Full text: Die Fabriksparkasse

7 
1G442 M. Diese Zahlen sind, wie hervorgehoben wird, 
ein sehr gutes Agitationsmittel. Einzelne Leute hatten 
nach 9 Jahren bereits ein Guthaben von 5000 M. bei der 
Sparkasse. 
Als besonders wesentlich für den Erfolg wurde es be 
zeichnet, daß die Spartätigkeit in jeder Weise geheim 
gehalten wird und daß möglichst weder die anderen 
Arbeiter noch der Werkmeister davon Kenntnis haben, 
weil die Arbeiter außerordentlich mißtrauisch sind und 
teils eine Bekanntgabe an die Steuerbehörde, teils Lohn 
drückerei befürchten. Das Vorgehen der Firma Krupp, 
die die Sparbeträge auf der Umschlagklappe der Lohn 
düte vermerkt, wurde als zweckmäßig bezeichnet. Andere 
Firmen legen eine besondere Quittung in Form eines 
kleinen Kärtchens in die Lohndüte. Die Hauptsache ist 
und bleibt das Vertrauen der Arbeiter zur Verwaltung der 
Spareinrichtung. 
Gestreift wurde auch die Frage, ob die Sparbeträge 
im Betriebe Verwendung finden sollen oder möglichst 
bald an die öffentliche Sparkasse abzuführen sind. Die 
meisten Firmen haben den letzteren Weg eingeschlagen, 
einerseits, um die Verantwortung für die Arbeitergelder 
nicht zu tragen, andererseits, um das Vertrauen in die 
Spareinrichtung möglichst zu stärken. Eine Firma hat 
einen Ausweg in der Weise, eingeschlagen, daß sie eine 
Hypothek zu einem gewissen Höchstbetrage der gesamten 
Spareinlagen auf ihre Betriebe eintragen ließ. 
Zum Schlüsse berichtete Dr. Schultze von den Farb 
werken vorm. Friedr. Bayer & Co. in Leverkusen über 
die bei dieser Firma bestehende Alterssparkasse. Sie hat 
ausschließlich den Zweck, den Arbeitern die Ansammlung 
eines Kapitals für die späteren Lebensjahre zu erleichtern. 
Veranlassung zur Gründung hat die Erfahrung gegeben, 
daß nur verhältnismäßig wenig Arbeiter einen nennens 
werten Betrag ersparten. Von etwa 3000 Sparern hatten 
z. B. nur 13 Prozent ein Guthaben von über 100 M. Es 
sollte daher eine Kasse gegründet werden, bei welcher der 
Sparer nicht jederzeit die Möglichkeit hat, sein Kapital 
zurückzuziehen. Der Beitritt zur Alterssparkasse ist frei 
willig; wer sich aber verpflichtet hat, dauernd einen be 
stimmten Betrag zu zahlen, erhält das Guthaben erst nach 
einer bestimmten Zahl von Jahren ausbezahlt. Die Bei 
träge müssen mindestens 50 Pf. pro Woche betragen und
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.