70
,Der Weitgedanke“,
jede einzelne „Werttheorie“ unter „Wert“ zu erledigen trachtet, und
von dem man herkömmlich dafürhält, daß es für den ganzen Bereich
der Wertlehre das Eine, für jedermann nämliche Opfer sei, abgesehen
also von der Buntheit im sichtbaren Aufbau der „Werttheorien“, ist
gleichsam schon der Boden tief zerklüftet, auf dem sich die
letzteren erst aufbauen. Daneben aber beharrt, in seiner Verborgen
heit, unentwegt der Wertgedanke, unberührt von diesen Verhältnissen,
die ihm so sehr zu widersprechen scheinen, sobald man sie frei von
der Befangenheit des herkömmlichen Denkens würdigt.
Wer sich nach dem Beispiel des hier Erbrachten einen tieferen
Einblick in diese Dinge verschaffen will — die es gar nicht mehr
überraschend erscheinen ließen, wenn uns die Kritische Wertfrage bei
ihrer Erledigung zu einem Abspruch des Wertgedankens führen
sollte — der darf sich bei diesen Analysen im besonderen nicht durch
etwas verwirren lassen, dessen ich schließlich noch hier erwähne.
Es handelt sich da nicht im eigentlichen Sinne um einen Gegen
satz in der Auffassung des unter „Wert“ zu Erledigenden. Aber es läuft
auch nicht auf das oben erwähnte Verhältnis hinaus, nach welchem
sich der einzelne „Werttheoretiker“ bei der durchführenden Erle
digung dessen, was er unter „Wert“ zu erledigen sucht, mehr oder
minder auf den Sprachgebrauch in bezug auf das Wort „Wert“
stützt. Dieses Verhältnis und die Gegensätze in jener Auffassung be
stehen vielmehr unabhängig voneinander und wechseln in ihrer Art und
in ihrem Grade nicht minder unabhängig von dem weiteren Um
stande, daß viele Theoretiker im Rahmen ihres „Beitrages zur Wert
lehre“, neben der Naiven Wertfrage, die ja im Kerne ihres bezüglichen
„Wertproblems“ belegen ist, und unbeschadet der Antwort auf die
letztere, überdies auch noch eine andere Frage zu erledigen
suchen, die aber unausgesprochen bleibt; die Frage nämlich: „Was
bedeutet das Wort (oder selbst der Terminus) „„Wert““
außerdem noch alles?“
Diese Zusatzfrage zur Frage „Was ist der Wert?“ ist eben
nur theoretisch setzbar, und zwar im Widerhalte zu gewissen Bestand
teilen der „Werttheorien“, die einsehbar nicht als Antwort auf die
Naive Wertfrage zu stehen kommen. Ein Verhältnis, das sich natürlich
auch nur aufdecken läßt, sobald man die Aussagenwelt der „Wertlehre“
frei von der Befangenheit des herkömmlichen Denkens beschaut.
Diese Zusatzfrage weist ihrerseits den wechselnden Sinn auf, daß
sie bald auf den gewöhnlichen, bald auf den wissenschaftlichen, bald
auf den Sprachgebrauch überhaupt abzielt. Es ist aber in jedem Falle