Full text : Der Weltverkehr und seine Mittel

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Kriegsschiffbau  im  17.  u.  18.  Jahrhundert.
begleitet,  daß  die  Seeleute  kaum  irgend  einen  Nutzen  davon  haben."  Zu  gleicher  Zeit
wirkte  der  Schwede  Chapman  mit  seinem  1768  erschienenen  Werk  „Architeetura  navalis
mercatoria“  bahnbrechend,  indem  er  in  die  Schiffbaukunst  ein  wissenschaftliches  System
hineinbrachte  und  mit  Hilfe  der  Mechanik  und  höheren  Mathematik  für  die  einzelnen
Schiffsklassen  Regeln  ableitete,  nach  denen  die  Hauptabmessungen,  die  Schiffsformen
sowie  die  Besegelung  im  voraus  berechnet  werden  konnten.  In  Schweden  und  Dänemark
machte  man  sich  diese  Regeln  beim  Bau  der  Schiffe  bald  zu  nutze,  auch  zeigten  sich  in
Frankreich  und  Spanien  bald  die  ersten  Anfänge  einer  theoretischen  Behandlung  des
Schiffbaues,  während  die
Engländer  noch  länger  an
ihren  praktischen  Überlieferungen ­
  festhielten.  Erst
mit  den  Fortschritten  in
dem  Bau  der  Kriegsschiffe
trat  mehr  und  mehr  das
Bedürfnis  einer  theoretischen ­
  Ausbildung  in  der
Schiffbankunst  in  den  Vordergrund ­
  ,  und  so  wurde
im  Jahre  1811  in  England ­
  die  erste  Schule  für
Schiffbau  durch  die  Admiralität ­
  ins  Leben  gerufen, ­
  welche  später  nach
Portsmouth  verlegt  und
im  Jahre  1864  mit  dem  bgg.  Dampfüoot  von  MUlrr,  Taylor  und  Kymington  im  Jahre  1789.
Royal  Naval  College  in
Greenwich  vereinigt  wurde  und  aus  welcher  eine  große  Zahl  in  der  Mathematik  und  im
Schiffskonstrnktionswesen  ausgebildeter  Zöglinge  hervorgingen,  während  in  Frankreich  in
gleicher  Weise  die  Ecole  du  Genie  maritime  hervorragende  Schiffbauer  heranbildete.
In  Deutschland  machte  man  erst  1830  mit  der  Gründung  der  Schiffbauschule  in  Grabow
bei  Stettin  den  Anfang  zu  einer  wissenschaftlichen  Ausbildung  der  Schiffbauer;  doch  erst
nach  Verlegung  dieser  Schule  nach  Berlin  und  Anschluß  derselben  im  Jahre  1861  an
das  Königliche  Gewerbe-Institut  erhielt  das  Schiffbaufach  in  Deutschland  seine  wissenschaftliche ­
  Grundlage.
Nachdem  England
durch  die  Kämpfe  mit
Frankreich,  Spanien  und
Holland  den  ersten  Rang
unter  den  Seemächten  errungen ­
  hatte,  beherrschte
der  Dreidecker  der  englischen ­
  Kriegsmarine  zwei
Jahrhunderte  hindurch  die
Weltmeere;  er  bildete  mit
seiner  gewaltigen  Artille-  6vo.  Durchschnitt  des  Dampfers  „Charlotte  Dnndas".
rie,  seinen  hohen  Masten
und  der  bedeutenden  Segelfläche  die  höchste  Gefechtsstärke  zur  See.  Das  im  Jahre  1839
erbaute  Linienschiff  „The  Queen"  (Abb.  598),  eines  der  letzten  stolzen  Dreidecker,  führte
HO  Stück  68  und  32  pfündige  Vorderlader.  Die  Länge  zwischen  den  Perpendikeln  betrug ­
  204  Fuß,  die  größte  Breite  60  Fuß,  die  Tiefe  im  Raum  23  Fuß.  Das  Schiff
führte  eine  Besatzung  von  950  Mann.
Während  bis  zum  Anfang  des  19.  Jahrhunderts  die  Segel  allein  zur  Fortbewegung
der  Schiffe  dienten  und  dementsprechend  die  Fahrten  der  Kauffahrteischiffe  sowie  das
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