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Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute

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Bibliographic data

Full text: Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute

Monograph

Identifikator:
897012496
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-11642
Document type:
Monograph
Author:
Madelung, Ernst http://d-nb.info/gnd/116654805
Title:
Die Entwicklung der deutschen Portland-Zement-Industrie ...
Place of publication:
München
Publisher:
Verlag von Duncker & Humblot
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (99 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
II. Die Entwicklung der deutschen Portland-Zementindustrie bis zur Krise der Jahre 1901/02
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute
  • Title page
  • Contents
  • Erster Teil. — Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle
  • Zweiter Teil. — Handel
  • Dritter Teil. — Industrie
  • Vierter Teil. — Weltwirtschaft und Handelspolitik
  • Fünfter Teil. — Verkehrswesen
  • Sechster Teil. — Volkswirtschaftliche Zustände in den Vereinigten Staaten von Amerika
  • Autorenverzeichnis
  • Index

Full text

104 Zweiter Teil. Kandel. V. Kandelsunternehmung rc. 
zubieten. Ganz selbstverständlich ist dies zu jederzeit von denjenigen Stellen, die mehr 
oder weniger den Charakter von Vertrauensposten besitzen. Für diese bestimmt sich 
auch das Gehalt immer nach durchaus individuellen Faktoren. Die Gehilfen in den 
kleineren Geschäften und die ganze Klasse der Ladengehilsen allerdings stehen durch 
schnittlich mit ihrem Gehalte nicht viel besser als gut bezahlte ausgebildete Lohnarbeiter, 
und die höheren Anforderungen, denen sie in bezug auf Kleidung und Äußeres genügen 
müssen, bilden für sie eine besondere Belastung. Zu diesen Kreisen, die sich größtenteils 
aus den oft ungenügend vorgebildeten Söhnen des unbemittelten Gewerbe- und Kand- 
werkerstandes rekrutieren, hat sich in der neueren Zeit einerseits infolge der zunehmenden 
Äberfüllung und andererseits durch die auf Verkürzung der Arbeitszeit gerichteten 
Besttebungen der Boden für eine „soziale Frage im Kaufmannsstande" gefunden, 
die übrigens auch viele Kontorgehilfen berührt und auch auf die sachgenossenschaftlichc 
Vereinsbildung unter den Kandelsgehilfen einen bedeutenden Einfluß ausgeübt hat. 
Wollte man sich auf den Standpunkt der Marxschen Lehre stellen, so müßte man 
sagen, daß das Kandelskapital sich nicht unmittelbar durch Ausnutzung der produzierenden 
Arbeiter „Mehrwert" aneigne, sondern daß es aus der Gesamtmenge des Mehrwertes, 
der zunächst in die Kand der unmittelbar an der Produttion beteiligten kapitalistischen 
Unternehmer gelangt, einen gewissen, nach seiner Größe bemessenen Anteil für sich 
in Anspruch nehme. Mit anderen Worten: das Kandelskapital erzielt nach der Seite 
der Produktion hin seinen Gewinn hauptsächlich im Jnteressenkampf mit anderen kapita 
listischen Unternehmern, nicht aber in einem unmittelbaren Ringen mit den Interessen 
der Lohnarbeit. Der Kandelsunternehmcr kaust nicht die Arbeit selbst möglichst billig 
auf, um das Produkt derselben möglichst teuer zu verkaufen, sondern er sucht den 
Preis des fertigen Erzeugnisses der kapitalistischen Produttion beim Einkauf möglichst 
herabzudrücken, um beim Verkauf möglichst viel daran zu gewinnen. Demnach steht 
der Kandel außerhalb des Bereichs der unmittelbaren sozialen Konflikte; der zwischen 
Kapital und Kapital geführte Kampf kann zwar für den einzelnen bald auf der 
einen, bald auf der anderen Seite sehr empfindlich werden, aber nicht zu einen: Klassen 
gegensätze führen. Diese Stellung des Kandels zur unmittelbaren Produttion hat 
ohne Zweifel dazu beigettagen, daß er nicht nur im Altertum und Mittelalter, sondern 
auch in unserer Zeit so häufig vom sittlichen, sozialen oder wirtschaftlichen Standpuntte 
einer ungünstigen Beurteilung unterzogen worden ist. Der Segen der Ärbeit schrumpft, 
wie G. Cohn sagt, für den Kaufmann zusammen zu der alles andere ausschließenden 
Berechnung des wohlfeilen Einkaufs und des vorteilhaften Verkaufs. Bei den: Betriebe 
der Landwirtschaft oder der Industrie mag das rechnende Eigeninteresse mit nicht 
geringerer Intensität wirksam sein als beim Kandel, aber es wird für die äußere 
Beurteilung mehr verdeckt durch die mit ihm zusammengehende augenfällig auf Aus 
beutung der Natur und Kervorbringung neuer nützlicher Dinge gerichtete Tätigkeit. 
Trotz dieses ungünstigen Scheines kommt dem Kandel eine bei der gegebenen Gesellschafts 
ordnung unentbehrliche und ebendeswegen auch produttive Funttion zu.
	        

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Der Salzhandel, Die Salinen Und Salzbergwerke Württembergs Im 19. Jahrhundert. Druck von H. Laupp jr., 1912.
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