Full text: Die wirtschaftliche Entwickelung der Industrie im Osten und ihre Einwirkung auf das Bevölkerungsproblem

Die wirtschaftliche Entwicklung der Industrie im Osten. 17 
eilen natürlich begründeten Anlagen sind hier zu nennen die 
bedeutenden Schneidemühlen, Zellulosefabriken und Möbelfa 
briken, die, wie die Erfahrung gezeigt hat, bei verständiger 
Leitung durchaus zu prosperieren vermögen. Aber alle diese 
Industriezweige sind ebenso wie diejenigen, die auf der Ge 
winnung von Kalk, Mergel und Gips begründet sind, sowie 
Ziegeleibetriebe, auf ausgedehnte Verwendung von Arbeits 
kräften angewiesen. Für diese Betriebe spielt also speziell die 
Arbeiterfrage eine bedeutende Rolle. 
Eine besondere Gruppe für die Industrialisierung des 
Ostens spielen natürlich diejenigen Betriebe, die aus der 
Basis oder im Anschluß an landwirtschaftliche Betriebe er 
richtet werden können. Es handelt sich speziell um die 
Mühlenindustrie, die auf das engste verbunden ist mit dem 
Bezug von Getreide aus den landwirtschaftlichen Großbe 
trieben. Diese Großmühlen haben die alten, in großen Mengen 
vorhandenen Lohnmühlen im wesentlichen zurückgedrängt, 
ebenso wie die kleinen Brauereien und Brennereien nicht mehr 
in dem Sinne überwiegen, wie das vor kurzer Zeit der Fall 
war. Die großen industriellen Mühlen, Brauereien und Brenne 
reien stellen eben den entschiedenen technischen und wirtschaftlichen 
Fortschritt dar. Es kann nicht bezweifelt werden, daß alle 
diese Industriezweige durch eine Öffnung der russischen Grenze 
einen lebhaften Impuls für ihre Tätigkeit finden würden. Aber 
auch unter den jetzt obwaltenden Verhältnissen ist zu konstatieren, 
daß diese Betriebe im allgemeinen eine auf ihrer Bodenständig 
keit basierte Rentabilität zeigen und innerhalb des durch die 
Tatsachen der allgemeinen Wirtschaftspolitik gegebenen Rahmens 
auf die Dauer ein gesundes Wirtschaften in Anssicht stellen. Als 
blühend sind daher in diesem Bezirk die sogenannten landwirt 
schaftlichen Nebengewerbe, die Spiritus- und Stärkeindustrie 
2
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.