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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
P
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

BKÜWSSiS 
Plüsch 
346 
Pomeranzen 
reiben, später durch mehrmaliges Walzen im 
glühenden Zustande die feste Verbindung her 
stellt. Eiserne, nicht aus Blech bestehende Gegen 
stände, wie Teile von Wagengeschirren und 
Reitzeug, Türgriffe, Eßbestecke u. dgl. wurden 
früher mit Hilfe von Zinn plattiert, das als Löt- 
mittel zwischen Silber und Eisen trat. Jetzt wer 
den diese Gegenstände meist vernickelt. 
Plüsch (frz. Peluche, engl. Plush, Shag), ein 
samtartiger Stoff, der sich vom eigentlichen Samt 
(s. d.) nur durch die bedeutend längere Behaa 
rung unterscheidet, wird sowohl ganz in Seide 
als auch in Wolle, Baumwolle und neuerdings 
auch in Leinen hergestellt. Doppelplüsch zeigt 
beiderseitige, doch auf der inneren Seite kürzere 
Behaarung und gelangt in verschiedenen Farben, 
wie auch bedruckt in den Handel. Zur Nach 
ahmung von Pelzwerk bestimmter P. führt be 
sondere Namen, wie Astrachan oder falscher 
Krimmer. 
Podophyllin (lat. Podophyllinum, frz. Resine 
de podophyllum, engl. Resin of podophyllum), 
der wirksame Bestandteil der P odophyllum- 
wurzel, in der er zu 2—zt/gO/o enthalten ist, 
kommt als amorphe, dunkelbraune, harzartige 
Masse in den Handel, die sich in Alkohol und 
Äther löst. Das P., das wie die P.-Wurzel (s. d.) 
medizinische Verwendung findet, ist kein ein 
heitlicher Körper, sondern ein Gemenge aus 
zwei kristallisierbaren Stoffen, dem Podophyl- 
lotoxin und dem Pikropodop hyllin, mit 
einem amorphen, dem Querzetin ähnlichen 
gelben Farbstoffe. 
Podophyllwurzel (Fußblattwurzel, Enten 
fußwurzel, lat. Rhizoma podophylli, frz. Rhi 
zome de podophyllum, engl. Podophyllum root), 
der getrocknete, oft über i m lang werdende 
Wurzelstock von Podophyllum peltatum, 
einer im östlichen Teile Nordamerikas verbrei 
teten Pflanze, kommt in rötlich braunen oder 
gräulichen Stücken von höchstens 2 dm Länge 
in den Handel. Die Bruchstücke tragen an ihrem 
knotigen Ende eine vertiefte Stengelnarbe und 
unterseits ungefähr 10 dünne blasse Wurzeln, die 
leicht abbrechen. Der bisweilen verzweigte, im 
Querschnitt elliptische, höchstens 1 cm dicke 
Wurzelstock erscheint im Inneren Weiß mit einem 
dünnen Kreis von 20—40 gelben Gefäßbündeln. 
Der Geruch ist unangenehm narkotisch, der Ge 
schmack widerlich bitter und scharf. Die P. bil 
det ein in Nordamerika viel gebrauchtes Arznei 
mittel gegen Würmer und wirkt auch Erbrechen 
erregend. Sie enthält Podophyllin (s. d.) und 
Podophyl! insäure. 
Poho (Pohoöl, Pohoessenz) nennt man 
die bei der Herstellung des Menthols aus japa 
nischem Pfefferminzöl hinterbleibende Flüssig 
keit, die auch unter der Bezeichnung Gouttes 
japonaises gegen Kopfschmerz und Migräne 
Verwendung findet. — Neuerdings wird eine 
mit Menthol gefüllte Metallhülse als P. verkauft. 
Poleikraut (Flohkraut, lat. Herba pulegii, 
frz. Herbe de pouillot, engl. Poley) stammt von 
einer Art Minze (Mentha Pulegium s. Pule- 
gium vulgare), die in Süddeutschland und 
Schlesien sowie in Mitteldeutschland nicht selten 
( auf sandigen, zeitweiliger Überschwemmung aus 
gesetzten Stellen wächst. Die Stengel sind nieder 
liegend, die kleinen gegenständigen. Blätter rund 
lich und drüsig punktiert, die in Quirlen ste 
henden Lippenblüten hell purpurrot oder lila. 
