder sauren Arbeit muß man 
einen trinken, wenn nicht wird man ver-^ 
rückt. (4.) [B. Schles.] 
Familie keine vorhanden. Wirtshaus lie 
bend. (3. t.) [B. R.] 
Ich verabscheue den Alkohol und kann be 
stätigen, daß, wenn ich mir einen Rausch 
angetrunken habe, den andern Tag nicht 
arbeiten kann. (3.) [B. Schles.] 
In der Familie habe Ich kein Vergnügen. 
(4.) [B. Schles.] 
Den Genuß von Alokohl halte ich für voll 
ständig entbehrlich. Nach dem Genuß von 
Alkohol kann man gut schlafen, das ist 
247
	        

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Die Arbeiterfrage. Verlag Ernst Reinhardt, 1912.
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