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Sozialismus und Regierung

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Bibliographic data

fullscreen: Sozialismus und Regierung

Monograph

Identifikator:
895241919
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-18464
Document type:
Monograph
Author:
MacDonald, J. Ramsay http://d-nb.info/gnd/118729896
Title:
Sozialismus und Regierung
Place of publication:
Jena
Publisher:
Eugen Diederichs
Year of publication:
1912
Scope:
1 Online-Ressource (XXIV, 186 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
I. Der Staat
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Sozialismus und Regierung
  • Title page
  • I. Der Staat
  • II. Das Wahlrecht
  • III. Die politische Organisation des Staates
  • IV. Die Partei und das Parlament
  • V. Die Demokratie und das Imperium
  • VI. Der sozialistische Staat
  • Contents

Full text

durch Generationen geführte Kontroverse über die Beziehungen 
zwischen Individuum und Staat, Freiheit und Regierung, meistens nur 
an Äußerlichkeiten haftete und sich auf Worte richtete. Die Geschichte 
belehrt uns nicht über jenes angeblich glückliche und freie Individuum, 
das tut, was ihm beliebt, lebt wie ihm gefällt, in Besitz nimmt, was 
ihm schmeichelt; nur in Hinterwäldern und an dem Saume der Zivili 
sation kann ein solches Wesen heimisch sein. Vielmehr streitet die 
allgemeine menschliche Erfahrung, hauptsächlich aber das moderne 
Leben, gegen eine Auffassung, nach der Freiheit für jemand die Mög 
lichkeit bedeuten soll, all das Erwähnte zu sein und zu tun, sofern nur 
seine anarchistischen Annehmlichkeiten nicht die anarchistischen 
Genüsse der übrigen Genossen beeinträchtigen. Seine volle Kraft und 
Stärke kann der menschliche Intellekt nur in einem Gemeinwesen 
entfalten, das von einem gemeinsamen Geiste angetrieben wird, der sich 
teils durch die als organische Einheit handelnde Gemeinschaft, teils 
durch die Gedankenarbeit der auf ihre eigene Entwicklung bedachten 
Einzelnen äußert. Das Problem der Freiheit, das heute nach seiner 
Lösung drängt, ließe sich etwa so formulieren: Wie kann der Einzelne 
ausschließlich mit solchen sozialen Zwangseinrichtungen umgeben 
werden, durch die auch ein individueller sozialer Wille freiwillig sein 
Spiel begrenzen würde, und wie kann man diese Zwangsmächte in 
einem ausführlichen Plane gesellschaftlicher Wirksamkeit systema 
tisch gliedern und verbinden? Oder um mit Rousseau zu reden, das 
Problem der Freiheit besteht mindestens zum Teile darin, wie der Staat 
das Individuum zur Freiheit zwingen kann. 
Daß der Staat also nur die Hindernisse zu beseitigen habe, die der 
Verwirklichung eines höheren Lebens im Wege stehen, verrät eine 
beschränkte Vorstellungsweise von seinem Wesen, die nur eine Seite 
seiner sittlichen Nützlichkeit zu würdigen weiß. Der Staat ist nicht 
minder verpflichtet, den Weg zum Aufstieg in die Höhen zu bahnen 
und edle Bestrebungen, die zu der Benutzung dieses Weges einladen, 
zu nähren und anzuspornen. Der Staat erläßt gleichzeitig Befehle 
und spendet Hilfe. Die Freiheit im Staate aufrechtzuerhalten, ist 
nicht leichter, als sie in der Familie zu sichern. Über welche Mittel 
verfügen wir nun als Gemeinschaftsangehörige, auf die Gesell 
schaftsordnung so einzuwirken, daß ihr regelndes Schalten und 
Walten nicht in die Willkürherrschaft des Kerkermeisters ausarte ?
	        

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Sozialismus Und Regierung. Eugen Diederichs, 1912.
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