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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
T
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Taxin 
443 
Tee 
nach oben verästelten Stengel, gegenüberstehende, 
länglichovale Blätter und sehr kleine, trichter 
förmige, dünnröhrige, fünfspaltige, rosenrote, sel 
tener weiße Blüten, die eine flache Trugdolde 
bilden. Das blühend ohne die stärkeren Stengel 
teile gesammelte Kraut ist geruchlos, schmeckt 
aber intensiv und rein bitter und wird in Form 
von Abkochungen und Extrakten zu bitteren 
Magenmitteln wie Enzianwurzel gebraucht. Außer 
dem verwendet man dasselbe zum Bittermachen 
von Likören. 
Taxin, ein in den Blättern von Taxus bac- 
cata (siehe Eibenbaumblätter) enthaltener 
Giftstoff, gehört zu den stickstoffhaltigen orga 
nischen Basen und bildet ein in Alkohol und 
Äther lösliches, weißes, kristallinisches Pulver 
von bitterem Geschmack. Man gewinnt es durch 
Extraktion der Taxusblätter mit Äther, Abdestil 
lieren des letzteren, Behandeln des Rückstandes 
mit angesäuertem Wasser und Fällen mit Am 
moniak. T. ist für medizinische Zwecke emp 
fohlen worden. 
Teakholz. Der auch als indische Eiche 
bezeichnete Teakbaum, Tectonia grandis, 
der als einer der höchsten aller Bäume in den 
hoch und trocken liegenden Wäldern Ostindiens 
vorkommt, zeichnet sich durch schnelles und 
gerades Wachstum aus und erreicht in 100 Jahren 
seine volle Stärke. Das hellbraune, poröse und 
ölhaltige Holz, das sich gut bearbeiten läßt, 
bildet wegen seiner Widerstandsfähigkeit gegen 
Wurmfraß und seiner Haltbarkeit im Wasser, die 
dreimal größer als diejenige des Eichenholzes ist, 
einen gesuchten Rohstoff für Wasserbauten. Vor 
allem wird es beim Schiffsbau, u. a. als Unter 
lage für die Panzerplatten der Kriegsschiffe be 
nutzt. Infolge der regen Nachfrage sind die Be 
stände bereits stark gelichtet, nur auf Malabar, 
Java und Zeylon ist der geschätzte Baum noch 
in größeren Mengen erhalten, und man hat 
daher neuerdings künstliche Pflanzungen an 
gelegt. Die Blüten und Blätter der T. werden 
in den Tropen gegen Cholera und Harnleiden 
angewandt. — Australisches T. stammt von 
Endiandra glauca, afrikanisches T. von 
Oldfielda africana und Pterocarpus eri- 
ttaceus. Beide sind vortrefflich für denBau von 
Eisenbahnwagen geeignet. 
Tee (lat. Thea, frz. Thd, engl. Tea) besteht 
aus den zusammengerollten und getrockneten 
Elättern des zu den Ternströmiazeen ge 
hörigen Teestrauches, Thea chinensis, eines 
immergrünen Strauches oder kleinen Baumes, 
der in China und Japan heimisch, nach Java, 
Indien und Amerika verpflanzt worden ist. Er 
ist wild wachsend bis zu to m, angebaut aber 
höchstens 3 m hoch, trägt glänzend kahle, leder 
artige Blätter, weiße oder rosenrote Blüten und 
dreifäcberige, dreisamige Kapseln mit kirsch 
kerngroßen, glänzend braunen Samen. Nach der 
Größe der Blätter unterscheidet man den klein- 
u nd dickblättrigen T. (Thea chinensis mi- 
crophyllä) in China und Japan mit 4—7 cm 
'angen, 2—3 cm breiten Blättern und den als 
eigentliche Stammpfianze betrachteten groß- und 
dünnblättrigen oder Assam-T. (Thea chi- 
■tensis assamica) in Ostindien und Zeylon mit 
•o—14 cm langen und 4—5 cm breiten Blättern. 
