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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
K
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Kaffee-Ersatzstoffe 
186 Kaiserbrunnen in Aachen 
unter Zusatz anderer Stoffe, hergestellt werden, 
mit heißem Wasser ein kaffeeähnliches Getränk 
liefern und dazu bestimmt sind, als Ersatz des 
Kaffees zu dienen. Da sie mit Ausnahme des 
aus getrockneten Kaffeschalen bestehenden Sak- 
ka- oder Sultankaffees und der gerösteten 
Kaffeeblätter, die aber nicht in den hiesigen Ver 
kehr gelangen, frei von Koffein sind, erscheint 
die Bezeichnung K. weniger treffend als das früher 
übliche, jetzt verpönte Fremdwort Kaffeesurro 
gat. Als Rohstoffe, die z. T. in besonderen Ab 
schnitten besprochen sind, kommen hauptsächlich 
folgende in Betracht: i. Zuckerhaltige Wurzeln 
(Zichorie, Rübe, Möhre); 2. zuckerreiche 
Früchte (Feigen, Johannisbrot); 3. stärkereiche 
Früchte und Samen (Gerste, Roggen, Eicheln); 
4. gemälztes Getreide (Gersten-, Roggenmalz); 
5. fettreiche Früchte (Erdnüsse, Sojabohnen); 
6. Zuckerarten; 7. als vor oder nach dem Rösten 
gemachte Zusätze: zucker-, gerbstoff- und kof 
feinhaltige Pflanzenauszüge, Kolanüsse, Speise 
fette und -öle, Kochsalz, Alkalikarbonate und 
Wasser. Die K. gelangen sowohl gemahlen wie 
ungemahlen in den Verkehr, Getreide- und Malz 
kaffee meist unzerkleinert, Zichorien- und Feigen 
kaffe als Pulver oder knetbare Masse, alle K. 
auch wohl in bestimmte Formen (Würfel) gepreßt. 
Die Zusammensetzung hängt von der Art der 
benutzten Ausgangsmaterialien ab, ebenso der 
Geruch und Geschmack des Aufgusses, der dem 
jenigen des gerösteten Kaffees mehr oder weniger 
nahe kommt. Zur Vermeidung von Irreführungen 
müssen alle diese Erzeugnisse in deutlicher Weise 
als Ersatzstoffe gekennzeichnet werden. Ihre 
Bezeichnung darf das Wort Kaffee nur in den 
Wortverbindungen; Zichorienkaffee, Fei 
genkaffee, Gersten-, Roggen-, Korn-,Wei 
zen-, Malz-, Eichelkaffee sowie Kaffee-Er 
satz, Kaffeezusatz, Kaffeegewürz enthalten, hin 
gegen sind andere Wortbildungen wie; Deut 
scher Kaffee (Kichererbse), Frankkaffee (Zi 
chorie), Kneippkaffee (Gerste oder Malz), Be- 
rings Kraftkaffee (Lupine), Saladinkaffee 
(Mais), Gesundheitskaffee (Weizen, Zichorie, 
Kakaoschalen), Kronenkaffee (rote Rüben,Rog 
gen, Zichorie), Ungarischer Kaffee (Lupinen, 
Zichorie, Kaffee), Hensels Hämatin-Kaffee (Zi 
chorie) unzulässig. Auch Mischungen mit echtem 
Kaffee dürfen nicht als Kaffeemischung, sondern 
nur als Kaffee-Ersatzmischung bezeichnet 
werden. Im übrigen ist zu fordern, daß zur Her 
stellung unverdorbene, genügend gereinigte Roh 
stoffe Verwendung finden, daß insbesondere der 
Aschengehalt bei Feigenkaffee 7% mit 1 °/o Sand, 
bei anderen K. 8 0/0 mit 2,5 % Sand nicht über 
steigt Ausgelaugte Zuckerrübenschnitzel, Kaffee 
satz, Olivenkerne, Steinnußabfälle, Farbstoffe und 
andere wertlose Stoffe, Mineralöle, Glyzerin, 
Rückstände von der Melasseentzuckerung sollen 
überhaupt nicht benutzt werden. Als Überzugs- 
(Glasierungs-)mittel dürfen nur Zuckeraften oder 
Schellack benutzt werden. Der höchstzulässige 
Wassergehalt beträgt bei Zichorienkaffee 30 0/0, 
bei Feigenkaffee 20%, bei Getreide- und Malz 
kaffee 10 0/0. Die nach bestimmten Rohstoffen 
benannten K. müssen auch ausschließlich aus 
diesen bestehen. Insbesondere darf K. aus un- 
gekeimtem (gemälztem) Getreide nicht als Malz 
kaffee bezeichnet werden. Verschimmelte, sauer 
gewordene oder durch Käfer, Milben u. dgl. ver 
unreinigte K. sind als verdorben zu beurteilen- 
Diese während des Krieges recht vernachlässig 
ten Grundsätze werden nach Friedensschluß wi e ' 
der in ihre Rechte treten. Für die Untersuchung 
der K. spielt das Mikroskop die ausschlag 
gebende Rolle. Ein ganz brauchbares Mittel 
zur vorläufigen Unterscheidung des echten ge 
mahlenen Kaffees von den K. besteht darin, daß/ 
man das Pulver auf Wasser schüttet, wobei 
Kaffee oben schwimmt, während die Ersatzstoffe 1 
nach unten sinken und das Wasser braun färben. I 
Der Wert det in Deutschland verbrauchten Er- 1 
satzstoffe wird auf 30 Millionen M. jährlich ge-1 
schätzt. 
