164
II. Oer Geldmarkt.
geschrieben werden, von den Einzelkontis findet Uebertragung auf das
LxvKeguer-Ronto, das Staatszentralkonto statt, in welchem sich die ge
samten Einnahmen des Staats vereinen und von welchem alle Zahlungen
ausgehen, vie tionzentrierung auf dem Lxelieguer-Uonto bietet die
Möglichkeit vollständiger Uebersicht über Stand und Bewegung der
öffentlichen Gelder, die Rassenführung durch die Bank vermindert
Bargeldzahlungen, die infolge der zeitlichen Nonzentrierung der wich
tigsten Abgabe, der Einkommensteuer, für die kleine Reserve der Bank
um so empfindlicher wären, vie Verbindung der staatlichen Geld
verwaltung mit der Bank wurde in einer Zeit relativ geringer Ent
wicklung des Bankzahlungsverkehrs durchgeführt.
Zn den vereinigten Staaten vollzog sich eine entgegengesetzte
Entwicklung. Nach dem Bankkrach von 1837 hatte die Bundesregierung
das vertrauen zu den Banken verloren. Um selbst nicht bei Zusammen
brüchen der Banken Verluste zu erleiden, errichtete sie das Independent
Treasury, an welches zunächst %, später alle Zahlungen in Bargeld
geleistet werden sollten. 1846 wurde das 8ubtreasury-Amt errichtet:
es wurde untersagt die Guthaben des Bundes zu verleihen oder zu
deponieren; die Bezahlung der öffentlichen Abgaben durfte nur in
Metall oder Treasury notes erfolgen. Vas Independent Treasury
war somit in doppelter Hinsicht von den Banken getrennt, hinsichtlich
der Währung (die Verwendung von Banknoten für Zahlungen an
den Staat war unzulässig) und hinsichtlich der Deponierung der Gut
haben. Oie volle Unabhängigkeit dauerte bis zum Beginn des Se
zessionskriegs,- 1863 wurde Deponierung der Guthaben mit Ausnahme
der Zolleinnahmen bei den Nationalbanken gegen Sicherstellung durch
Unionsrente gestattet, bald darauf die Noten der Nationalbanken für
alle Zahlungen außer Zollabgaben und Staatsschuldzinsen zugelassen.
Die Verbindung mit den Banken wurde in den neunziger Zähren
des vorigen Jahrhunderts und namentlich seit 1903 immer enger ge
knüpft: die Zahl der Banken, bei denen deponiert werden konnte, wurde
vermehrt, die Zolleinnahmen einbezogen, die Sicherstellung für die
Guthaben wesentlich erleichtert. Es blieb aber der schwere Uebelstand
bestehen, daß große Beträge der Währung der Treasury, einer büro
kratischen Behörde, nicht einer Bank zuflössen und daß Auszahlungen
nicht zu jenen Zeiten erfolgten, in weichender Geldmarkt Mittel benötigte,
sondern zur Zeit der Zälligkeit der Verpflichtungen des Bundes. Der
Schatzsekretär hatte es zwar in seiner Hand, durch Vorleistung derartiger
Zahlungen dem Markt zu Hilfe zu kommen, doch hatte er hiebei nicht
volle Sicherheit, da er ja dem Markt vollkommen fern stand und