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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
T
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
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  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Tabak 
440 
Talg 
für Zigarren, Kau-, Schnupf- und Rauchtabak. 
Seedleaf und Florida finden als Deckblatt 
Verwendung. Die westindischen T., die am 
höchsten geschätzt werden, umfassen Havanna 
und Kuba für Zigarren, Domingo und Porto- 
riko hauptsächlich für Rauchtabak. Unter den 
mittel- und südamerikanischen Sorten ist 
der Varinas (Kanaster), ein sehr geschätzter 
Rauchtabak in Rollen oder Bündeln, in erster 
Linie zu erwähnen. Ähnliche Sorten sind Mara- 
kaibo, St.Thomas, Cumana, Orinoko. Ko- 
lumbia, Ambalema, Palmira, Girong. ¥u- 
katan, Carmen liefern Zigarrengut, stehen aber 
als Rauchgut dem Varinas nach. Esmeralda 
gibt Deckblatt. Sehr fein und wertvoll ist der 
Brasil. Zum Schluß ist noch der Kamerun-T. 
zu erwähnen, welcher dem Sumatra gleichstehen 
soll, und der beginnende Anbau in Deutsch-Guinea 
und Ostafrika. — Die Verarbeitung des T. 
zerfällt in die Herstellung von Rauchtabak, Zi 
garren und Zigaretten, Schnupf- und Kautabak: 
Der Rauchtabak wird, geschnitten und ge 
sponnen, in Rollen (Kraus- oder Krülltabak) ver 
kauft. Die Verarbeitung der Blätter besteht in 
einem Entrippen und Abblatten oder in einem 
Plätten der Rippen unter Walzen. Vielfach geht 
auch die Behandlung mit einer Beize oder 
„Sauce“ voraus, d. s. Mischungen von Melasse, 
Rosinenabkochungen, Feigen- und Teeauszügen^ 
Gewürzen, Kochsalz, Salmiak, Salpeter und an 
deren Salzen, durch deren Einwirkung die Brenm- 
barkeit erhöht wird. Danach folgt das Schneiden 
oder Spinnen zu Rollen und das Darren. Die 
Zigarren bestehen aus dem Wickel, d. h. der 
aus gepreßten Rippen hergestellten Einlage mit 
dem unentrippten Umblatt und dem entrippten 
Deckblatt. Sog. nikotinfreie Zigarren werden 
aus extrahiertem T. oder neuerdings auch aus 
mit Gerbstoff vermischtem T. hergestellt und 
heißen dann richtiger nikotinunschädliche Zi 
garren. Thoms sucht die Schädlichkeit des Rau 
chens durch Einlegen eines mit Eisenchlorid 
oder Ferrosulfat getränkten Wattefilters zu be 
seitigen, welches die gasförmigen Destillations 
produkte teilweise zurückhält. Schnupftabak 
wird aus den besonders fetten und schweren, 
schlecht brennenden Blättern durch Behandlung 
mit „Saucen“ unter Zusatz von Tonkabohnen, 
Veilchenwurzel, Rosenöl und anderen Aroma 
stoffen, darauf folgende Gärung (Karottieren), 
Zerreiben (Rapieren), Sieben und Sortieren her- 
gesfellt. Zum Einwickeln benutztes Stanniol darf 
nicht.mehr als t°/o Blei enthalten. Kautabak 
wird aus fettem, schwerem, besonders Kentucky 
tabak, durch Einlegen in sog. Saucen und Fer 
mentieren hergestellt und zu fingerdicken Rollen 
(Andouillen) gesponnen oder in Stangen gepreßt. 
— Zusätze fremder Blätter sind grundsätzlich als 
unzulässig zu bezeichnen, da das Tabaksteuer 
gesetz vom 15. Juli 1909 in §37 die Verwendung 
von Ersatzmitteln verbietet. Der Bundesrat hat 
aber mehrfach von der ihm eingeräumten Be 
fugnis Gebrauch gemacht und gewisse Ersatz 
mittel, insbesondere Rosen-, Kirschen-, Weichsel-, 
Althee-, Wegebreit-, Huflattichblätter, Plopfen- 
zapfen und Steinkleeblüten für geringere Sorten 
zugelassen. Hingegen sind andere Blätter, u. a. 