Das frische Kraut riecht durchdringend gewürz 
haft, der Geschmack ist brennend und bitter. 
Die in der Blüte gesammelte und getrocknete 
Pflanze dient als bitteres, aromatisches Volks 
heilmittel, Das aus dem blühenden Kraute mit 
Wasser destillierte ätherische öl (Poleiöl, lat. 
Oleum pulegii, frz. Essence de pouillot, engl. 
Oil of European Pennyroyal) ist gelb bis rüt- 
lichgelb und riecht und schmeckt minzartig. Es 
besteht zum größten Teil aus dem bei 221 0 
siedenden Keton Pulegon und wird wie das 
Kraut verwandt. 
Polierschiefer (Silbertripel), eine leichte, 
schiefrig erdige, zerreibliche Masse von gelblich-, 
gräulich- oder bräunlichweißer Farbe, die sich 
mager anfühlt, wenig an der Zunge klebt und 
vermöge ihrer Lockerheit auf Wasser schwimmt, 
nach dem Eindringen des Wassers jedoch unter 
sinkt, ist eine Abart des Tripels und besteht wie 
dieser aus den hinterlassenen Kieselpanzem mi 
kroskopischer Tierchen (Galli onella). Nur 
durch Gewicht und Dichtheit unterscheidet sich 
der Klebschiefer (Saugschiefer), eine derbe 
dünnblätterige Masse, die sich stark an die Zunge 
hängt und, gepulvert, wie jener, zum Putzen von 
Metallen, Glas usw. dient. Der P. findet sich in 
Böhmen bei Biljn und Warnsdorf. 
Polpapier zur Auffindung des negativen Pols 
elektrischer Batterien besteht aus einem mit 
Lösungen von Phenolphtalein und Neutralsalzen 
(Salpeter, Glaubersalz) getränkten Filtrierpapier. 
Beim Anlegen des befeuchteten Reagenspapiers 
an den negativen Pol wird Alkali in Freiheit ge 
setzt, das mit dem Phenolphtalein eine rote 
Färbung liefert. 
Pomeranzen (frz. Oränges, engl. Oranges), 
die Früchte des Pomeranzenbaumes, Citrus 
Au ran ti um, kommen in zahlreichen Arten mit 
süßem und mit bitterem, zugleich sauer schmek- 
kendem Safte in den Handel, doch werden nur 
die ersteren als Obst genossen. Die getrockneten 
Schalen der bitteren Sorten C. Aurantium Bi- 
garadia bilden unter dem Namen Pomeranzen 
schalen (lat. Cortex fructuum aurantiorum ama- 
rorum, frz. Ecorce d’Oranges amöres, engl., Oran 
ge peels) einen Gegenstand des Drogenhandels 
und Werden sowohl in Apotheken und Drogerien, 
als auch zur Plerstellung von Likören benutzt. 
Man erhält sie in Form elliptischer, an beiden 
Enden zugespitzter Abschnitte, die außen dunkel 
rotgelb bis bräunlich gefärbt, ziemlich hart und 
rauh und mit zahlreichen Poren, den Überresten 
eingetrockneter Ölbehälter, versehen sind. Die 
Innenfläche ist, wie bei allen Früchten der 
Hesperideen, mit einem schwammigen, gelblich- 
weißen Überzug versehen, der nach vorherigem 
Einweichen in Wasser durch Schaben mit dem 
Messer entfernt werden kann und der Träger des 
bitteren Geschmackes ist, während die gelbe 
Außenschale (lat. Cortex fructuum aurantiorum 
amarorum expulpatus seu sine parenchymate 
seu Flavedo aurantii) ätherisches Öl enthält. — 1 
Eine besondere Art von Pomeranzenschalen bil 
den die Curacaosch.alen (s. d.). — Die eben 
falls in den Handel kommenden sehr harten un 
reifen Früchte des bitteren Pomeranzenbaumes 
(lat. Fructus aurantii immaturi, frz. Orangettes,
	        

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Merck’s Warenlexikon Für Handel, Industrie Und Gewerbe. G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft, 1919.
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