Full text : Der Weltverkehr und seine Mittel

Entwickelung  der  Dampfschiffahrt.  607
Der  mit  diesem  Propeller  ausgerüstete  Dampfer  „Francis  Ogden"  von  13,7  in  Länge
erzielte  eine  Geschwindigkeit  von  zehn  Knoten.  Trotz  dieser  günstigen  Ergebnisse  fand
Ericsson  in  England  keine  Anerkennung.  Er  entschloß  sich  daher,  mit  Unterstützung  des
Amerikaners  Stockton  in  Amerika  ein  eisernes  Dampfboot  „Robert  Stockton"  zu  erbauen
und  in  Betrieb  zu  setzen.  Dieses  Schiff  fand  in  Amerika  bald  weitere  Nachfolger,  so
daß  schon  im  Jahre  1843  41  Schiffe  mit  Ericssons  Schrauben  in  Fahrt  waren.
Nachdem  so  die  Anwendung  von  Schaufelrädern  und  Schiffsschrauben  für  Fluß-  und
Seeschiffe  als  vorteilhaft  anerkannt  worden  war,  entwickelte  sich  die  Dampfschiffahrt  von
Jahr  zu  Jahr  derart,  daß  die  Zahl  der  Dampfschiffe  sowie  die  Größe  und  Fahrgeschwindigkeit ­
  derselben  bald  zu  ungeahnten  Verhältnissen  sich  steigerte.  Schon  im
Jahre  1836  wurden  in  England  drei  größere  Dampfschiffahrtsgesellschaften  gegründet,
welche  den  Verkehr  zwischen ­
  England  einerseits  und
Nordamerika,  sowie  Ostindien ­
  anderseits  vermitteln
sollten.  Die  „Peninsular
and  Oriental  Steam  Navigation ­
  Company",  gewöhnlich ­
  „P.  L  O.  Company"  genannt, ­
  begann  im  Jahre
1840  mit  den  Radschiffen
„Oriental"  und  „Great
Liverpool"  die  Fahrten  nach
Alexandrien,  die  „Cunard-Linie"
  fuhr  zu  gleicher  Zeit
mit  vier  Radschiffen  „Britannia",
  „Arcadia",  „Caledonia",
  „Columbia"  regelmäßig ­
  von  Liverpool  nach
Nordamerika,  während  die
„Great  Western  Steamship
Company"  eine  Konkurrenzgesellschaft ­
  der  „Cunard-Linie"
  bildete.  Das  derselben ­
  gehörige  Schiff  „Great
Western"  machte  seine  erste
Fahrt  von  Bristol  nach
New  Jork  im  April  1838
in  14  Tagen,  und  auf  kurze
Zeit  trat  mit  demselben  das
erheblich  kleinere  Dampfschiff  „Sirius"  in  Wettbewerb.  Der  „Great  Western"  (Abb.  610),
hatte  folgende  Hauptdimensionen.  Länge  zwischen  den  Perpendikeln  64,o  in,  größte  Breite
10,7  in,  Breite  über  den  Radkasten  17,7  in,  Raumtiefe  7,1  in,  Tiefgang  4,9  m.  Die  von
Maudslay,  Sons  &  Field  erbaute  Seitenbalanciermaschine  leistete  400  nominelle  Pferdestärken ­
  (Abb.  611).  Die  Labyrinthkessel  verbrauchten  30  t  Kohlen  pro  Tag.  Der
»Great  Western"  legte  die  Ozeanfahrt  von  Bristol  nach  New  Jork  durchschnittlich  in
14  Tagen  zurück.  Dem  „Great  Western"  folgte  sehr  bald  der  weit  größere  „Great
Britain"  derselben  Gesellschaft,  welcher  im  Jahre  1843  bei  Patterson  in  Bristol  vom
Stapel  lief.  Die  Hauptabmessungeu  des  Schiffes  waren:  Länge  zwischen  den  Perpendikeln ­
  88,im,  größte  Breite  15,4  m,  Raumtiefe  9,gm,  Tiefgang  beladen  5,8  m,  Deplacement ­
  3480  t.  Der  „Great  Britain"  wurde  nach  den  Plänen  von  Brunel  aus  Eisen
erbaut,  obwohl  dieses  Material  bisher  nur  vereinzelt  für  Seeschiffe  in  Anwendung  gekommen ­
  war,  und  erhielt  als  Propeller  eine  vierflügelige  Schraube  von  4,7  m  Durchmesser ­
  und  8,5  m  Steigung  (Abb.  612).  Die  Dampfmaschine  von  1000  Pferdestärken

608.  John  Erirsson.
            
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