Full text : Der Weltverkehr und seine Mittel

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Die  großen  Häuptlingen  des  Weltverkehrs  zu  Lande.

ohne  Zeitverlust  den  Frachtentransport  aus  dem  Atlantischeu  in  den  Pazifischen  Ozean  und
umgekehrt.  Die  310  km  lange  Bahnstrecke  Puerto  Mexiko—Salina  Cruz  wird  in  zwölfstündiger
  Fahrt  von  den  Zügen  zurückgelegt.
Seit  ihrer  in  Gegenwart  des  damaligen  Präsidenten  Porsirio  Tiaz  erfolgten  feierlichen ­
  Eröffnung  am  23.  Januar  1907  hat  die  neue  Tehuantepecbahn  eine  erstaunlich
günstige  Entwicklung  durchgemacht;  sie  hat  schon  jetzt  eine  sehr  viel  größere  Bedeutung,  als
sie  die  alte,  in  den  fünfziger  Jahren  gebaute  Panamabahn  jemals  besessen  hat,  und  es
wird  auch  von  Jahr  zu  Jahr  wahrscheinlicher,  daß  in  ihr  der  werdende  Pcmamakanal  eine
überaus  gefährliche  Konkurrentin  besitzen  wird.  In  der  Zeit  vom  1.  Juli  1910  bis  zum
30.  Juni  1911  gingen  über  die  76  km  lange  Panamabahn  nur  Güter  im  Werte  von
26  Millionen  Dollar,  über  die  310  km  lange  Tehuantepecbahn  hingegen  Güter  im  Werte
von  73 3 / 4  Millionen  Dollar.  Nur  5  Jahre  früher  belief  sich  der  gesamte  Wert  des  jetzt  auf
100  Millionen  Dollar  zu  veranschlagenden  Güterverkehrs  überden  mittelamerikanischen  Isthmus ­

  nur  auf  6  Millionen  Dollar.  Ob  der  Panamakanal  in  der  Lage  sein  wird,  der  Tehuantepecbahn ­
  ihre  jetzt  unbedingt  dominierende  Stellung  wieder  zu  entwinden,  muß  äußerst
zweifelhaft  erscheinen,  um  so  mehr  als  die  Tehuantepecbahn  eine  eigne  Flotte  besitzt,  die
ihr  als  Zuträger  dient.  Dazu  werden  ihre  Endpunkte  gegenwärtig  von  nicht  weniger  als
20  Dampferlinien  angelaufen,  unter  denen  sich  8  europäische  befinden.
Von  den  neuerdings,  nach  jahrzehntelanger  Pause  ruhiger  und  friedlicher  Entwicklung
wieder  ausgebrochenen  mexikanischen  Wirren  und  chronischen  Revolutionen  hatte  die  Bahn
bisher  anscheinend  wenig  zu  leiden;  es  ist  aber  nicht  ausgeschlossen,  daß  ernstere  Störungen
sich  noch  einstellen  werden,  und  dann  besteht  die  Möglichkeit,  daß  die  Amerikaner,  die  anscheinend ­
  jede  Gelegenheit,  sich  in  Mexiko  einzumischen,  mit  Vergnügen  benutzen  und  die
überdies  das  größte  Interesse  au  der  ungestörten  Aufrechterhaltung  des  Tehuantepecverkehrs
  haben,  Veranlassung  nehmen  werden,  die  Kontrolle  über  die  Tehuantepeclinie  in
der  einen  oder  anderen  Weise  an  sich  zu  bringen  und  dadurch  die  Konkurrenz  zum  Panamakanal
im  Bedarfsfälle  nach  Wunsch  zu  regulieren.  Jedenfalls  verdient  die  Tehuantepecbahn,
daß  ihr  große  Aufmerksamkeit  entgegengebracht  wird,  denn  es  ist  gar  nicht  ausgeschlossen,
daß  sie  noch  dereinst  ein  ernster  politischer  Zankapfel  werden  wird,  wobei  hauptsächlich  die
nordamerikanische  Union  und  England  als  etwaige  Gegner  in  Betracht  zu  ziehen  wären.
Neben  den  bereits  in  Betrieb  befindlichen  wichtigen  Überlandbahnen  des  amerikanischen ­
  Kontinents  gibt  es  noch  eine  ganze  Reihe  andrer,  die  entweder  unwichtig  oder  zurzeit ­
  erst  im  Bau  oder  überhaupt  erst  projektiert  sind.  Auch  diese  Linien  seien  zum  mindesten ­
  hier  ausgezählt.  Von  Norden  nach  Süden  in  ihrer  Reihenfolge  geordnet,  handelt  cs  sich
dabei  um  folgende  Überlandbahnen:
1.  Tie  im  Bau  befindliche  kanadische  Grand  Trunk  Pacific  Railway,  die  nördlich ­
  von  der  schon  seit  1886  bestehenden  älteren  kanadischen  Überlandbahn  verlaufen
soll  und  Quebec  bzw.  Halifax  über  Winnipeg  mit  Port  Simpson  am  Stillen  Ozean  verbinden ­
  wird;
            
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