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Es gibt in der Praxis Kalkulationsmethoden, die auf die Berechnung
der Erzeugungskosten der einzelnen Produktionsstellen
(Arbeitssäle) verzichten, die Fabrikation kalkulatorisch als eine
Einheit auffassen, den Gesamtaufwand durch die Gesamtproduktion
dividieren. Dieses Verfahren verstößt gegen die einfachen
Grundsätze der Kalkulationslehre. Bei der Berechnung der
Einzelkosten der Arbeitsprozesse verteilt man die Zusatzkosten
nach dem. Gewicht der Stühle und für die Arbeitsstunden, differenziert
also die Stundenaufschläge, indem man der Breite der
Stühle, bzw. des Gewebes, mittelbar, einen Einfluß auf den Kostenanteil
einräumt.
Eine mechanische .Weberei ] ) besitzt 442 einschützige
glatte Stühle, 178 Wechselstühle. Die Anlagen (Maschinen, Transmissionen)
stehen mit Mk. 288 017,—, Liegenschaften und Gebäude
mit Mk. 196 142,— zu Buche.
Die monatlichen Unkosten erfordern:
5 o/o; Abschreibung auf Maschinen
1 4 % „ „ Liegenschaften
2<>/o: „ „ Gebäude
5„°/o Zinsen auf das Anlagekapital
ö.o/o ,, ,, „ Betriebskapital (300 000)
Verwaltung
Bauunterhaltung . 1 . .
Maschinen- und Geräte-Unterhaltung
Versicherung, Steuern
Dampf .
Gas
Meister, Bobinenfahrer, Spulenabgabe
Gehilfen
Stückschreiber und Nachseher .
Putzerinnen, Näherinnen
Betriebslöhne für Schlosser, Schreiner, Heizer,
Knechte, Taglöhner, Packer
Schlichtmaterial ............
zusam’men
Mk.
1200,07
80,-166,90
2 017,43
1250,—
1763,30
360,60
1586,50
647,—
1261,20
>1
288,05
1571,70
214 —
374,10
243,20
1293,50
>>
570 —
Mk, 14 887,55
Das Betriebsjahr umfaßt 303 Arbeitstage z,u je 11 Arbeitsstunden,
von deren Gesamtzahl 55 Stunden für früheren Schluß der
Arbeitszeit am Tage vor Sonn- und F'eiertagen abgehen. Es verbleiben
([303 X 11] —55): 12 für den Monat — gleichmäßiger Betrieb
vorausgesetzt — 273 Betriebsstunden. Auf 1' Arbeitsstunde
entfallen somit Mk. 54,53 s Betriebsunkosten.
*) Vgl. Österreichs Wollen- und Leinen-Industrie, 1903.