Full text: Die Schweiz

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Tunnels vermittelte sie einen lebhaften Verkehr. Sie 
wurde 1800—1806 auf Befehl Napoleons I. als Mi 
litärstraße gebaut. Jenseits der Paßhöhe liegen noch 
Simpeln und Gondo auf schweizerischem Gebiet. 
Über die Talstufe von Grengiols an der Mün- Da» ob- 
düng der Binn aus dem Binnental erreicht die Talstraße Wams 
F i e s ch, den Sammelplatz der Besucher des obern Wallis. 
Das leicht zu besteigende Eggishorn 2934 m bietet eine 
umfassende Rundsicht in die Walliser und Berner Alpen. 
Von den Firnmulden der Jungfraugruppe her zieht an 
seinem Fuß der gewaltige Eisstrom des Aletschgletschers 
zum Rhonetal hinaus und staut an seiner Flanke den 
kleinen, mit Eistrümmern erfüllten Märjelensee. Vom 
Finsteraarhorn senkt sich der Fieschergletscher gegen das 
Dorf Fiesch hinunter. 
über eine neue Stufe von 400 m Höhe, durch 
brochen vom tosenden Talfluß, hier „Rotten" genannt, 
erreichen die Straßenkehren das Goms, den obersten ®»m« 
größern Talabschnitt. Eng gebaute Dörfer stehen hier 
an der sonnigen Halde, von Wildbachverwüstungen und 
Lawinenbrüchen bedroht. Auf dem grünen Talgrund 
umzieht die junge Rhone in schäumenden Windungen 
die zahlreichen Schuttkegel. Die letzten kleinen Riemen 
von magerem Getreideland nutzen am steilen Hang das 
Sonnenlicht aus. Dem lichtgeschwärzten Gebälk der 
Häuser verleihen die weißgestrichenen Fensterrahmen ein 
etwas freundlicheres Aussehen. Unter den zahlreichen 
Dörfern seien nur Münster und Ulrichen genannt. 
Von O b e r w a l d aus führt die Straße in steiler Schlucht 
durch die letzte Felsenstufe von 400 m zur Rhonequelle, 
dem rauhen Talkessel von Gletsch 1761 m hinauf. In 
seinem Hintergrund bricht der Rhonegletscher, vom Firn 
gebiet des Dammastockes und Galenstockes her, in pracht 
vollem Eissturz über die Felswand zur Talsohle hernieder. 
Die Grimselstraße aus dem Haslital und die Furkastraße 
aus dem Urserental bringen im Sommer in die Felsen 
einöde von Gletsch einen lebhaften Reisendenverkehr. 
Flückiger, Schweiz S
	        
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