Full text: Die konsumgenossenschaftliche Gütervermittlung, ihre Technik und wirtschaftliche Bedeutung

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der einzelnen Verkaufsstellen durch die für sie am besten geeignete Geschäftsart 
erfolgen." „Das Filialsystem führt also dahin, daß der „optimale Standort" 
des Detailhandels jeder Branche leichter und sicherer als bisher erkannt 
wird." 7 ) 
Am sichersten aber dürfte der „optimale Standort" von 
den Konsumgenossenschaften erkannt und eingehalten werden. Nur 
dort errichtet die Konsumgenossenschaft eine Abgabestelle, wo eine 
genügende Zahl von Konsumenten sich verpflichtet hat, ihre Be 
darfsgüter in der zu errichtenden Abgabestelle zu entnehmen. Damit 
fällt jedes Risiko weg. Hier wird also noch viel mehr das volkswirt 
schaftliche Interesse gewahrt als bei den kapitalistischen Filial- 
betrieben. Eine größere Annäherung an das Prinzip des kleinsten 
Mittels als wir sie hier bei den Konsumgenossenschaften sehen, ist 
überhaupt kaum möglich. •. 
„Bei getrennten Handelsstufen unterhalten alle selbständigen Zwischen 
glieder Lagerbestände, die Fabrikanten, die Grossisten, die Detaillisten. Diese 
Zersplitterung der Warenvorräte in viele einzelne, von einander getrennte, 
nicht sicher zu übersehende Teillager verschwindet beim Filialbetriebe. Er 
.hat nur ein Zentrallager, daneben noch vielfach nach Versorgungsschichten 
gegliederte Unterabteilungen. Das bedeutet eine Kleinhaltung der Lager- 
bestände, d. h. eine Ersparnis an volkswirtschaftlichem Kapital. 
Zugleich folgt daraus aber eben wegen der Verschmelzung der sonst 
getrennten wirtschaftlichen Funktionen eine engere Anpassung der Produktion 
an den Verbrauch und daraus wieder eine Erhöhung der Stabilität in der 
Volkswirtschaft. " 7 a) 
Wenn mau diese letzten Worte liest, möchte man glauben, der 
mehrfach zitierte Autor hätte dabei die Konsumgeuossenschafteit und 
tlicht, wie es in Wirklichkeit ist, die kapitalistischen Filialbetriebe 
im Auge. Denn weit mehr als auf letztere trifft der zuletzt geschil 
derte Vorzug auf die Konsumgenossenschaften zu. Durch sie wird 
nicht bloß „eine engere Anpassung der Produktion an den Verbrauch", 
sondern eine vollständige Verbindung von Produzent 
und Konsument erzielt. Der Konsument produziert selbst und 
er produziert nur das, was er braucht. Krisen infolge Ueberproduktion 
sind in der konsumgenossenschaftlichen Gütervermittelung ein Un 
ding. Das ist auch privatwirtschaftlich bedeutsam: der privatwirt 
schaftliche Bedarf kaun mit Leichtigkeit abgeschätzt werden. Die Um 
schlagsreste (Lagerhüter) werden seltener. 
Wir sehen, daß in einer ganzen Reihe voll Fällen die konsum- 
genossenschaftlichen Filialbetriebe weit g r ö ß e r e B o r t e i l e als die 
kapitalistischen Filialbetriebe zeigen. Alle diese Vorteile kommen 
ft Hirsch a. a. O. S. 238. 
7 a) Ebenda. S. 239.
	        
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