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Die Paumgartner von Nürnberg und Augsburg

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Bibliographic data

fullscreen: Die Paumgartner von Nürnberg und Augsburg

Monograph

Identifikator:
897232399
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-12062
Document type:
Monograph
Author:
Krag, Wilhelm http://d-nb.info/gnd/11637523X
Title:
Die Paumgartner von Nürnberg und Augsburg
Place of publication:
München
Publisher:
Verlag von Duncker & Humblot
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (VIII, 135 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Die Paumgartner von Nürnberg und Augsburg
  • Title page
  • Contents
  • I. Die Paumgartner von Nürnberg
  • II. Die Paumgartner von Augsburg

Full text

9 
129 
völligen Zusammenbruch zeigen die Copialbücher von 1526. 
Sein Haus in Kufstein — ein stattliches Patrizierhaus mit 
50 Gemächern, das aber die Spuren der Verwahrlosung an sich 
trug — war einem gewissen Dionysius Praun und der Stadt 
Kufstein verschrieben wegen 30 fl Zins, die er nicht bezahlen 
konnte 1 ). „Er war in solcher Armut und Elend, dass er weiter 
gar kein Unterhaltung und Nahrung hatte." Dazu kamen 
Bedrängnisse, die er wegen seines religiösen Bekenntnisses zu 
erleiden hatte. Er schloss sich nämlich der Reformation an 
und liess in der ihm gehörigen Kapelle zu Kufstein den Priester 
Wolfgang Ochsenhauser die neue Lehre verkünden 2 ). Mehr 
mals verwarnte ihn die Regierung in Innsbruck und forderte 
die Abschaffung dieser Neuerungen. Ochsenhauser verliess 
dann zwar Kufstein, Baumgartner aber blieb seinem Bekenntnis 
treu. Im Jahre 1528 sandte ihm Luther selbst einen Trostbrief 3 ). 
Die Regierung sah mit Bedauern diesen vollen Bankrott 
Baumgartners, „da er ein tüchtiger Bergmann war und nicht 
leichtsinnig spekuliert hatte.“ Der Uebergang des Tiroler Berg 
baus in die Hände der Augsburger wurde für ihn zum Ver 
derben. Der kleine Unternehmer konnte sich gegen diese 
hinanzleute nicht behaupten. Die Regierung verschaffte ihm 
ein kleines Amt, aus dem er seinen Lebensunterhalt gewann 4 ). 
Seine Bergwerke in Luenz baute er weiter, der Ertrag war 
jedoch den Gläubigern verschrieben. Jahrelang (1528 bis 1532) 
führte er mit diesen Prozesse, jedoch ohne Erfolg. Zuletzt 
musste er sogar sein Wohnhaus in Kufstein verlassen. Er 
starb im Jahre 1535 zu Kufstein und wurde dort in der von 
seiner Familie gestifteten Kapelle begraben. 
beteiligen. Die Bergwerke Martin Baumgartners hatten sie zunächst 
nur verwesungsweise inne. 
9 Missiv an Hof (1526) fol. 64. 
2 ) J. Loser th: Der Anabaptismus in Tirol (in: Archiv für österr. 
Geschichte Bd. 78 (1892) S. 425 ff.). 
3 ) Dr. Martin Luthers Briefwechsel, bearb. u. mit Anmerkungen ver 
sehen von Ernst Ludwig Enders 6. Bd. Calw und Stuttgart 1895 S. 383. 
4 ) Missiv an Hof (1,326) fol. 71. Hier wird von Baumgartners 
bergmännischer Tüchtigkeit gesprochen und auch erwähnt, dass ge 
schickte „Bergwerkspersonen“ wenig mehr vorhanden seien. Baum 
gartner erhielt dann das oberste Bergmeisteramt mit jährlich 100 fl 
Dienstgeld.
	        

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Die Paumgartner von Nürnberg Und Augsburg. Verlag von Duncker & Humblot, 1919.
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