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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
N
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Neutralblau 
298 
Nickelverbindungen 
9 dm lang und armdick wird, ist grünlich, gelb 
und braun marmoriert und mit zwei Rücken 
flossen versehen. Sie hat ein besonders weißes, 
fettes und festes Fleisch und gilt als Delika 
tesse. Im Frühjahr geht der Fisch in den 
. Flüssen und Nebenflüssen aufwärts und wird 
dabei gefangen, am häufigsten in England und 
der Bretagne. In geringerer Zahl kommt er 
nach Deutschland in die Stromgebiete der Elbe, 
Weser und des Rheins und gelangt dann in der 
Regel frisch zum Verbrauch. Sonst ist seine 
Zubereitung wie die der Flußbricken. 
Neutralblau, ein seit 1882 im Handel vor 
kommender Teerfarbstoff, wird durch Ein 
wirkung von salzsaurem Nitrosodimethylani- 
lin auf Phenylnaphthylamin erhalten und ist 
Phenyldimethylparaamidonaphthazoniumchlorid. 
Man erhält das N. als braunes, glanzloses, in 
Wasser und Alkohol mit violetter Farbe lös 
liches Pulver. 
Neutralrot, ein Teerfarbstoff der Azinreihe, 
besteht aus der Ghlorwasserstoffverbindung des 
Dimethyldiamidotoluphenazins und wird durch 
Kochen gleicher Moleküle Nitrodimethylanilin- 
chlorhydrat und m-Toluylendiamin unter Luft 
zutritt hergestellt. Das dunkelschwarzgrüne Pul 
ver löst sich in Wasser mit roter, in konzen 
trierter Schwefelsäure mit grüner Farbe, welche 
beim Verdünnen mit Wasser durch Bläu in Rot 
übergeht. N. färbt gebeizte Baumwolle rot 
violett. 
Neutralviolett, ein dem Neutralrot ganz ähn 
licher, wie dieses 1879 entdeckter Farbstoff, be 
steht aus der, Chlorwasserstoffverbindung des 
Dimethyldiamidophenazins, (CH 8 ) 2 N . C 6 H 8 . N 2 . 
C G H a .NH 2 . Das zum Niesen, reizende grünlich 
schwarze Pulver löst sich in Wasser mit violett 
roter Farbe und färbt gebeizte Baumwolle rot 
violett. 
Nickel, ein dem Kobalt nahe verwandtes und 
meist in seiner Gesellschaft vorkommendes Me 
tall der Eisengruppe, Ni = 55, findet sich in der 
Natur nicht in gediegenem Zustande, sondern 
nur in Form von Verbindungen. Am verbreitet 
sten sind Verbindungen mit Schwefel und Arsen. 
Das für Deutschland wichtigste Erz ist der 
Kupfernickel oder Nickolit, der von den 
Bergleuten seines Aussehens wegen für ein 
reiches Kupfererz gehalten und aus Ärger über 
die getäuschte Erwartung mit dem Schimpf 
namen belegt wurde. Er ist ein mit etwas 
Arsenkobalt, Eisen, Antimon und Schwefel ver 
unreinigtes Arsen-Nickel. Von anderen Erzen 
sind zu erwähnen der Nickelglanz oder 
Arsennickelglanz (Nickel, Arsen, Schwefel), 
Nickelspießglanz (Nickel, Antimon, Schwe 
fel), Nickelkies, Nickelblende (Schwefel- 
N.) und vor allem der Garnierit, ein völlig 
Schwefel- und arsenfreies Nickel-Magnesium- 
Silikat, das neuerdings in großen Massen von 
Neukaledonien nach Frankreich eingeführt wird, 
Die Gewinnung des N. geht vielfach Hand in 
Hand mit der Herstellung des Kobaltblaus, und 
insbesondere in Sachsen bedient man sich der 
beim Smaltebrennen abfallenden Kobalt- oder 
Nickelspeise, eines früher als unbrauchbar 
weggeworfenen Abfallstoffes, der etwa 50 o/ 0 N. 
enthält. Diese Halden oder sonstige Arsen- 
Nickel-Erze werden geröstet und mit Zuschlägen 
geschmolzen, wobei das Eisen in die Schlacke 
geht. Die zurückbleibende Nickel-Kobalt-Speise 
wird zur Entfernung des Kobalts mit Sand ge 
glüht, darauf mit Soda und Salpeter totgeröstet, 
und das Nickeloxydul mit Kohle reduziert. 
