34. Die Struktur der führenden Geldmärkte.
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außerdem waren die ihm zur Verfügung stehenden Mittel begrenzt. Das
neue Bankgesetz ermächtigt den Schatzsekretär, die Einnahmen der Regie
rung bei den Bundesreservebanken zu deponieren und Zahlungen durch
Schecks zu leisten. Dadurch ist der entscheidende Schritt zur Aushebung
der Trennung zwischen Banken und Schatzamt getan, wenngleich auch
die jetzige Reform hinter dem englischen Zustand weit zurückbleibt. —
Belgien, die Niederlande und Italien haben die verbanklichung
der Staatskassen nach englischem Muster durchgeführt, Belgien mit
einer eigentümlichen Organisation, derzufolge bei jeder Niederlassung
der Nationalbank ein Staatsbeamter zur Regelung des Kassendienstes
eingesetzt ist. Oesterreich hat in den letzten Zähren seinen Kassendienst
der Postsparkasse übertragen, die selbst wieder dem Giroverkehr der
Gesterrsichisch-Ungarischen Bank angeschlossen ist, ein Sgstem, dem
infolge der Dezentralisierung der Postsparkasse und der starken Aus
breitung ihres Scheckverkehrs große Vorzüge innewohnen.
Im Deutschen Reich verhindert die einzelstaatliche Organisation
die Zentralisierung der öffentlichen Gelder bei der Notenbank. Nur
das Reich und einzelne kleinere Bundesstaaten haben engeren Verkehr
mit der Reichsbank, der sich aber noch immer auf einen gut ausgebildeten
Girodienst beschränkt,' der Nassendienst ist zwar vereinfacht worden,
ist aber noch immer genügend schwerfällig und umfangreich. Preußen
und Bagern haben ihre Sonderbanken, die Leehandlung und die König*
liche Bank, arbeiten aber gleichfalls mit selbständigen Kassen und ohne
die in England vorbildlich geschaffene Zentralisation. Gewöhnung und
Pedanterie setzen Reformen, die auch bisher noch nie ernstlich geplant
wurden, Hindernisse in den Weg. Aus den gleichen Ursachen hat bisher
Zrankreich die Krage nicht vorwärts gebracht, obwohl durch die Teil
nahme der reoeveurs gensr^ux an der Verwaltung der Notenbank
eine Anregung zur organischen Verbindung von Kassen und Bank
gegeben sein sollte.
34. Die Struktur der führenden Geldmärkte.
Die wichtigsten Geldmärkte der Gegenwart sind jene von London,
Paris und Berlin,- sie haben internationale Bedeutung. Der Markt
von New Port kam bisher als Gläubiger des Auslands nur ausnahms
weise in Betracht. Unter den Gläubigermärkten hat Amsterdam sich
eine gewisse Bedeutung gewahrt. Wien, Petersburg und die italie
nischen Plätze haben nur lokale Wirksamkeit.
Die Schaffung einer Zentralnotenbank hat fast in allen Reichen