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Die Arbeiterfrage

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Bibliographic data

fullscreen: Die Arbeiterfrage

Monograph

Identifikator:
891224181
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-65049
Document type:
Monograph
Author:
Levenstein, Adolf http://d-nb.info/gnd/116961155
Title:
Die Arbeiterfrage
Place of publication:
München
Publisher:
Verlag Ernst Reinhardt
Year of publication:
1912
Scope:
1 Online-Ressource (406 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
E. Die Stellung der Arbeiter zu den außenberuflichen Kultur- und Lebensproblemen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Die Arbeiterfrage
  • Title page
  • A. Erhebungs-Methode
  • B. Das seelische Verhältnis der Arbeiter zu ihrer berufsmäßigen Arbeit und ihren Arbeitsbedingungen
  • C. Die positive Wünsche der Arbeiter in bezug auf die Umgestaltung ihrer ökonomischen Lage
  • D. Die Beziehungen der Arbeiter zu den sozialen Gemeinschaften
  • E. Die Stellung der Arbeiter zu den außenberuflichen Kultur- und Lebensproblemen
  • F. Schluß

Full text

Ein Kohlenhauer: „Vor mir liegt ein Stahlstich Nietzsches. 
Durch die Tore seiner Augen versuchte ich hinabzusteigen in 
seine tiefsten Seelentäler, tastete mich empor zu den höchsten 
Gratspitzen. Es war ein Zarathustrasuchen mit brennenden 
Augen. Die Gesamtforschungen Nietzsches verunglücken in 
der Verachtung alles Tieflebens. Brauchbar, nützlich ist eine 
Weltlehre nur, wenn sie an alles Lebendige anknüpft, wenn sie 
die Harmonien des Lebens sieht. Nietzsche kann den Sozialisten 
nichts geben, weil er den großen Haufen vom Glück seiner 
Zukunftssonne verbannt, ihm ist der Ameisenkribbelkram ein 
beengender, störender Ekel. Diese Unlust ist sein Fall. Alle 
diese kleinen Menschlichkeiten, die sich als Hemmschuh auf 
den Weg zur Höhe werfen, sind Impulse des natürlichen Brand 
zeichens des absterbenden Tieres, aus dessen Hülle schon zag 
haft der fühlende Mensch heraufsteigt. Hier gilts nicht zu töten, 
sondern zu fördern. Alle Zeichen deuten mit Sicherheit darauf 
hin, daß die Natur als letzten Triumph die Durchgeistigung 
des Lebens plant. 
In der zitternden Brutalität des Tageskampfes, in der Roheit 
der Lebensformen kriecht der Geist des großen Haufens wie 
ein verwundeter Wurm, vom Fuß des Herrenmenschen breit 
getreten. Es ist ja das Drama der Flügelgebundenen, daß ihr 
Blut die Morgenröte des Übermenschen bedeutet. Eine Adels 
herrschaft des Gedankens wird sich immer behaupten, ein Ring 
der Ewigkühnen, der Schwächling verzehrt sich in den Rät 
seln der Sehnsucht, der Starke wagt sich durch bis zur Einsam 
keit cjes Ichs, bis zur stillen Höhe höchster Selbstbemeisterung. 
Und doch glaube ich: Für den Weiterschauenden geht der 
Weg durch den Sozialismus zur Individualitätsmöglichkeit 
Nietzsches.“ etc. etc. Ein Förster Weber hat sich mit einem 
Wochenlohn von 21 M. Nietzsches „Also sprach Zarathustra“ 
erdarbt und kommt zu folgender Bilanz: „Ich bin ja nur ein 
einfacher Tuchweber, aber alles, was ich mir aus Nietzsche 
geholt, hat mir die Seele erhoben, innerlich kehrte ich stets 
bereichert aus seinen Gefilden zurück. Unendlich über die 
Grenzen des individuellen Daseins hinaus weitete Zarathustra 
mir die Seele und führte mich allmählich zu jener Heiterkeit 
empor, die die Misere des Lebens bezwang. Ich verdanke 
Nietzsche ferner, daß er mir das Endziel gezeigt hat. Als Sie 
386
	        

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Die Arbeiterfrage. Verlag Ernst Reinhardt, 1912.
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