fullscreen : Frédéric Le Play in seiner Bedeutung für die Entwicklung der sozialwissenschaftlichen Methode

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und  bringt  so  alles  hervor,  was  zur  Ernährung  einer  zahlreichen
gewerbetreibenden  Bevölkerung  nötig  ist.  Die  Stadt  wird  von  einem
starken  Wasserlauf,  der  Wupper,  und  von  mehreren  Nebenbächen
gestreift,  die  den  zahlreichen  für  die  Messer-  und  Waffenfabriken
unentbehrlichen  Schleifwerkstätten  die  Kraft  liefern.  Die  Stadt
Solingen  mit  den  umliegenden  Ortschaften,  die  zusammen  eine  Ausdehnung ­
  von  ungefähr  10  000  ha  haben,  bilden  für  diese  Erzeugnisse
den  wichtigsten  Fabrikationsort  des  europäischen  Kontinents.
Der  Stahl,  der  hier  verarbeitet  wird,  kommt  zum  größten  Teil
vom  Stahlberg.  Dieses  Spateisenlager  liegt  inmitten  des  Westerwaldes; ­
  die  Erze  werden  dort  verhüttet  mit  Hilfe  von  Holzkohle,
die  die  Wälder  desselben  Gebirges  liefern.  Die  10000  Arbeiter
Solingens  verarbeiten  für  1  Million  Fr.  Stahl  und  liefern  für  ungefähr ­
  10  Millionen  Fr.  gewerbliche  Produkte.  Man  kann  die
Arbeiter  in  drei  Hauptklassen  teilen,  die  wieder  in  zahlreiche  Kategorien ­
  zerfallen.  Die  erste  Klasse  umfaßt  „die  Zurichter“,
d.  h.  die  Schmiede,  die  Feiler  und  die  Härter,  mit  anderen  Worten
die  Arbeiter,  die  dem  Gegenstand  die  passende  Form  und  die  richtige ­
  Härte  geben.  Die  zweite  Klasse  bilden  „die  Schleifer“,
d.  h.  die  Arbeiter,  die  den  so  zugerichteten  Stahl  am  Schleifstein
glätten  und  schärfen.  Die  dritte  Klasse  endlich  umfaßt  „die
Fertigarbeiter“,  d.  h.  die  Zusammensteller,  die  die  fertige
Klinge  in  den  Griff  oder  in  das  Heft  einfügen  und  die  Eeihe  der
Tätigkeiten  vollenden,  die  nötig  sind,  bevor  die  Gegenstände  in  den
Handel  gegeben  werden  können.  Vom  Gesichtspunkt  der  Vorbildung
und  der  Wichtigkeit  für  die  Fabrik  aus  betrachtet,  zerfallen  die
Arbeiter  einer  jeden  Klasse  noch  in  zwei  Kategorien:  die  gelernten
Arbeiter,  die  sich  durch  drei-  oder  vierjährige  Lehrzeit  auf  ihr
Handwerk  vorbereiten  und  die  aus  der  einheimischen  Bevölkerung
hervorgehen;  und  die  Handlanger,  die  Hilfs-  oder  Vorarbeiten
machen,  wozu  lediglich  rohe  Kraft  gehört;  sie  ergänzen  sich  aus  den
angrenzenden  Teilen  Hessens  und  des  Nassauer  Landes.  Die  Arbeiter
Solingens  sind  niemals  in  großen  Fabriken  tätig;  jeder  von  ihnen
erledigt  für  eigene  Rechnung  einen  Teil  der  Fabrikation.  Die  Zurichter ­
  und  die  Fertigarbeiter  arbeiten  gewöhnlich  in  ihrer  eigenen
Wohnung,  inmitten  des  Haushaltes.  Die  Schleifer,  die  mit  mächtigen,
durch  mechanische  Kraft  betriebenen  Schleifsteinen  arbeiten,  mieten
sich  gegen  wöchentlichen  Zins  einen  Platz  in  einer  großen  Schleifwerkstätte, ­
  die  durch  ein  Wasserrad  oder  durch  eine  Dampfmaschine
ihre  Kraft  erhält.  Alle  Produkte  werden  für  Rechnung  der  Unter-
            
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