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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
G
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Guarana 
150 
Gummiarabikum 
Peru-G. ist eine lehmgelbe oder bräunliche, teils 
erdig-krümliche, teils klumpige Masse, die wegen 
ihres durchdringenden Ammoniakgeruches fast 
nur von Chinesen abgegraben und verarbeitet 
wird. Die Anglo-kontinentalen (vorm. Ohlen- 
dorffschen) Guanowerke in Hamburg, London, 
Antwerpen, Emmerich und M, H. Salomonsohn 
in Rotterdam und Düsseldorf bringen ihn in 
gemahlenem Zustande in den Handel. An wert 
bestimmenden Stoffen enthält er 4 bzw. 7 °/o 
Stickstoff und 20 bzw. 14% Phosphorsäure. Zur 
Erleichterung der Assimilierbarkeit wird der 
Peru-G. jetzt meist mit Schwefelsäure behandelt 
und als aufgeschlossener Peru-G. verkauft. 
Von anderen stickstoffhaltigen, aber geringwer 
tigeren Sorten sind noch der Ischaboe-G. von 
Südwestafrika sowie der ägyptische und pata- 
gonische G. zu erwähnen. Unter den stickstoff 
armen, dafür aber phosphorsäurereicheren Sor 
ten spielt der Baker-G. von der Bakerinsel im 
Stillen Ozean, eine erdige, lehmfarbige, geruch 
lose Masse, die Hauptrolle. Daneben wird der 
Saldanhabay-, Jarvis-, Bolivia- und Som- 
brero-G. gehandelt. Alle diese bis 40% Phos- 
phofsäure enthaltenden Guanos werden meist in 
aufgeschlossenem Zustande, als Superphosphate, 
verbraucht. Zum Schutz gegen die häufigen 
Verfälschungen empfiehlt es sich, die Garantie an 
Stickstoff und Phosphorsäure durch eine Ana 
lyse kontrollieren zu lassen. Zum Schutz gegen 
Wasseranziehung muß der Peruguano trocken 
gelagert werden. Fischguano, Walfisch-G., 
Granat-G. führen ihren Namen zu Unrecht, 
da sie nicht aus Vogelexkrementen bestehen. 
Guarana (lat. Pasta guarana, frz. Guarana, 
engl. Guarana paste), eine aus Brasilien ein 
geführte Paste, die von den Eingeborenen am 
Amazonenstrome aus den Samen von Paullinia 
sorbiiis, einem zu den Sapindazeen gehöri 
gen Baume, bereitet wird, gelangt teils zum 
Verkauf und wird teils im Ursprungslande selbst 
verbraucht. Die gerösteten, gestoßenen und mit 
etwas Wasser zu einem Teige gekneteten Samen 
werden in längliche oder spindelförmig gerollte 
Kuchen geformt, an der Sonne oder im Rauche 
der Hütten getrocknet und bilden eine harte, rot 
braune, etwas fettglänzende, mit helleren Sa 
menbruchstückchen durchsetzte Masse. Gerin 
geren Sorten soll Maniokmehl beigemischt sein. 
Die bis zu s °/o Koffein enthaltende Masse quillt 
im Wasser auf, riecht eigentümlich, altem sauren 
Brote ähnlich, schmeckt adstringierend und ge 
linde bitter und wird von den Indianern als an 
regendes Heilmittel benutzt. Offizineil findet 
sie gegen Migräne Anwendung. 
Quaviroba, die süßen Beeren der im tropi 
schen Amerika heimischen Abbevillea-Arten, 
strauchartiger Gewächse aus der Familie der 
Myrtazeen, bilden im Ursprungslande ein be 
liebtes Obst. 
Guignets Grün, eine in Wasser unlösliche, 
schön grüne Maler- und Anstrichfarbe aus 
wasserhaltigem bcrsaurem Chromoxyd, wird als 
Ersatz für das giftige Schweinfurtergrün emp 
fohlen. 
Guineagrün, ein dunkelgrünes, glanzloses, in 
Wasser und in Alkohol lösliches Pulver, das 
Seide und Wolle im sauren Bade grün färbt, 
besteht aus dem Natronsalze der Diäthyldibenzyl- 
diamidotriphenylkarbinoldisulfosäure. 
