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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
G
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Gerbematerialien 
136 
Getah-Lahoe 
Gerbematerialien nennt man eine Reihe 
pflanzlicher Stoffe, die wegen ihres Gehaltes 
an Gerbsäure (Tannin) die tierische Haut in 
Leder umwandeln. Das älteste und wichtigste 
Mittel ist die Eichenrinde mit s—18% Gerb 
stoff, neben welcher die Rinde von Fichten 
und anderen Koniferen mit einem Tannin- 
gehalt von 5—io°/o mehr oder weniger zurück 
tritt. In Rußland findet Weidenrinde zur 
Herstellung des Juchtenleders Anwendung, Neuer 
dings haben einige ausländische G. wegen ihres 
hoben Tanningehaltes auch für den inländischen 
Markt große Bedeutung gewonnen, so die Rinde 
australischer Akazien und Mimosen mit 25 bis 
30% Tannin, das Quebrachoholz (25—30 0 /o), 
die als Sumach bezeichneten Blätter von Rhus 
cotinus und coriaria (10—30°/o), die Frucht 
becher asiatischer Eicheln (Valonea mit 20 bis 
40% Tannin), die Schoten einiger Leguminosen; 
Myrobalanen (20—4o°/o), Divi-Divi (35 bis 
45 0/0) und vor allem die sehr gerbstoffreichen 
Drogen, wie: Gallen, Katcchu, Kino, Garn- 
bir. Zur Verringerung der Beförderungskosten 
werden die genannten Stoffe vielfach auch in 
Extraktform, als Gerbextrakte, in den Ver 
kehr gebracht. 
Gerbsäure (Gerbstoff). Mit diesem Namen 
belegt man in der Chemie eine Anzahl schwach 
saurer Pflanzenstoffe, die alle darin überein 
stimmen, daß sie mit Eisenoxydsalzen dunkel 
schwarzblaue oder dunkelgrüne Färbungen geben 
und durch Leimlösung gefällt werden. Im Han 
del findet sich jedoch bis jetzt nur eine dieser 
G., die Galläpfelgerbsäure, Tannin (lat. 
Acidum tannicum, frz. Acide tannique, engl.Tan- 
nic acid). Sie ist auch stets gemeint, wenn man 
das Wort G. ohne nähere Bezeichnung ge 
braucht, denn die «übrigen G., wie z. B. Eichen 
rindengerbsäure, Kaffeegerbsäure, Ratanhia- und 
Chinagerbsäure, Katechugerbsäure usw., bilden 
keine Handelsartikel. Zur Herstellung der G. 
benutzt man fast ausschließlich die chinesischen 
Galläpfel, die im gemahlenen Zustande mit einem 
Gemisch von Alkohol und Äther extrahiert wer 
den. Nach dem Abdestillieren des Ätheralkohols 
bleibt die G. als eine feste, spröde Masse zurück, 
die gepulvert wird und die gewöhnliche Handels 
ware für technische Zwecke (lat. Acidum tanni 
cum technicum) bildet. Sie ist ein amorphes, 
bräunlichgelbes Pulver von eigentümlichem Ge 
ruch, während für medizinische Zwecke ein 
reineres, geruchloses Präparat von hellgelblicher 
Farbe benutzt wird. Außerdem hat man noch 
unter dem Namen Acidum tannicum levissimum 
eine äußerst leichte, lockere, glänzende, . fast 
weiße Sorte, die durch Verdampfen der- Gerb 
säurelösung im Vakuumapparate dargestellt wird. 
Sie unterscheidet sich hinsichtlich der Reinheit 
nicht von der anderen Sorte, sondern ist nur 
schaumig aufgetrieben. Eine gute G. muß sich 
in destilliertem Wasser leicht und klar auflösen. 
Beim Erhitzen schmilzt sie und zersetzt sich 
zwischen 210 und 215° C in Pyrogallussäure, 
Kohlensäure und Melangallussäure. Ihre Zusam 
mensetzung entspricht der Formel C U H 10 Q 9 , 
doch ist die frühere Ansicht, daß sie als das 
Anhydrid der Gallussäure (Digallussäure) an 
zusprechen sei, durch neuere Forschungen wider 
legt. Auch enthält sie keinen Zucker und kann 
daher nicht wie viele andere Gerbsäuren oder 
Gerbstoffe, die nach Kunz-Krause besser als 
Tannoide bezeichnet werden, zu den Glykosiden 
gerechnet werden. Verwendung findet sie als 
Beize beim Färben von Baumwolle mit Anilin 
färben, zum Schönen des Weins bei gleichzeitiger 
Anwendung von Hausenblase, in der Photogra 
phie und zu medizinischen Zwecken. 
