Full text : Der Weltverkehr und seine Mittel

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Eisenbahnen:  Signalwesen  und  Weichensicherung.
ist  dann  nach  Abb.  3  der  Signaltafel  ein  besonderer  Flügelinast  errichtet.  Blocksignale
dienen  zur  Ermöglichung  einer  dichteren  Zugfolge  (siehe  Abschnitt  „Blockverfahren").
Vorsignale.  Bei  der  Wichtigkeit  der  Einfahrtsignale  muß  deren  Flügellage  und
Laternenbild  dem  Lokomotivführer  schon  aus  genügender  Entfernung  deutlich  erkennbar
sein,  damit  er  bei  versagter  Einfahrt  unter  allen  Umständen  noch  vor  dem  Äbschlußmaste
den  Zug  zum  Halten  bringen  kann,  wobei  die  Lokomotive  bis  an  den  Mast  fahren  darf,
ohne  ihn  jedoch  zu  überschneiden.  Nun  trüben  aber  Nebel,  Regen,  Schneetreiben  die
Sichtbarkeit,  Gleiskrümmungen  lassen  die  Signale  zuweilen  erst  aus  geringer  Entfernung
deutlich  sichtbar  werden.  Es  sind  deshalb  jetzt  für  die  Abschlußmasten  Vorsignale  vorgeschrieben, ­
  welche  zu  den  Hauptsignalen  in  Abhängigkeit  stehen.  In  der  Regel  werden
beide  Signale  durch  eine  gemeinsame  Drahtleitung  gleichzeitig  gestellt  (Abb.  315).
Das  Vorsignal  besteht  nach  Abb.  9  der  Signaltafel  aus  einer  an  einem  etwa  3  m
hohen  Pfosten  angebrachten  grünen  Blechscheibe,  die  in  der  Mitte  oder  seitlich  einen
Ausschnitt  für  eine  mit  dem  Signal  verbundene  Laterne  trägt.  Die  Scheibe  läßt  sich
entweder  um  eine  senkrechte  oder  wagerechte  Achse  drehen  bezw.  um  90  Grad  umklappen.
Bei  „Halt"  am  Einfahrtsmaste  ist  die  grüne  Scheibe  dem  Zuge  voll  zugekehrt,  in  der
Dunkelheit  leuchtet  in  ihr  grünes  Licht  (weißes  nach  rückwärts).  Bei  gestatteter  Einfahrt
ist  die  Scheibe  umgelegt,  also  nicht  weiter  sichtbar;  in  der  Dunkelheit  zeigt  hierbei  die
Laterne  dem  Zuge  entgegen  Weißes  Licht,  nach  hinten  Sternlicht  (Abb.  10  der  Tafel).
Das  Vorsignal  gibt  somit  eine  Befehlsform  nur  im  Gefahrfalle,  wenn  der  Zug  halten
soll.  Je  nach  den  Steigungs-  und  Krümmungsverhältnissen  der  Bahn,  sowie  nach  der
Schnelligkeit  und  Stärke  der  Züge  steht  das  Vorsignal  mehr  oder  weniger  weit  von  dem
Einfahrtsmaste  entfernt.
Weitere  Standsignale  kommen  an  Wasserkränen  vor,  um  die  Stellung  des  wagerechten ­
  Auslegers  (Ausgußröhre  in  Abb.  332)  an  diesen  in  der  Dunkelheit  kenntlich  zu
machen.  Steht  der  Ausleger  quer  zum  Gleis,  hindert  er  also  die  Durchfahrt,  so  zeigt  die
auf  ihm  befindliche  Laterne  rotes  Licht,  sonst  weißes.
Weichensignale.  Die  Weichen  —  vergl.Abschnitt  „Oberbau"  —  können  mit  ihren
verstellbaren  Zungen  zweierlei  Lage  annehmen:  entweder  sind  sie  auf  das  gerade,  durchgehende ­
  Gleis  gerichtet  oder  auf  den  gekrümmten,  abzweigenden  Strang.  Bei  den  symmetrischen ­
  Weichen  liegen  die  Zungen  links  oder  rechts  an.  Ihre  jeweilige  Stellung  muß
dem  Lokomotiv-  und  Stationspersonal  aus  genügender  Entfernung  erkennbar  sein.  Dazu
sind  besondere  Signale  erforderlich.  Sie  werden  durch  eine  Laterne  gegeben,  die  auf  einer
neben  den  Zungen  befindlichen  senkrechten  Stange  sitzt.  Letztere  ist  mit  der  Wcichenstellvorrichtung
  derart  verbunden,  daß  sich  die  Laterne  beim  Umlegen  der  Weichen  um
90  Grad  dreht  und  so  verschiedene  Signalbilder  zeigt,  welche  durch  die  Form  der
Laternenscheiben  —  quadratisch,  rund  oder  Pfeilform  (Tafel,  Abb.  11)  —  hervorgerufen
werden.  Auf  größeren  Bahnhöfen  ist  es  allerdings  schwierig,  bei  der  großen  Schar
von  Weichenlaternen  aus  der  Ferne  den  richtigen  Stand  aller  für  die  Fahrt  in  Frage
kommenden  Weichen  von  der  Lokomotive  aus  zu  erkennen  (vergl.  weiter  unten  „Weichensicherung"). ­

Signale  am  Zuge.  Um  den  Zug-  und  Bahnbewachungsbeamten  den  Anfang  und
Schluß  eines  Zuges  kenntlich  zu  machen,  sowie  gewisse  Signale  vom  Zuge  aus  zu  geben,
werden  Laternen  und  Scheiben  benutzt.  Fährt  der  Zug  auf  richtigem  Gleise,  so  trägt  die
Lokomotive  bei  Tage  zur  Kennzeichnung  der  Zugspitze  kein  weiteres  Merkmal,  während  der
Schluß  durch  zwei  viereckige,  rot  und  weiß  gefärbte  Scheiben  oben  am  Wagen  und  durch
eine  am  Zughaken  oder  am  Buffer  hängende  rote  runde  Scheibe  (Schlußscheibe)  für  das
Streckenpersonal  bezeichnet  wird  (Tafel,  Abb.  12).  In  der  Dunkelheit  wird  die  Spitze
durch  zwei  weiße  Lokomotivlaternen  angezeigt  (Tafel,  Abb.  13),  der  Zugschluß  durch  eine
große  rote  Laterne  am  Zughaken  oder  rechten  Buffer  (Schlußlaterne),  sowie  durch  zwei
oben  am  Wagen  aufgesteckte  kleine  Laternen  (Oberwagenlateruen),  welche  nach  hinten  rot,
nach  vorn  grün  leuchten  (Tafel,  Abb.  12).  Vermittelst  der  Oberwagenlaternen  bezw.
-Scheiben  kann  sich  auch  das  Lokomotivpersonal  jederzeit  überzeugen,  ob  keine  Zugtrennung ­
  erfolgt  ist.
            
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