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Zum Kampf um die wirtschaftliche Selbständigkeit des Klein- und Mittelbetriebes

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Bibliographic data

fullscreen: Zum Kampf um die wirtschaftliche Selbständigkeit des Klein- und Mittelbetriebes

Monograph

Identifikator:
893656046
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10254
Document type:
Monograph
Author:
Striemer, Alfred
Title:
Zum Kampf um die wirtschaftliche Selbständigkeit des Klein- und Mittelbetriebes
Place of publication:
Müchen
Publisher:
Verlag von Duncker & Humblot
Year of publication:
1914
Scope:
1 Online-Ressource (31 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Forschungs-Institute für den industriellen Mittelstand
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Zum Kampf um die wirtschaftliche Selbständigkeit des Klein- und Mittelbetriebes
  • Title page
  • Contents
  • Forschungs-Institute für den industriellen Mittelstand
  • Die Exportvereinigung im Fachgebiet
  • Gegenwarts- und Zukunftsarbeit im industriellen Grossbetrieb
  • Die Doppelstellung im Konsulatwesen
  • Die Dringlichkeitsfrage sozialer Aufgaben
  • Die Fabrikzeitung
  • Zur Jugendbewegung
  • Der Schutz der Arbeitswilligen
  • Die Unsittlichkeit im Erwerbsleben
  • Zeitgemässe Werkorganisation
  • Die konfessionelle Zerrissenheit im Mittelstand
  • Das Mittelstandsproblem
  • Schlusswort