Gerste (lat. Hordeum, frz. Orge, engl. Barley).. 
Diese wichtige Getreideart ist eine Pflanze der 
gemäßigten Zone und findet sich in allen Erd 
teilen von der Grenze der Tropen bis zum 70. 
Grad nördl. Breite. Sie ist ziemlich anspruchs 
los, kommt selbst im Himalaya und in Peru bis 
zu Höhen von 2800 m fort und reift überall 
da, wo ein kurzer aber warmer Sommer ihren 
Anbau ermöglicht. Am besten gedeiht sie auf san 
digem Lehmboden mittleren Kaikgehaltes, der sich, 
im Zustande guter, aber nicht frischer Düngung 
befindet. Die einzelnen Arten der G. unterschei 
det man in vielzeilige, vierzeilige und zweizeilige 
und rechnet zu den ersteren die sog. sechszei 
lige (Hordeum hexastichum), die nur in 
wärmeren Lagen als Sommer- und Winterfrucht 
gebaut wird, und die gemeine G. (H. vul 
gare), die weniger zur Malzbereitung, als zur 
Ernährung, dient und nördlich der Rebenltetie 
vorkommt. Die zweizeilige oder kleine G. 
(H. distichum) liefert hauptsächlich das Malz, 
und gedeiht nur als Sommerfrucht von der ge 
mäßigten bis zur warmen Zone. Die Vegetations 
dauer der vierzeiligen G. umfaßt 63—98, die 
jenige der zweizeiligen 100—159, und diejenige- 
der Wintergerste 280—322 Tage. In ihrer chemi 
schen Zusammensetzung und dem Bau der Stärke 
körner ähnelt die G. dem Weizen und enthält 
im Mittel i3°/o Wasser, to°/o Protein, 2 °/o Fett, 
4,5 0/0 Rohfaser, h,s °/o Asche und 68 °/o Kohlen 
hydrate. Je nach dem Gehalt an Stickstoff 
substanz wird sie von den einzelnen Industrien, 
verschieden bewertet, indem der Brauer die 
stickstoffarme, mehlige G. (s. Malz), der Brenner 
eine glasige, Stickstoff reiche bevorzugt, weil letz 
tere mehr Diastase liefert. Ein einfaches Mittel 
zur Unterscheidung bietet die Bestimmung des 
Hektoliter- oder 1000-Körner-Gewichtes und die- 
Untersuchung auf Glasigkeit mittels des Fan- 
notoms. G. wird hauptsächlich als Malz in der 
Brauerei und Brennerei verwandt. Zur mensch 
lichen Ernährung dient sie meist in Form von. 
Graupen oder Grütze, seltener als Mehl zum Brot 
backen sowie als Kaffee-Ersatz (s. d.). In Nord 
afrika und Arabien wird sie auch als Futter für 
Pferde, bei uns nur für Geflügel benutzt. 
Qerstenzucker (Malzzucker, lat. Saccha- 
rum maltis) nannte man früher die durch Ein 
kochen eines mit Zucker versetzten Auszuges 
aus Gerste oder Malz erhaltene feste Masse. Zur 
zeit wird meist eine gewöhnliche Zuckerlösung, 
eingekocht und auf glatte, geölte Platten ge 
gossen, darauf in Streifen geschnitten, schraubig. 
gedreht und auf Blechen getrocknet. 
Gesundheitsgeschirre (Sanitätsgeschirre) 
nennt man diejenigen Topfgeschirre, die keine 
Bleiglasur, sondern irgendeine andere giftfreie 
Glasur besitzen. 
Getah-Lahoe (Sumatrawachs), ein vegetabi 
lisches Wachs, das auf der Insel Sumatra aus 
dem Milchsäfte von Ficus ceriflua (Jungh.)-
	        

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Merck’s Warenlexikon Für Handel, Industrie Und Gewerbe. G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft, 1919.
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