von Rüben, Ampfer, Kartoffeln, Zichorien, Rha 
barber, Ulmen, Platanen, Walnuß, Linden, Kohl 
usw. durchweg als Verfälschungsmittel beurteilt 
worden. Der Tabakmangel im Kriege hat aber 
gezwungen, noch weitere Zugeständnisse zu 
machen und auch den Zusatz von Buchen- und 
Zichorienlaub nachzulassen. Unter der Bezeich 
nung Tabakersatz oder Rauchkräuter sind 
sogar völlig aus fremden Blättern bestehende Er 
zeugnisse in den Verkehr gelangt. Schnupftabak 
wird bisweilen durch Eisenvitriol, Bleichromat, 
Mennige und andere mineralische Beschwerungs 
mittel verfälscht. Bei Zigarren sind künstliche 
Deckblätter aus braunem Papier festgestellt wor 
den. — Der T. bildet eine sehr beliebte und 
einträgliche Ware für Besteuerung. Die Steuer 
wird entweder in Form einer Fabrikatsteuer (Ban 
derole) oder einer Flächensteuer erhoben. Viele 
Staaten, wie Frankreich, Österreich-Ungarn, Ita 
lien, Spanien, haben Monopole eingeführt. 
Tabletten (lat. Tabulettae, frz. Tablettes, engl- 
Tabloids) nennt man durch Druck, oft unter Zu 
satz von etwas Gummiarabikum oder Tragant, 
hergestellte Täfelchen, ähnlich den Pastillen, die 
gleich diesen mdist im Großbetriebe erzeugt 
werden. Als freigegebene T. sind Natrontablet 
ten, Brausepulvertabletten, Salmiaktabletten zu 
erwähnen. 
Tada paya werden auf Java die Samen der 
Sterculia Balanghas L. genannt, die geröstet 
als wohlschmeckende Speise diepen. Sie haben 
die Größe und Form einer Bohde, besitzen eine 
runzelige Schale und braune Farbe. Aus dem 
Fruchtfleische, in dem die Samen sitzen, wird 
eine gegen Diarrhöe wirksame Gallerte her 
gestellt. 
Takamahak (lat. Resina tacamahaca, frz. und 
engl. Tacamahac) ist ein dem Elemiharz ähn 
liches wohlriechendes Harz verschiedener Her 
kunft von Bäumen aus den Familien der Burse- 
razeen und Guttiferen, deren Steinfrüchte 
zum Teil stark ölhaltig sind und außerdem Harz 
bestandteile enthalten. 1. Das westindische 
oder amerikanische T. besteht aus großen, 
rundlichen, graubräunlichen Stücken, die spröde 
und zerreiblich, außen bestäubt und auf dem 
Bruche glänzend und durchscheinend sind. Das 
Llarz besitzt einen balsamischen, lavendelartigen 
Geruch, der namentlich beim Erwärmen deutlich 
hervortritt, und einen aromatischen bitteren Ge 
schmack. Es stammt von Elaphrium tomen- 
tosum (Jacq.), s. Bursera tomentosa und 
Elaphrium excelsum. 2. Das ostindische 
T., von Calophyllum Inophyllum (Lin.) er 
hält man in gelbbraunen, weißlich bestäubten, 
schwach fettglänzenden Stücken, die schon in 
der Handwarme erweichen und schwach lavendel 
artig riechen. 3. Bourbon- oder Madagas- 
kar-T., auch Marienbalsam genannt, bildet 
dunkelgrüne, undurchsichtige, nach Angelika 
riechende, schwach bitter schmeckende Massen 
und stammt von Calophyllum Tacamahaca- 
Verwendung findet T. als Räuchermittel und in 
der Volksmedizin. 
Talg (Unschlitt, Inselt, lat. Sebum, frz- 
Suif, engl. Tallow) nennt man die Fettmassen, 
die umhüllt und durchzogen von Zellgewebe- 
häuten um die Nieren und das Netz sowie 
zwischen den größeren Muskeln der Wieder 
käuer liegen und um so reichlicher vorhanden 
sind, je besser der Ernährungszustand der Tiere
	        

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Merck’s Warenlexikon Für Handel, Industrie Und Gewerbe. G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft, 1919.
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