Full text

7 
mutigen in den Weg, zum guten Teil persönlicher 
Natur. Der Abteilungsvorstand wird meistens 
nur mit grossem Missbehagen eine gute Idee 
eines untergeordneten Herren annehmen, aus der 
Befürchtung heraus, dass dieser bei Erfolg der 
Vorschläge, ihm vielleicht ein gefährlicher Wett 
bewerber werden könnte, der seine Stellung in 
Gefahr bringt. Hinzu kommt, dass eine vielleicht 
glänzende Verbesserung auch dann wenig Aus 
sicht hat auf Durchführbarkeit, wenn erhebliche 
Aenderungen bestehender Fabrikationseinrich 
tungen erforderlich werden könnten. Die be 
kannte Folgeerscheinung ist, dass dann der In 
genieur, der eine gute Sache zu haben glaubt, sich 
an eine andere Firma wendet, die diesen Zweig 
vielleicht noch nicht oder ungenügend bearbeitet, 
und damit das Wettbewerbsverhältnis weiter ver 
schärft. 
Die Bedeutung des Qrossbetriebes und der 
wirtschaftlichen Vereinigungen der Grossbetriebe, 
den Kartellen, Syndikaten und Trusts liegen in 
den Sicherheiten, die sie bieten, in dem erhöhten 
Schutz für das Kapital, im Vergleich zum freien 
Wettbewerb. Diese Sicherheit kann der mittlere 
und kleine Betrieb bei den unberechenbaren 
Wettbewerbsverhältnissen nicht bieten, dagegen 
eröffnen sie starken Persönlichkeiten ein freieres 
Betätigungsfeld. 
Jedenfalls sind an der Erhaltung des freien 
Wettbewerbes noch jene Millionen Menschen sehr 
stark interessiert, die sich eine möglichst grosse 
Freiheit ihrer Persönlichkeit erhalten wollen. 
Und für diese ist es von sehr hoher Bedeutung, 
ob nicht jene Kernfrage der geeigneten Durch 
führbarkeit der Fortschrittsarbeit im freien 
mittleren und kleineren Betrieb befriedigend 
lösbar ist. 
Der Weg, Studiengesellschaften zu begründen, 
ist ja bekannt. So ist vor allem die Studienge 
sellschaft für elektrische Schnellbahnen, an der 
verschiedene Interessenten beteiligt waren, auch 
weitesten Kreisen bekannt geworden. Studien 
gesellschaften werden oftmals als Vorgesell 
schaften gegründet, wenn es sich um Verwertung 
bedeutender Erfindungen handelt. Aber viele 
Tausend mittlere, kleine und auch Qrossbetriebe 
stehen heute noch in keinerlei Beziehungen 
zu Forschungsinstituten. Hier liegt aber noch 
ein weites Feld offen. Die nahliegende Form ist ja 
die Begründung von Forschungsinstituten im 
Fachgebiet. So haben die Pulver- und Munitions 
fabriken ein gemeinsames wissenschaftliches For 
schungsinstitut in ihrer grossen Anstalt in Neu 
babelsberg „Centralstellefür wissenschaftlich-tech 
nische Untersuchung G. m. b. H." 
Der Bildung von Organisationen im Fachgebiet 
stellen sich aber im allgemeinen sehr grosse 
Schwierigkeiten in den Weg. Die Interessengegen 
sätze von kleinen, Mittel- und Grossbetrieben sind 
zu gross und fast unüberbrückbar. Dagegen 
lassen sich auf freier kapitalistischer Grundlage 
Studiengeseilschaften gründen im Anschluss an 
bestimmte Fachgebiete und zwar in der Form, 
dass wissenschaftlich gebildete und auf dem For 
schungsgebiet praktisch erfahrene Ingenieure sich 
mit eignem oder fremdem Kapital kleinere oder 
grössere Versuchsanlagen mit Modellschreinerei 
einrichten, sich der Untersuchung bestimmter 
Maschinengattungen zuwenden, an ihrer Vervoll 
kommnung arbeiten, Patente und Musterschutz 
rechte erwerben und dann Lizenzen vergeben 
oder auch die Patente verkaufen. Beteiligen sich 
Industrielle, vor allem aber auch grössere Hand 
werksmeister aus den betreffenden Fachgebieten 
kapitalistisch an solchen Studiengesellschaften, 
oder erfolgt die Gründung derselben aus ihren 
Kreisen heraus, dann werden sie als die Nächst 
beteiligten auch naturgemäss den grössten Nutzen 
hieraus haben. So manche kleine gut einge 
richtete Maschinenfabrik, die sich nicht halten 
kann, Hesse sich für derartige Studienzwecke als 
Versuchsanstalt verwenden. 
Wir können ja nicht in die Zukunft sehen und 
nichts prophezeien, welche Umwälzungen aus den 
wirksamen Kräften auf technischem Gebiet sich 
wirtschaftlich ergeben. Aber darüber wird sich 
gewiss jeder Industrielle klar sein, dass auf dem 
hier besprochenen Gebiet zum grössten Teil eine 
ausserordentliche Rückständigkeit tatsächlich 
herrscht, und sehr bald ein Wandel erfolgen wird 
und erfolgen muss, wenn der Industrielle Mittel 
stand und das Handwerk sich erhalten wollen- 
Die Exportvereinigung im Fachgebiet 
B ei der Vergebung von Vertretungen achtet 
bekanntlich heute der Fabrikant streng 
darauf, dass der Bewerber sich ausdrück 
lich verpflichtet, keine Konkurrenzfirma gleich 
zeitig zu vertreten. Die Folge ist, dass In 
genieure, die ins Ausland gehen, sich Ver 
tretungen von Firmen verschiedenster Fach 
gebiete verschaffen müssen. In Rücksicht auf 
die sehr erheblichen Kosten, die die Kunden 
werbung im Ausland erfordert, ist der Aus 
landsvertreter genötigt, sich die Vertretung einer 
ziemlich grossen Zahl von Firmen zu sichern, 
um dadurch ausreichende Geldunterstützung zu 
finden. So bestehen im Ausland Ingenieurbüros, 
die dreissig und mehr Firmen verschiedener Fach 
gebiete vertreten. Bei den Exporthäusern liegen 
die Verhältnisse bekanntlich ähnlich, sie vertreten 
teilweise eine erstaunlich grosse Zahl von Firmen. 
Dass dieses System erhebliche Mängel besitzt, 
ist ganz offensichtlich, denn es gibt gar keinen
	        

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Zum Kampf Um Die Wirtschaftliche Selbständigkeit Des Klein- Und Mittelbetriebes. Verlag von Duncker & Humblot, 1914.
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