Wesentlich einfacher ist die Verarbeitung des 
Garnierits, der arsen- und schwefelfrei ist und 
direkt mit Kohle und Zuschlag geschmolzen 
werden kann. Die meist umständlicheren Ver 
fahren auf nassem Wege beruhen auf der Aus 
laugung der totgerösteten Erze mit Salz- oder 
Schwefelsäure, Fällung des Arsens durch Ein 
leiten von Schwefelwasserstoff und des Eisens 
durch Kalzium- oder Natriumkarbonat. Eine 
große Zukunft scheint endlich das Verfahren 
von Mond zu haben, nach welchem die ge 
rösteten Erze mit Kohlenoxyd auf 80 0 erhitzt 
werden. Dabei geht das N. in Form einer Ver 
bindung mit Kohlenoxyd (Nickelkarbonyl) 
gasförmig über, das sich beim Abkühlen in 
Vorlagen abscheidet. Das N. ist in reinem Zu 
stande fast silberweiß, läßt sich leichter als 
Eisen schmelzen und hat gegossen ein spez. 
Gew. von 8,3, gehämmert ein solches von 8,9. 
Es ist bei Rotglut hämmer- und streckbar, läßt 
sich schweißen, in dünne Bleche walzen und 
zu dünnen Drähten ausziehen und zeigt poliert 
einen schönen, dauerhaften Glanz. Im Handel 
erscheint das N. meist in Form kleiner Würfel 
von 1 cm Seitenlänge (Würfelnickel), die viel 
fach noch Kupfer und Eisen enthalten, oder 
als gepreßter Nickelschwamm, als granu 
liertes N,, in gerissenen Scheiben wie Kupfer 
und in Form von Barren oder Mulden. Das 
reine Nickel dient zur galvanischen Vernick 
lung von Eisen, Stahl, Messing und Zink, oder 
zum Plattieren oder zur Plerstellung von ganz 
aus Nickel bestehenden Geräten. Die letzteren 
sind ebenso wie die vernickelten außerordent 
lich haltbar, da sie nicht nur gegen Luft und 
Wasser, sondern auch gegen Schwefelwasser 
stoff und verdünnte Säuren große Widerstands 
fähigkeit zeigen. Die größte Bedeutung hat das 
N. in Form seiner Legierungen: Ncusilber, 
Argentan, Alpaka, Alfenide und Packfong, die 
aus Kupfer, Nickel und Zink bestehen und in 
versilbertem Zustande als Chinasilber oder 
Christofle bezeichnet werden. Legierungen von 
Kupfer und N. allein finden als Scheidemünzen 
in vielen Staaten Anwendung. Die deutschen 
5- und 10-Pfennig-Stücke enthalten 75% Kupfer 
und 250/0 Nickel; ebenso die belgischen und 
amerikanischen Münzen. Der mit Hilfe von 
etwas N. hcrgestellte Nickelstahl dient wegen 
seiner außerordentlichen Härte und Zähigkeit 
zur Herstellung von Panzerplatten und Kugel 
lagern. Die Salze des N. sind giftig, s. 
N ickelverbindungen. 
Nickelverbindungen. Von Nickel Verbin 
dungen kommen für den Handel hauptsächlich 
folgende in Betracht: 1. Nickelammoniumsul 
fat (schwefelsaures Nickeloxydulammo 
niak, lat. Niccolum sulfuricum ammoniatum, frz. 
Sulfate d’ammoniaque de nickel, engl. Sulfate of 
ammonia of nickel) wird dargestellt durch Auf 
lösung von Nickelkarbonat in verdünnter Schwe 
felsäure und Vermischen mit einer verdünnten 
Lösung von Ammoniumsulfat. Das ausfallende 
grüne Kristallsalz, Ni/NH^SOJ,, ist in kaltem
	        

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Merck’s Warenlexikon Für Handel, Industrie Und Gewerbe. G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft, 1919.
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