Weniger wichtige Abarten sind T. viridis mit 
langen, breitlanzettlichen, T. Bohea mit kurzen, 
verkehrt eiförmigen, und T. st riet a mit schmalen 
Blättern. Der T. wächst in China zwischen 
25 und 31 0 n. Br., geht aber auch bis zu 40 0 
n. Br. hauptsächlich in Betg- und Plügelland. 
Man baut ihn in ganzen Hainen oder in Reihen 
zwischen Feldern und selbst auf Dämmen der 
Reisfelder in leicht sandigem, ajber gut gedüng 
tem Boden. Die aus Samen gezogenen Pflänz 
linge werden in Abständen von 1,25 m gepflanzt 
und im dritten Jahre auf etwa 60 cm gestutzt. 
Man hält die Sträucher beständig unter dem 
Schnitt in I—3 m Höhe, lockert häufig die 
Erde, beseitigt das Unkraut und düngt mäßig. 
Nach sieben Jahren werden alle Schößlinge zu 
neuem Stockausschlag abgeschnitten und treiben 
dann sehr zarte Blätter. Die Ernte erfolgt vier- 
bis fünfmal im Jahre. Im Februar und März 
pflückt man die glänzenden, eben aus der Knospe 
entfalteten Blättchen mit weißer Behaarung, die 
sog. Teeblüten (Pekko), und danach in Ab 
ständen von 1V2 Monaten bis zum Oktober die 
später entwickelten Blätter, von denen diejenigen 
der ersten Ernte die besten sind. Zur weiteren 
Verarbeitung werden zwei verschiedene Verfahren 
eingeschlagen, je nachdem man grünen oder 
schwarzen Tee zu erhalten wünscht. Zur Dar 
stellung des grünenT. werden die Blätter gleich 
nach dem Pflücken schwach gedämpft, mit den 
Händen gerollt und in Pfannen, auf freiem Feuer 
rasch geröstet, wobei sie ihre grüne Farbe be 
halten. Der schwarze T. entsteht dadurch, daß 
man die schwach erhitzten Blätter 2—3 Tage 
lang einer Gärung, nach Art der Braunheuberei 
tung überläßt und dann trocknet. Durch die 
Einwirkung von Enzymen (Oxydasen) wird hier 
bei ein besonderes Aroma entwickelt, ein Teil 
des Gerbstoffs zerstört und die grüne Farbe in 
Schwarz umgewandelt. Die Abfälle, Zweigspitzen 
und Stengelteile, werden, meist unter Zuhilfe 
nahme von Gummi, Blut oder anderen Binde 
mitteln, zu Backstein- oder Ziegeltee, Bruch 
tee, Würfeltee oder Lügentee zusammen 
gepreßt. Zur Erhöhung des Duftes werden bis 
weilen wohlriechende Blätter und Blüten bei 
gemischt. — Von den zahlreichen Sorten des 
chinesischen T. gehören zum schwarzen T. 
der aus den jüngsten Zweigspitzen mit noch 
nicht völlig entfalteten, silberhaarigen Blättern 
bestehende Pekko, ferner der Kongo oder 
Concho mit 3—8 cm langen, U/s—2 cm breiten, 
braunen bis braunroten Blättern, Souchong mit 
ausgewachsenen, s cm langen und bis 2 m 
breiten bräunlichen, ins Violette spielenden Blät 
tern und Kapernconcho, Kaperntee, die 
geringste Sorte des schwarzen T. Der feinste 
grüne T., der Haysan, aus bläulichgrünen, 
zylindrisch, nicht spiralig gerollten, seidenhaarigen 
Blättern, zerfällt in die beste Sorte Junghaysan 
und die geringere Haysanskin. Auslese ist der 
Kaisertee, Imperial. Gunpowder, der zu 
Körnchen geformt in den Handel kommt. Ton 
kay oder Twankay bildet die Mittelsorte, Perl 
oder Pulvertee die geringste. Weiter kommt 
aus China noch sog. gelber Tee (Blumentee), 
der in gleicher Weise wie der grüne hergestellt, 
aber im Schatten getrocknet wird. Er umfaßt 
den gelben Oolong, den gelben Mandarinen- 
und Karawanentee. Ganz ähnliche Erzeugnisse
	        

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Merck’s Warenlexikon Für Handel, Industrie Und Gewerbe. G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft, 1919.
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