Guineapfeffer nennt man hauptsächlich den 
Kayennepfeffer und gewisse Formen des spa 
nischen Pfeffers, bisweilen auch Paradieskörner 
oder Kardamomen. Ursprünglich hießen so die 
brennend scharfen Samen einer in Afrika hei 
mischen Habzelia, die vor dem eigentlichen 
Pfeffer in Europa gebräuchlich waren und nach 
denen ein Teil der afrikanischen Westküste den 
Namen Pfefferküste erhalten hat. 
Gummiarabikum, Mimosengummi (lat. G. 
arabicum seu mimosae, frz. Gorame arabique, 
engl. Arabic gum), das seit dem Altertum be 
kannte Klebmittel, kam niemals aus Arabien, 
sondern aus Afrika, wo es von verschiedenen 
Akazien, besonders Acacia Verek, A. arabica und 
gummifera gewonnen wird. Während der Som 
mermonate bis zum Beginn der Regenzeit im 
Oktober füllen sich die Hölzer mit dem Gummi 
safte, der in der folgenden Zeit der heißen 
Winde durch Rindenrisse ausfließt und erhärtet. 
Mit der 'Häufigkeit der Winde steigt die Aus 
beute. Das für pharmazeutische Zwecke beson 
ders geeignete Kordofan Sudangummi, das 
in Form grünlichweißer, stark rissiger und leicht 
zerbröckelnder kugeliger Stücke in den Handel 
gelangt, stammt aus der Gegend des weißen Nils 
und des Atbara. Während der Abschneidung 
des Sudans vom Handelsverkehr fand das in 
Kadariff, der Umgegend von Kassala, gesammelte 
Gezirehgummi, weniger kugelige, mehr bläu 
lichweiße Stücke, über Massaua vielfach Eingang. 
Als Ersatzmittel dienen ostindische Sorten, Mo- 
gadore-G. (aus Marokko) und besonders Sene 
galgummi, das an den Ufern des Senegal am 
Rande der Sahara von Eingeborenen gesammelt 
und auf französischen Schiffen nach Bordeaux 
und Marseille gebracht wird. Die kugel- bis 
walzenförmigen Stücke mit rauher, von netz 
förmigen Rißlinien durchzogener Oberfläche zei 
gen glänzenden Bruch, blaßgelbliche bis dunkel 
braune Farbe und säuerlichen Geschmack und 
lösen sich in kaltem Wasser langsam unter 
Hinterlassung eines Rückstandes. Wegen seiner 
hygroskopischen Eigenschaft eignet das Senegal- 
G. sich nicht zum Pulvern, da es hierbei leicht 
zusammenballt; seine Anwendbarkeit ist über 
haupt begrenzter als die des eigentlichen G. und 
beschränkt sich auf wenige technische Zwecke. 
Alle Sorten von G. und seinen Ersatzmitteln, 
deren schwer zu unterscheidende Bezeichnungen 
von den Erzeugungsländern oder Ausfuhrhäfen 
entnommen sind, kommen immer „in sortis", d. h. 
aus großen und kleinen, hellen und dunklen 
Stücken gemengt in den Handel und werden erst 
vom Drogisten durch Auslesen (G. electum) oder 
Sieben geschieden. Die beste Sorte, G. albissi- 
mum, besteht aus den ganz farblosen und weißen 
Stücken, während die zweite Sorte, G. electum, 
die noch ausgelesenen besseren, aber doch 
schwach gelblich oder rötlich gefärbten Stücke 
enthält. Bisweilen werden auch gefärbte Stücke 
durch Bleichen mit schwefliger Säure, nach 
folgendem Neutralisieren mit Bariumkarbonat 
und Filtrieren über frisch gefällte Tonerde in 
G. albisstmum verwandelt. Gepulvert in den 
Handel kommendes G. ist oft stark verunreinigt, 
,— In chemischer Hinsicht besteht das Gummi
	        

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Merck’s Warenlexikon Für Handel, Industrie Und Gewerbe. G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft, 1919.
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