Kaffee-Extrakte (Kaffee-Essenz) sind ein- j 
gedickte wäßrige Auszüge aus gebrannten Kaffee- I 
höhnen, allenfalls unter Zusatz geringer Mengen I 
Zucker und Milch, doch müssen letztere gekenn- I 
zeichnet werden. 
Kainit, neben Karnallit der wichtigste Be- J 
standteil der Abraumsalze von Staßfurt und r 
Kalusz, besteht aus einem wasserhaltigen Dop- I 
pelsalze von schwefelsaurer .Magnesia und Chlor- J 
kalium, MgS0 4 -(- KC1 2 yf- 3H ä O. Er wird zur I 
Bereitung von Chlorkalium benutzt, wobei als 1 
Nebenprodukte noch schwefelsaures Kalium, Mag- J 
nesia und Bittersalz erhalten werden. 
Kainkawurzel (brasilianische Schlangen- I 
wurzel, lat. Radix caincae, frz. Racine de caince, j| 
engl. Cainca-root), die holzigen Wurzeln einiger I 
Arten der im tropischen Amerika heimischen, J 
zu den Rubiazeen gehörigen Gattung Chio- ! 
cocca. Die westindische Schlangenwurzel j 
stammt von Ch. racemosa, die brasilianische von | 
Ch. anguifuga, densifolia und scandens. J 
Die 1—2 cm dicke, stark verästelte und hin und I 
her gebogene Wurzel, an der oft noch Stamm- I 
Stückchen sitzen, ist von einer außen graubrau- | 
nen, runzelig-geringeltem, innen dunkelbraunen || 
und harzigen Rinde umgeben. Das harte Holz 1 
erscheint blaßbräunüch. Beim Kauen entwik- j 
kelt sich ein schwach aromatischer kaffeeartiger | 
Geruch und ein bitterlich kratzender Geschmack, j 
der durch eine der Wurzel eigentümliche, in 1 
farblosen seideglänzenden Nadeln kristallisie- I 
rende, Säure, die Kainkasäure (auch Kainzin i 
und Kainkabitter genannt), verursacht wird. I 
Die Wurzel wurde früher mehr als jetzt als | 
kräftig purgierendes und harntreibendes Mittel, 
auch gegen Wassersucht, angewandt. 
Kairin (salzsaures Äthylhydroxychino- | 
lin, lat. Kairinum, frz. Cairine, engl. Kairin) 1 
wurde im Jahre 1882 von O. Fischer synthetisch j 
dargestellt, indem er Chinolin mit Schwefelsäure 
erwärmte, das entstehende Oxychinolin der Na- 1 
tronschmelze unterwarf, reduzierte und schließ 
lich mit Äthyljodid behandelte. K., ein in Wasser | 
und Alkohol lösliches farbloses Kristallpulver, 
erregte seinerzeit als erstes künstliches Ersatz- 
mittel des Chinins das lebhafteste Interesse, ist j 
aber jetzt wegen seiner gefährlichen Nebenwir- f 
kungen. auf Herz und Nervensystem völlig auf- i 
gegeben worden. 
Kaiserbrunnen ln Aachen, eine alkalisch- 
muriatische Schwefelthermet von 55 0 C, besitzt 
folgende Zusammensetzung für 1000 Gewichts 
teile: Bikarbonate des Natriums 0,9244g, Li- j 
thiums 0,0004 g, Kalziums 0,2197 g, Strontiums
	        

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Merck’s Warenlexikon Für Handel, Industrie Und Gewerbe. G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft, 1919.
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