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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
L
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Lezithin 
251 
Limettenöl 
Lezithin ist ein für den Lebensprozeß außer 
ordentlich wichtiger Stoff, der sich im Gehirn 
und dem Eigelb in besonders reichlicher Menge, 
aber auch im Blut, den Nerven und Pflanzen 
samen vorfindet. Es bildet eine wachsähnliche, 
kristallinische Masse, ist in Alkohol und Äther 
leicht löslich und quillt mit Wasser zu einer 
opalisierenden Flüssigkeit auf, aus welcher es 
durch Salze wieder gefällt werden kann. In 
chemischer Hinsicht ist L. als eine esterartige 
Verbindung von Cholin und Glyzerinphos 
phorsäure anzusprechen, in welcher zwei 
Hydroxylgruppen durch Palmitin-, Stearin- oder 
Ölsäure vertreten sind. Zum Nachweise und zur 
quantitativen Bestimmung des L. bedient man 
sich der Ermittlung der alkohollöslichen 
Phosphorsäure nach Juckenack. L. wird 
neuerdings als Zusatz zahlreicher diätetischer 
Präparate in den Verkehr gebracht, die aber 
z. T. nur zweifelhafte Bedeutung besitzen. 
Liatrisblälter (Vanilleblätter, lat. Folia 
liatris, frz. Feuilles de liatris, engl. Liatris leaves), 
von Liatris odoratissima, einer nordameri 
kanischen Komposite, enthalten eine nicht un 
bedeutende Menge Kumarin, 1,50/0, und werden 
als Ersatz der Tonkabohnen bei der Herstellung 
von Schnupftabak verwandt. 
Lichtgrün. Diesen Namen führt teils das 
Methylgrün (s. d.), teils ein anderer Teer 
farbstoff, der aus dem Natronsalze der Diäthyh 
dibenzyldiamidotriphenylkarbiinoltrisulfosäure be 
steht und als Lichtgrün S, Lichtgrün SF, 
Säuregrün, Säuregrün SOF in den Handel 
kommt. Der Farbstoff bildet ein dunkelgrünes, 
nicht glänzendes Pulver, welches in Wasser und 
in Alkohol löslich ist und Seide und Wolle im 
saueren Bade grün färbt. 
Lichtpauspapier, mit rotem Blutlaugensalz im 
prägniertes Papier zur Herstellung weißer Ab 
züge (Kopien) auf blauem Grunde. 
Liebersche Kräuter (Hanfnesselkraut, 
Blankenheimer Tee, lat. Herba galeopsidis 
grandiflorae, frz. Herbe de galdopside, engl. 
Galeopsis). Unter diesem Namen kommt das 
zur Blütezeit gesammelte Kraut von Galeopsis 
Lad an um im geschnittenen Zustande in den 
Handel. Die Pflanze gehört zur Familie der 
Labiaten, ist in Mittel- und Westeuropa hei 
misch und bildet ein. beliebtes Mittel gegen 
Lungenleiden. 
Liebsföckelwurzel (lat. Radix levistici, frz. 
Racine de livöche, engl. Lovage röot), die 
Wurzel einer ausdauernden Doldenpflanze, 
Ligusticum levist ic um seu Levisticum 
officinale, die in Süddeutschland, Italien, der 
Schweiz und Frankreich in Berggegenden wild 
wächst und bei uns angebaut wird. Alle Teile 
der Pflanze haben einen eigentümlichen aroma 
tischen Geruch und brennend scharfen Ge 
schmack, doch werden Jetzt nicht mehr wie 
früher Kraut, Samen und Wurzeln, sondern nur 
noch die letzteren medizinisch benutzt. Man 
gräbt die starke, spindelförmige, öfter mehr 
köpfige Hauptwurzel, die sich gegen die Spitze 
in einige einfache Zweige teilt, im Frühjahr von 
2—4jährigen Pflanzen, spaltet die dicken Wur 
zelteile bei der Ernte der Länge nach und hängt 
die Stücke an Fäden gereiht zum Trocknen auf. 
