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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
W
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Wasserglas 
474 
Wasserstoffsuperoxyd 
verschmälerten Teilfrüchten von grünlichbrauner 
Farbe, die auf dem Rücken fünf hellere Riefen 
zeigen. Die Früchte besitzen einen starken, un 
angenehm aromatischen Geruch und Geschmack 
und werden gegen Husten, ferner in der Tier 
heilkunde als Bestandteil des Kropfpulvers bei 
Pferden, sowie in der Käsefabrikation ange 
wandt. — Das farblose bis gelbe ätherische 
Wasserfenchelöl (lat. Oleum phellandrii, frz. 
Essence de fenouil d’eau, engl. Oil of water 
fennel seeds), das den Geruch der Früchte zeigt, 
hat ein spez. Gew. von 0,850—0,890 und besteht 
zu 800/0 aus einem Terpen, Phellandren. — 
Verwechslungen von Wasserfenchel mit den 
Früchten des Wasserschierlings, Cicuta vi- 
rosa, sollen Vorkommen. Man erkennt die letz 
teren aber leicht an ihrer Geruchlosigkeit und 
an ihrer Form. Sie sind nämlich kleiner, fast 
kugelrund, nur von den Seiten her etwas zu 
sammengedrückt, gelbbraun und mit breiten, 
wenig erhabenen Rippen versehen. 
Wasserglas (lösliches Glas, Jat. Liquor si- 
licici, frz. Verre soluble, engl. Water glass), eine 
Art Glasmasse, die sith in siedendem Wasser 
auflöst und nach dem Eintrocknen wieder als 
fester, durchsichtiger Rückstand hinterbleibt, 
unterscheidet sich von dem eigentlichen Glas 
nur durch das Fehlen von Kalk, Blei oder 
anderen Zuschlägen und besteht lediglich aus 
Alkalisilikaten. Nach der Natur des vorhan 
denen Alkalis unterscheidet man Natron-W. 
(Liquor natrii silicici), Kali-W. (Liquor kalii 
silicici) und Doppel-W., ein Gemisch von Na 
trium- und Kaliumsilikat. Zur Herstellung des 
W. schmilzt man gepulverten Quarz oder Feuer 
stein unter Zusatz von etwas Kohlenpulver mit 
Soda, Pottasche oder einem Gemisch beider und 
kocht die nach dem Erkalten pulverisierte 
Schmelze mit Wasser aus. Die so erhaltene Lö 
sung ist bei Natron-W. meist grünlich, bei Kali- 
W. bräunlich gefärbt oder farblos. Nach einem 
billigeren Verfahren ersetzt man die Soda ganz 
oder teilweise durch Glaubersalz, muß dann 
aber einen größeren Überschuß von Kohle an 
wenden und erhält auch eine dunklere Ware. 
Schließlich kann W. auch ohne Schmelzung 
durch einfaches Kochen von Kieselgur oder 
Feuersteinpulver mit Natronlauge dargestellt 
werden. Die Wasserglaslösungen, die 33- und 
660/oig in den Handel kommen, bilden mehr 
oder weniger zähe Flüssigkeiten. Schon durch 
die Einwirkung der atmosphärischen Kohlen 
säure werden sie unter Abscheidung gallert 
artiger Kieselsäure zersetzt und müssen daher 
in gut verschlossenen Gefäßen aufbewahrt wer 
den. — W. findet ausgedehnte technische Ver 
wendung. Es dient zu Anstrichen auf Stein und 
Mauerputz, welche dadurch eine Art Verkiese 
lung erhalten und, wie selbst alte verwitternde 
Bildwerke, neu gefestigt werden. Holz, Lein 
wand, Papier und Pappe in Form von Theater 
dekorationen und Dachbedeckung werden durch 
Überzüge von W. unverbrennlich. Außerdem 
benutzt man W. als Kitt und Klebmittel, als 
Füllstoff für Seifen, zum Schlichten von Baum 
wollgarn, als Konservierungsmittel für Eier und 
als Bindemittel für gewisse alkalibeständige An 
streicher- und Zeugdruckfarben. Festes gepul 
vertes W. liefert beim Anrühren mit wenig 
Wasser einen widerstandsfähigen hydraulischen 
Mörtel. Das sog. Fixierungs-W., ein mit viel 
Kieselsäure angereichertes, Doppel-W., wird zum 
Fixieren der Farben in der Stereochromie, 
einer Art vorzüglich dauerhafter Freskomalerei, 
benutzt. 
Wassernabel, asiatischer (asiatisches 
Wasserbecherkraut, lat. Herba hydrocotyles 
asiaticae, frz. und engl. Hydrocotyle). Unter 
diesem Namen kommen die Blätter einer in den 
Tropen, heimischen, zu den Umbelliferen ge 
hörenden Wasserpflanze, Hydrocotyle asi- 
atica L., vermischt mit Blüten, Früchten und 
Wurzelteilen derselben Pflanze in den Handel. 
Die Blätter sind langgestielt, in der Mitte ver 
tieft und enthalten als wichtigsten Bestandteil 
Vellarin, einen stark riechenden, bitter schmek- 
kenden ölartigen Körper. Das Kraut findet 
gegen Hautkrankheiten in Form von Umschlä 
gen beschränkte Verwendung. 
Wasserreis (Hafer-Tuskarora, amerika 
nischer Reis, frz. Zizania, engl. American oat 
rice), eine dem Reis verwandte Pflanze, Zi 
zania palustris, wächst wild in Südkarolina 
und Jamaika und wird auch bis Kanada ähnlich 
wie Reis als Nahrungsmittel angebaut. Im 
grünen Zustande dient sie im Ursprungslande 
als Viehfutter. 
Wasserstoffsuperoxyd (lat. Hydrogenium per- 
oxydatum, frz. Eau oxygen6e, Solutd officinal 
d’eau oxygende, engl. Liquor hydrogenii per- 
oxidi) ist neben dem Wasser die zweite Ver 
bindung des Wasserstoffs mit dem Sauerstoff 
und enthält nach der Formel H 2 0 2 91,2 % Sauer 
stoff und 8,8 0/0 Wasserstoff. Zu seiner Dar 
stellung versetzt man mit Wasser verrührtes 
Bariumsuperoxyd mit soviel Phosphorsäure, daß 
die Reaktion gerade neutral ist, filtriert, fällt die 
Spuren gelöster Bariumsalze mit einer genau 
ausreichenden Menge Schwefelsäure und filtriert 
von neuem. Durch vorsichtiges Eindunsten der 
wäßrigen Lösung bei 60—70 0 kann diese bis 
auf 40—50 0/0 konzentriert und durch Destilla 
tion im Vakuum völlig vom Wasser befreit 
werden. Das 99°/oige W., eine sirupöse Flüssig 
keit vom spez. Gew.1,453—1,500, ist in Alkohol 
und in Äther löslich. Praktische Verwendung 
findet nur die drei Gewichtsprozent W. ent 
haltendewäßrige Lösung, die auch als 10-Vol.- o/oig 
bezeichnet wird, weil sie ihr tofaches Volum an 
Sauerstoff abzugeben vermag. Sie bildet eine 
farblose Flüssigkeit von herbem und bitterem 
Geschmack und reagiert infolge eines geringen 
Gehaltes an konservierend wirkender freier 
Schwefelsäure oder Phosphorsäure schwach 
sauer. Ihr spez. Gew. beträgt 1,006—1,012. W- 
muß in nicht völlig gefüllten Flaschen kühl und 
dunkel aufbewahrt werden. Es gibt leicht ein 
Atom Sauerstoff ab und wirkt daher desinfi 
zierend, oxydierend und bleichend. Man benutzt 
es in der. Medizin äußerlich als Verbandmittel, 
zum Gurgeln und zu Einspritzungen gegen 
Tripper, innerlich bisweilen gegen Diphtherie- 
In der Technik dient es als Bleichmittel für 
Elfenbein, Schwämme und Gespinste, sowie 
unter verschiedenen Namen, wie Aurdoline, 
Gold-Feen-Wasser, Golden-Hair-Wash, 
zum Entfärben und Blondmachen dunkler 
Haare, Pyrozon ist eine zur Entfernung von
	        

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Die Bodenreform Im Lichte Des Humanistischen Sozialismus. Verlag von Duncker & Humblot, 1913.
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