Die getrockneten Wurzeln haben ein weiches, 
schwammiges Gefüge mit festerem Kern und 
sind äußerlich gelbbraun, innerlich hellgelblich 
gefärbt. Die dicke Rinde ist höckerig, quer- 
runzelig und längsrissig und zeigt zahlreiche 
orangegelbe Balsambehälter, die beim Drücken 
ihren aromatischen Inhalt austreten lassen. Die 
Droge, die außer Zucker balsamisches Harz 
und ätherisches öl als Träger des Geruches und 
Geschmackes enthält, dient in Form von. Ab 
kochungen als harntreibendes Mittel und haupt 
sächlich zur Bereitung aromatischer Liköre. 
Zum Schutz gegen Wurmfraß muß sie gut ver 
schlossen aufbewahrt werden. Die bisweilen 
beigemengte Angelikawurzel ist daran zu er 
kennen, daß sie im Gegensatz zu L. einen strah- 
ligen Querschnitt zeigt. 
Lignum, Holz. Im Drogenhandel führt man 
folgende Holzarten unter ihrer lateinischen Be 
nennung: L. campechianum, s. Blauholz; L. 
citrinum, s. Gelbholz; L. guajaci seu L. sanc- 
tum, Franzosen- oder Pockholz, s'. unter Gua- 
jak; L. juniperi, s. Wacholder; L. quassia, 
Quassienholz (s. d.); L. rhodii, s. Rosen 
holz; L. santalinum, s. Sandelholz; L. Sassa 
fras, s. unter Sassafras; L, suberinum, s. 
Kork u. a. 
Liköre (Liqueure, frz. und engl. Liqueures) 
nennt man gesüßte und gewürzte Branntweine, 
als deren Grundlage ein feiner fuselfreier Spiri 
tus (Feinsprit) dient, während der Zucker in 
Form eines farblosen Sirups zugesetzt wird. 
Zum Aromatisieren benutzt man bei den feine 
ren Sorten, wie Benediktiner, Chartreuse (s. d.) 
usw., Destillate und Auszüge aromatischer 
Pflanzenteile, bei den gewöhnlicheren meist 
ätherische Öle und Essenzen. Auch werden die 
mit Phantasienamen belegten oft mit künst 
lichen oder natürlichen Farbstoffen gefärbt, und 
zwar rot mit Koschenilletinktur, grün mit 
Chlorophyll, Gemischen von Safran- und Indigo 
tinktur oder Teerfarbstoffen. Der Alkoholgehalt 
soll mindestens 20V01.0/0 betragen. Frucht 
saftliköre (Himbeer-, Kirsch-, Eber 
eschen- usw. L.) dürfen ihre Farbe nur dem 
Gehalte an natürlichem Fruchtsaft verdanken 
und nicht weniger als 20V0I. °/o Alkohol ent 
halten. Cherry-Brandy ist im wesentlichen 
eine Zubereitung aus Kirschwasser (s. d.) oder 
Kirschwasserverschnitt und Kirschsirup mit min 
destens 27 Vol. 0/0 Alkohol. Sehr stark versüßte, 
dickflüssige L. werden als Cremes oder Huiles 
(Vanille-creme, Huile de rose), gleichzeitig mit 
Obstsäften versetzte als Ratafia (s. d.j be 
zeichnet. Weniger starke heißen Doppelliköre 
und die einfachen Aquavite. Eierkognak 
(s. d.) 
Limburger Käse (Belgischer Backstein 
käse) wird in der belgischen Provinz Limburg, 
und zwar hauptsächlich in der Umgegend von 
Hervd in Form quadratischer Stücke von 12 bis 
13 cm Kantenlänge, 6—8 cm Höhe und 0,75 bis 
1 kg Gewicht hergestellt. Er gehört zu den 
halbfetten Käsen mit mindestens 20 0/0 Fett in 
der Trockensubstanz (s. Käse) und wird in be 
zug auf Dicklegen, Salzen und Reifen ähnlich 
wie Edamer behandelt. Der Versand erfolgt 
meist in Kisten zu 12—100 Stück. 
Limettenöl (Limonöl, lat. Oleum limettae, 
frz. Essence de limette, engl. Oil of limetta),
	        

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Merck’s Warenlexikon Für Handel, Industrie Und Gewerbe. G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft, 1919.
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